{"id":216,"date":"2014-01-10T10:20:19","date_gmt":"2014-01-10T10:20:19","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/blechacz-spielt-klassische-klaviersonaten\/"},"modified":"2014-01-10T10:20:19","modified_gmt":"2014-01-10T10:20:19","slug":"blechacz-spielt-klassische-klaviersonaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/blechacz-spielt-klassische-klaviersonaten\/","title":{"rendered":"Blechacz spielt klassische Klaviersonaten"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/081212blechacz.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>12.12.2008 &#8212;<\/em> Rafal Blechacz hat 2005 den renommierten Warschauer Chopin-Wettbewerb gewonnen, ist im Jahr darauf von der Deutschen Grammophon exklusiv unter Vertrag genommen worden und hat zun\u00e4chst \u2212 naheliegenderweise \u2212 eine CD mit Chopin-Werken eingespielt, n\u00e4mlich s\u00e4mtliche Pr\u00e9ludes des polnischen Nationalkomponisten. Nun schiebt er ein Album mit drei repr\u00e4sentativen Klaviersonaten der Wiener Klassik nach. Dies erscheint wie ein Kontrastprogramm zu den romantischen Charakterst\u00fccken, aber auch nur im ersten Moment. Denn mit der Einspielung von Haydns Sonate Es-Dur Hob. XVI:52, Mozarts Sonate D-dur KV 311 und Beethovens A-dur-Sonate op.2 Nr. 2 macht sich der Pianist im Grunde genommen auf Spurensuche, hin zu den Wurzeln des chopinschen Klangkosmos, ist dieser doch nicht zuletzt Frucht einer intensiven Auseinandersetzung des reisenden Virtuosen mit der Klaviermusik der 18. Jahrhunderts.<\/p>\n<p> Dabei gilt es zun\u00e4chst einmal, vom geschmeidigen und intimen Ton der Walzer, Nocturnes und Pr\u00e9ludes f\u00fcr den b\u00fcrgerlichen Salon zu abstrahieren. Die Klangwirkung der klassischen Sonaten ist vielmehr gepr\u00e4gt von reicher, kantiger und wohlkonturierter Farbigkeit. Dies lege \u2212 so Blechacz im Booklet zur CD \u2212 nahe, die Werke \u00abim Geist zu &#8218;orchestrieren&#8217;\u00bb, um sich Klarheit \u00fcber Artikulation, Pedalgebrauch oder Klangfarbe zu verschaffen. Nach dem Durchspielen einer \u00abimagin\u00e4ren Instrumentierung\u00bb seien interpretatorische Zweifel meist ausger\u00e4umt. Dann wisse er, welche Passagen mit \u00abwarmem Celloklang\u00bb, welche als Klarinettenimitationen, welche als Fagottlinien und so weiter zu spielen seien.<\/p>\n<p> Ein interessanter Ansatz. Wie weit er sich in den Interpretationen Blechaczs f\u00fcr den H\u00f6rer bemerkbar niederschl\u00e4gt, mag offen bleiben. Aber auch ohne die R\u00fcckversicherung im inneren Klang, der dem Pianisten als Wegweiser durch die Allegros, Adagios und Rondos dient, macht Blechacz Hospitanz in der Wiener Schule einen schl\u00fcssigen, textgerechten und wohlausgewogenen Eindruck. Der Chopin-Preistr\u00e4ger wahrt das klassische Mass und verf\u00e4llt selbst im Fall des beethovenschen \u00abLargo appassionato\u00bb nicht dem Pathos. Vielmehr findet er mit fast n\u00fcchternem Zugang immer mehr in eine Emphase, die den Gef\u00fchlsausdruck der Musik umso zwingender Konturen annehmen l\u00e4sst.<\/p>\n<p> Konsequent ist, wie Blechacz diesen emotionalsten aller S\u00e4tze gem\u00e4ss seiner Doktrin selber umschreibt: \u00abDer Marsch zu Beginn mit seiner Andeutung von H\u00f6rnern und Pizzicato-B\u00e4ssen kommt in w\u00fcrdevoller Breite daher. Das Thema erklingt sp\u00e4ter mit orgel\u00e4hnlicher Klangf\u00fclle in Moll\u00bb. In diesem Fall ist es durchaus interessant, sich seine Interpretation auf diese Charakterisierungen hin anzuh\u00f6ren. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-s-black\">Rafal Blechacz: Sonatas, Joseph Haydn: Sonate Es-Dur Hob. XVI:52: Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate D-dur KV 311, Ludwig van Beethoven: A-dur-Sonate op.2 Nr. 2. Deutsche Grammophon 477 7453, Hamburg 2008.<\/span><\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.12.2008 &#8212; Rafal Blechacz hat 2005 den renommierten Warschauer Chopin-Wettbewerb gewonnen, ist im Jahr darauf von der Deutschen Grammophon exklusiv&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-216","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=216"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=216"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=216"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}