{"id":214,"date":"2014-01-10T10:18:54","date_gmt":"2014-01-10T10:18:54","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/mutter-spielt-mendelssohns-violinkonzert\/"},"modified":"2014-01-10T10:18:54","modified_gmt":"2014-01-10T10:18:54","slug":"mutter-spielt-mendelssohns-violinkonzert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/mutter-spielt-mendelssohns-violinkonzert\/","title":{"rendered":"Mutter spielt Mendelssohns Violinkonzert"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/090123mendelssohn.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>23.01.2009 &#8212;<\/em> Am 3. Februar 1809 erblickte Felix Mendelssohn in Hamburg das Licht der Welt, das heisst, die Musikwelt feiert heuer seinen 200. Geburtstag. Sein e-Moll-Violinkonzert ist 1845 in Leipzig durch das Gewandhausorchester und dessen Konzertmeister Ferdinand David als Solisten uraufgef\u00fchrt worden. Die Reverenz der Geigerin Anne-Sophie Mutter an den Komponisten \u2212 eine Einspielung des popul\u00e4ren Konzertes mit dem heutigen Gewandhausorchester unter der Leitung von Kurt Masur ist demnach naheliegend.<\/p>\n<p> Kombiniert wird die Einspielung einerseits mit der F-Dur-Violinsonate Mendelssohns aus dem Jahr 1838, die der Tonsch\u00f6pfer ebenfalls f\u00fcr Ferdinand David geschrieben hat. Irgendwie sollte die Sonate, mit deren ersten Fassung weder Komponist noch Interpret ganz zufrieden waren, aber nie richtig zu Ende gebracht werden. Den ersten Satz hat Mendelssohn zwar revidiert, das Projekt dann aber liegengelassen. 1953 erstellte Yehudi Menuhin einen editorischen Vorschlag, nach dem sich auf dieser Aufnahme auch Anne-Sophie Mutter richtet. (Ob das wohl Zufall ist, dass da alles Wunderkinder am Werk sind? Sowohl Mendelssohn als auch Menuhin und Mutter feierten ja bereits sehr fr\u00fch spektakul\u00e4re Erfolge.) Begleitet wird Mutter dabei von ihrem Ex-Ehemann Andr\u00e9 Previn. <\/p>\n<p> Andererseits findet sich auf der Silberscheibe das erste Klaviertrio op.49, f\u00fcr dessen Wiedergabe sich zu Mutter und Previn noch der Cellist Lynn Harrell gesellt. Die Aufnahmen zu den Kammermusikwerken sind im September 2008 im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins realisiert worden.<\/p>\n<p> Was erwartet den H\u00f6rer oder die H\u00f6rerin hier? Anne-Sophie Mutter ist mit ihrem Interpretationsstil etwas an den Rand des Klassikbetriebes gedr\u00e4ngt worden. Im \u00dcberangebot an Produktionen, dem man sich heute gegen\u00fcbersieht, erregen kantige oder ungew\u00f6hnliche \u00e4sthetische Wege mehr Aufmerksamkeit. Die Geigerin hat sich diesen Entwicklungen eher verweigert, was ihre Interpretationen etwas gesichtslos machen mag. So wurde etwa ihre Bachinterpretation auf der CD, auf der sie auch Gubaidulinas j\u00fcngstes Violinkonzert vorgelegt hat (siehe unten), nicht ganz zu unrecht als allzu beliebig kritisiert.<\/p>\n<p> Auch ihr Mendelssohn f\u00e4llt nicht durch eine ungew\u00f6hnliche oder sperrige Herangehensweise auf. Er bewegt sich aber auf hohem musikantischem und spieltechnischem Niveau und setzt, wenn man so will, die Messlatte aus dem Geist des Mainstreams der Karajan-\u00c4ra f\u00fcr alle Versuche, in dieser Musik mehr entdecken zu wollen, als es klassischer Ausgewogenheit bislang gelungen ist. Ob man das Fehlen von Ecken und Kanten in Mutters Spiel in der jungm\u00e4dchenhaften grafischen Gestaltung der CD noch unterstreichen muss, soll hier aber mal offen gelassen werden.<\/p>\n<p> Ein Projekt wie Mutters Mendelssohn-Reverenz realisiert man nicht, ohne es auch f\u00fcr den Konzertsaal zu nutzen. Es lohnt sich deshalb, auch einen Blick in die Agenda der Geigerin zu werfen, denn auch da trifft sie sich mit dem kompositorischen Geburtstagskind: Reisende Virtuosen verf\u00fcgen offensichtlich \u00fcber eine erhebliche Kondition.<\/p>\n<p> Unmittelbar nach Mendelssohns Geburtstag (vom 4. bis 6. Februar) spielt Mutter das Konzert in New York. Mit von der Partie ist dabei auch Kurt Masur, der die New York Philharmonic leitet. Im Februar spielt sie es \u00fcberdies zweimal in Montreal \u2212 mit dem Orchestre Symphonique de Montreal unter der Leitung von Rafael Fr\u00fchbeck de Burgos. Einen kleinen Abstecher gibt&#8217;s im Februar nach San Francisco, wo sie unter der Leitung von Michael Tilson Thomas und mit der San Francisco Symphony neben dem Mendelssohn-Werk auch Gubaidulinas \u00abIn tempus praesens\u00bb (siehe Codex-flores-<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/popular.php?art=58\">Rezension<\/a>) zu Geh\u00f6r bringt.<\/p>\n<p> Das Duo Mutter\/Masur trifft sich in der Folge wieder, um das Konzert im M\u00e4rz mit dem Gewandhausorchester in Leipzig und mit den Dresdner Philharmonikern im Mai und Juni auch in Dresden und Prag aufzuf\u00fchren. Die Oslo Philharmonic unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste wiederum begleiten Mutter im Mai auf einer ausgedehnten Europa-Tournee mit Stationen in Oslo, Baden-Baden, Wien, Paris, London, Berlin, Hamburg, K\u00f6ln und D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p> Daneben bestreitet Mutter zusammen mit Previn und Harrell in Deutschland, der T\u00fcrkei und den USA Auftritte mit Mendelssohns Klaviertrio Nr. 1, Mozarts Klaviertrio Nr. 4 sowie Previns zweitem Trio, das die drei in der Carnegie Hall urauff\u00fchren.<\/p>\n<p> Bei einem derart dichten Programm erstaunt es nicht, dass die Geigerin im zweiten Halbjahr 2009 eine Auszeit nimmt. Konzertiert wird dann wieder ab Januar 2010. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"txt-s-black\"><span style=\"font-size: x-small;\"><em>Anne Sophie Mutter: Mendelssohn, Violinkonzert e-Moll op.64, Klaviertrio Nr.1 op.49, Violinsonate F-Dur (1838). Gewandhausorchester Leipzig, Kurt Masur (Leitung), Anne Sophie Mutter (Violine), Andr\u00e9 Previn (Klavier), Lynn Harrell (Cello). CD und DVD, Deutsche Grammophon 2009. Best.Nr. 00289 477 8001<\/em><\/span><br \/><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23.01.2009 &#8212; Am 3. 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