{"id":1964,"date":"2014-12-12T10:54:16","date_gmt":"2014-12-12T10:54:16","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/12\/12\/teodor-currentzis-cosi-fan-tutte\/"},"modified":"2014-12-12T10:54:16","modified_gmt":"2014-12-12T10:54:16","slug":"teodor-currentzis-cosi-fan-tutte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/12\/12\/teodor-currentzis-cosi-fan-tutte\/","title":{"rendered":"Teodor Currentzis Cosi fan tutte"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/141205mozart2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"101\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>05.12.2014 &#8212; Gibt\u2019s noch so etwas wie Provinz? Die Frage stellt sich, wenn im Opernhaus von Perm, tief im russischen Hinterland am Ural, eine Mozart-Produktion mit avantgardistischem Anspruch f\u00fcr den Weltmarkt produziert wird. Ungew\u00f6hnlich ist vor allem, dass gleich drei gewichtige Mozart-Opern, <em>Cosi fan tutte, Le Nozze di Figaro<\/em> und <em>Don Giovanni <\/em>\u00a0als Studioproduktionen realisiert werden. Weil die Kosten solcher Unternehmungen heute in aller Regel in keiner Weise mehr eingespielt werden k\u00f6nnen, gibt es das sonst fast nicht mehr. Dabei ist der Dirigent Teodor Currentzis, der das Projekt k\u00fcnstlerisch verantwortet, mit dem Wirkungskreis am Ural Europa im Vergleich zu seiner vorherigen Wirkungst\u00e4tte sogar noch n\u00e4her ger\u00fcckt. Diese n\u00e4mlich hat sich im sibirischen Nowosibirsk befunden. F\u00fcr Sony Music scheint das Tryptichon im Klassikmarkt strategische Bedeutung zu haben. Das Label vermarktet es auf allen Kan\u00e4len und mehreren Medien, unter anderem auf CD mit aufwendigem Dekor, als Blu-Ray Audio, sogar auf Vinyl. So bekommt das Ganze fast schon einen glamour\u00f6sen Anstrich.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/141205mozart2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"101\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>05.12.2014 &#8212; Gibt\u2019s noch so etwas wie Provinz? Die Frage stellt sich, wenn im Opernhaus von Perm, tief im russischen Hinterland am Ural, eine Mozart-Produktion mit avantgardistischem Anspruch f\u00fcr den Weltmarkt produziert wird. Ungew\u00f6hnlich ist vor allem, dass gleich drei gewichtige Mozart-Opern, <em>Cosi fan tutte, Le Nozze di Figaro<\/em> und <em>Don Giovanni <\/em>\u00a0als Studioproduktionen realisiert werden. Weil die Kosten solcher Unternehmungen heute in aller Regel in keiner Weise mehr eingespielt werden k\u00f6nnen, gibt es das sonst fast nicht mehr. Dabei ist der Dirigent Teodor Currentzis, der das Projekt k\u00fcnstlerisch verantwortet, mit dem Wirkungskreis am Ural Europa im Vergleich zu seiner vorherigen Wirkungst\u00e4tte sogar noch n\u00e4her ger\u00fcckt. Diese n\u00e4mlich hat sich im sibirischen Nowosibirsk befunden. F\u00fcr Sony Music scheint das Tryptichon im Klassikmarkt strategische Bedeutung zu haben. Das Label vermarktet es auf allen Kan\u00e4len und mehreren Medien, unter anderem auf CD mit aufwendigem Dekor, als Blu-Ray Audio, sogar auf Vinyl. So bekommt das Ganze fast schon einen glamour\u00f6sen Anstrich.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Zugute halten kann man Currentzis und seiner Truppe Musica Aeterna \u2012 wie den meisten Verfechtern historisch-informierten Musizierens \u2012 dass sie mit grosser Sorgfalt, mit Perfektionismus und Aufmerksamkeit f\u00fcr alle Details der Interpretation an die Partituren herangehen. Da findet sich nichts Unentschiedenes oder achtlos \u00dcberspieltes. Quer in der Landschaft liegt die Interpretation aber nicht. Sie f\u00fcgt sich ein in die derzeitige Alte-Musik-Mode, eher ruppig als sanft an die Sache heranzugehen. Die Fortepiani im Orchester etwa explodieren wie Feuerwerkskracher. Die Verwendung des Fortepiano \u2012 exzellent gespielt von Maxim Emelyanychev \u2012 anstelle des ansonsten flimmernden Cembalos unterstreicht den eher trockenen Klang. Sein Verwendung ist sicherlich eine der interessantesten Aspekte der Produktion.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>S\u00e4ngerisch wird auf durchwegs hohem Niveau agiert, ohne dass in diesem \u00e4sthetisch wichtigsten Bereich neue Aspekte der Mozart-Interpretation aufgezeigt w\u00fcrden. Allerdings kann man so hochkar\u00e4tige Stimmen wie diejenige von Simone Kermes und Andrei Bondarenko geniessen. Ob damit wirklich eine neue Seite in der Interpretationsgeschichte der Mozart-Opern aufgeschlagen wird? Das wird wohl erst die Rezeptionsgeschichte zeigen. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Info\u00a0:<\/strong><br \/> Mozart: Le Nozze Di Figaro. Mit Andrei Bondarenko, Simone Kermes, Fanie Antonelou, Christian van Horn und andere, Ensemble Musica Aeterna, Teodor Currentzis (Leitung); 3 CD; Sony Classical.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/141205mozart2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"101\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>05.12.2014 &#8212; Gibt\u2019s noch so etwas wie Provinz? Die Frage stellt sich, wenn im Opernhaus von Perm, tief im russischen Hinterland am Ural, eine Mozart-Produktion mit avantgardistischem Anspruch f\u00fcr den Weltmarkt produziert wird. Ungew\u00f6hnlich ist vor allem, dass gleich drei gewichtige Mozart-Opern, <em>Cosi fan tutte, Le Nozze di Figaro<\/em> und <em>Don Giovanni <\/em>\u00a0als Studioproduktionen realisiert werden. Weil die Kosten solcher Unternehmungen heute in aller Regel in keiner Weise mehr eingespielt werden k\u00f6nnen, gibt es das sonst fast nicht mehr. Dabei ist der Dirigent Teodor Currentzis, der das Projekt k\u00fcnstlerisch verantwortet, mit dem Wirkungskreis am Ural Europa im Vergleich zu seiner vorherigen Wirkungst\u00e4tte sogar noch n\u00e4her ger\u00fcckt. Diese n\u00e4mlich hat sich im sibirischen Nowosibirsk befunden. F\u00fcr Sony Music scheint das Tryptichon im Klassikmarkt strategische Bedeutung zu haben. Das Label vermarktet es auf allen Kan\u00e4len und mehreren Medien, unter anderem auf CD mit aufwendigem Dekor, als Blu-Ray Audio, sogar auf Vinyl. 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