{"id":198,"date":"2014-01-10T10:05:55","date_gmt":"2014-01-10T10:05:55","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/reverenz-abbados-an-pergolesi\/"},"modified":"2014-01-10T10:05:55","modified_gmt":"2014-01-10T10:05:55","slug":"reverenz-abbados-an-pergolesi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/reverenz-abbados-an-pergolesi\/","title":{"rendered":"Reverenz Abbados an Pergolesi"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/090904pergolesi.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>14.09.2009 &#8212;<\/em> Die in weitem Atem aufbl\u00fchende hochdramatische Melodik aus Ganz- und Halbtonreibungen ruft Erinnerungen an den Beginn von Bachs Johannespassion wach. Dem <em>Stabat Mater<\/em> und dem <em>Salve Regina<\/em> Pergolesis, die im gleichen Gestus einsetzen, fehlt allerdings die pietistische Schwermut des Thomaskantors. Pergolesi, dessen Geburtstag sich 2010 zum 300. Mal j\u00e4hrt, taucht die lateinischen Kirchentexte in ein transparentes, sinnliches Klanglicht, was ihm zu seiner Zeit prompt den Vorwurf der unkirchlichen Theatralik eingetragen hat.<br \/> Dennoch wurde das <em>Stabat Mater<\/em> gerade auch in den evangelikalen Kirchen Deutschland sehr popul\u00e4r, dort erklang es als Vertonung eines Textes des empfindsamen Friedrich Gottlieb Klopstock.<br \/> Dem nach seinem Tod als Modernist gehandelten neapolitanischen Tonsch\u00f6pfer setzt mit dem Bologneser Orchestra Mozart in den kommenden Monaten kein geringerer als Claudio Abbado mit drei CD ein Denkmal. Von der Trilogie ist vorerst die erste Silberscheibe greifbar, auf der sich neben dem <em>Stabat Mater<\/em>, das Pergolesi aufgrund einer Tuberkulose bereits vom Tod gezeichnet, vermutlich als letztes zu Papier gebracht hat, und dem <em>Salve Regina<\/em> auch ein B-Dur-Violinkonzert findet. Zur Seite sehen Abbado und dem Orchester dabei der wie gewohnt exzellent aufspielende Geiger Giuliano Carmignola.<br \/> Die Reverenz an den italienischen Sp\u00e4tbarock-Meister, der bereits mit 26 Jahren verstarb, soll mit Einspielungen des <em>Dixit Dominus<\/em> (verf\u00fcgbar im Januar 2010) und der <em>Messa di San Emidio<\/em> (verf\u00fcgbar im M\u00e4rz 2010) abgeschlossen werden (unter Mitwirkung des Coro della Radio Svizzera Italiana). Sie dokumentiert ein mehrere Konzerte umfassendes \u00abProgetto Pergolesi\u00bb des Orchesters in Zusammenarbeit mit der Accademia Filarmonica di Bologna und der Fondazione Pergolesi Spontini di Jesi. Die jetzt greifbare Einspielung stammt aus dem November 2007.<br \/> Die Aufnahme ist ein Gl\u00fccksfall. Pergolesis tief empfundene, aber g\u00e4nzlich unaffektierte Emotionalit\u00e4t scheint wie geschaffen f\u00fcr Abbado. Die S\u00e4ngerinnen \u2013 Rachel Harnisch (Sopran), Sara Mingardo (Contralto), Julia Kleiter (Sopran) \u2013 folgen nicht der zunehmendn Unmode, den Oratorienstil mit vokalem \u00dcberdruck und opernhaften Attit\u00fcden zu ruinieren, sondern f\u00fcgen sich mit Noblesse und souver\u00e4ner Schlichtheit ins Gesamtbild. Beredtere F\u00fcrsprecher h\u00e4tte der Komponist wohl kaum finden k\u00f6nnen. <em>(wb)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\" style=\"font-size: x-small;\"><br \/> <em><span class=\"txt-s-black\"> Giovanni Battista Pergolesi: Stabat Mater, Salve Regina, Violinkonzert. Rachel Harnisch (Sopran), Sara Mingardo (Contralto), Julia Kleiter (Sopran), Giuliano Carmignola (Violine), Orchestra Mozart, Claudio Abbado (Leitung). Deutsche Grammophon Archiv Produktion. DG 477 8077.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14.09.2009 &#8212; Die in weitem Atem aufbl\u00fchende hochdramatische Melodik aus Ganz- und Halbtonreibungen ruft Erinnerungen an den Beginn von Bachs&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-198","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/198","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=198"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/198\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=198"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=198"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=198"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}