{"id":211,"date":"2014-01-10T10:16:42","date_gmt":"2014-01-10T10:16:42","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/haendel-interpreten-der-letzten-fuenfzig-jahre\/"},"modified":"2014-01-10T10:16:42","modified_gmt":"2014-01-10T10:16:42","slug":"haendel-interpreten-der-letzten-fuenfzig-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/haendel-interpreten-der-letzten-fuenfzig-jahre\/","title":{"rendered":"H\u00e4ndel-Interpreten der letzten f\u00fcnfzig Jahre"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/090305haendelgold.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>06.03.2009 &#8212;<\/em> Es gibt sie heute zuhauf: Kompilationen, Sampler, Best-of und wie die Kollektionen musikalischer Glanzmomente (mit meist auch matten Partien) heissen m\u00f6gen. Sie verursachen wenig Kosten und verkaufen sich meist gut, wenn man&#8217;s richtig macht. Nat\u00fcrlich dr\u00e4ngt sich ein solches Album auch aus Anlass des H\u00e4ndel-Jahres auf. Decca hat dazu seinen Backup-Katalog und denjenigen des Label-Partners Deutsche Grammophon gepl\u00fcndert.<\/p>\n<p> Herausgekommen ist \u2212 nein, keine beliebige Fast-food-Scherbe, sondern eine lohnenswerte H\u00f6rreise durch die Geschichte der Barockgesangs der letzten f\u00fcnfzig Jahre, die nebenbei auch interessante Quervergleiche zwischen grossen Stimmen mehrerer Generationen erlaubt.<\/p>\n<p> Man muss sich die historischen Aspekte allerdings selber erarbeiten. Die Abfolge der Titel zeigt n\u00e4mlich weder in Sachen Unterscheidung zwischen Oper und Oratorium noch in der Chronologie System. Vielmehr scheint sie ganz aus der Dramaturgie der einzelnen Arien zu einem Ganzen zu finden; dies allerdings auf stimmige Art und Weise.<\/p>\n<p> Die \u00e4ltesten, 1959 erstmals publizierten Aufnahmen stammen von Russell Oberlin (\u00abAh, dolce nome\u00bb aus <em>Muzio Scevola<\/em>), Grace Bumbry (\u00abFather of Heaven\u00bb aus <em>Judas Maccabaeus<\/em>) und Fritz Wunderlich (\u00abVerdi Prati\u00bb aus <em>Alcina<\/em>). Alle drei sind H\u00f6hepunkte der Kollektion. Auch weitere \u00fcberragende Beitr\u00e4ge sind \u00e4lteren Datums, so etwa eine Einspielung des Titels \u00abPianger\u00f3 la sorte mia\u00bb aus <em>Giulio Cesare<\/em> aus dem Jahr 1961, gesungen von einer Teresa Berganza, deren Stimme auch heute von ihrem Charisma nichts verloren hat. <\/p>\n<p> Es gibt aber auch Titel, die in diese Sammlung besser nicht aufgenommen worden w\u00e4ren. So hat man etwa in dem Vergleiche aufdr\u00e4ngenden Umfeld den Eindruck, man werde Zeuge davon, wie ein \u00fcberdrehter und undifferenzierter Rolando Villaz\u00f3n sich mit \u00abCiel e terra armi di sdegno\u00bb aus <em>Tamerlano<\/em> (dem j\u00fcngsten Beitrag) sich vor der Zeit selber in den stimmlichen Ruin treibt.<\/p>\n<p> Aber auch Marilyn Horne, die 1964 in \u00abHence Iris, hence away\u00bb aus <em>Semele<\/em> st\u00e4ndig etwas neben der gemeinten Tonh\u00f6he zu liegen scheint, macht das Zuh\u00f6ren nicht gerade zum Vergn\u00fcgen, und Joan Sutherlands 1962 erschienenes \u00abTornami a vagheggiar\u00bb aus <em>Alcina<\/em> t\u00f6nt \u00fcberraschend blass und d\u00fcnnstimmig \u2212 m\u00f6glicherweise ist dies auch der Aufnahmetechnik zuzuschreiben.<\/p>\n<p> Letzteres mag aber auch damit zusammenh\u00e4ngen, dass Sutherlands Beitrag gleich auf den Ohrwurm \u00abOmbra mai fu\u00bb aus <em>Serse<\/em> folgt, in dem Placido Domingo wirklich alles mobilisiert, was seine Lunge hergibt. Die Aufnahme aus dem Jahr 2002 ist wie einige andere dem potenten Belcanto verpflichtet. Daneben finden sich aber auch eher kammermusikalische Nummern, allen voran Nigel Robsons intimes und bet\u00f6rendes \u00abWaft her, angels, through the skies\u00bb aus <em>Jephta<\/em> mit den English Baroque Soloists unter John Eliot Gardiner. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"><em>H\u00e4ndel:Gold; Arien mit Cecilia Bartoli, Danielle De Niese, Luciano Pavarotti, Fritz Wunderlich, Rolando Villaz\u00f3n, Teresa Berganza, Thomas Quasthoff, Bryn Terfel und zahlreichen andern, Doppel-CD, Universal Music\/Decca 478 1460.<\/em> <\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>06.03.2009 &#8212; Es gibt sie heute zuhauf: Kompilationen, Sampler, Best-of und wie die Kollektionen musikalischer Glanzmomente (mit meist auch matten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-211","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=211"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}