{"id":2165,"date":"2015-03-14T09:04:18","date_gmt":"2015-03-14T09:04:18","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/03\/14\/latitudes-klassische-musik-der-welt\/"},"modified":"2015-03-14T09:04:18","modified_gmt":"2015-03-14T09:04:18","slug":"latitudes-klassische-musik-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/03\/14\/latitudes-klassische-musik-der-welt\/","title":{"rendered":"Latitudes \u2012 Klassische Musik der Welt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/150314dawar.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>13.03.2015 \u2013 Nachdem die Alte-Musik-Bewegung Fahrt aufgenommen hatte, h\u00f6rte man die ersten \u00abCrossover\u00bb-Projekte \u2012 vor allem barocker Klangwelten mit maurisch- oder arabisch-mediterranen Kl\u00e4ngen \u2012 noch als exotische Ausfl\u00fcge in Randregionen der europ\u00e4ischen Kunstmusik. Sie zeugten von den Begegungen der Kulturen w\u00e4hrend islamischer Expansionsbewegungen, die sich noch in den T\u00fcrkenm\u00e4rschen Mozarts und seiner klassischen Zeitgenossen finden. Andere fremde musikalische Welten subsumierte der Kaukasier unter dem alles nivellierenden Totschlag-Label World Music. Das scheint sich zu \u00e4ndern. Mehr und mehr w\u00e4chst auch im bislang in dieser Hinsicht recht blasierten \u00abWesten\u00bb die Einsicht, dass Kunstmusik, die Entwicklung hochkomplexer, von der reinen Freude an der Sch\u00f6nheit und Autonomie der Musik gen\u00e4hrter Stile, keineswegs ein Privileg zentraleurop\u00e4ischer Dur-Moll-Tonalit\u00e4t darstellt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/150314dawar.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>13.03.2015 \u2013 Nachdem die Alte-Musik-Bewegung Fahrt aufgenommen hatte, h\u00f6rte man die ersten \u00abCrossover\u00bb-Projekte \u2012 vor allem barocker Klangwelten mit maurisch- oder arabisch-mediterranen Kl\u00e4ngen \u2012 noch als exotische Ausfl\u00fcge in Randregionen der europ\u00e4ischen Kunstmusik. Sie zeugten von den Begegungen der Kulturen w\u00e4hrend islamischer Expansionsbewegungen, die sich noch in den T\u00fcrkenm\u00e4rschen Mozarts und seiner klassischen Zeitgenossen finden. Andere fremde musikalische Welten subsumierte der Kaukasier unter dem alles nivellierenden Totschlag-Label World Music. Das scheint sich zu \u00e4ndern. Mehr und mehr w\u00e4chst auch im bislang in dieser Hinsicht recht blasierten \u00abWesten\u00bb die Einsicht, dass Kunstmusik, die Entwicklung hochkomplexer, von der reinen Freude an der Sch\u00f6nheit und Autonomie der Musik gen\u00e4hrter Stile, keineswegs ein Privileg zentraleurop\u00e4ischer Dur-Moll-Tonalit\u00e4t darstellt.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Ein Indiz der Horizont\u00f6ffnung ist eine neue Reihe, die Harmonia Mundi iniitiert: \u00abLatitudes \u2012 Klassische Musik der Welt\u00bb. Das ist kein Zufall, denn das Label hat genau den eingangs erw\u00e4hnten Prozess durchgemacht und sich als Plattform f\u00fcr Barock und Alte Musik profiliert.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der erste Release der neuen Reihe ist dem iranischen S\u00e4nger und Perkussionisten Djamchid Chemirani und seinen S\u00f6hnen Keyvan und Bijan gewidmet, die der Zarb (oder Tombak), einer h\u00f6lzernen Bechertrommel, sowie dem Psalter Santur und der Langhalslaute Saz filigrane, sinnliche Musik von ber\u00fcckender Sch\u00f6nheit zu entlocken verm\u00f6gen, und dabei einmal mehr zeigen, wie erdr\u00fcckend \u00fcberlegen arabische Rhythmik der westeurop\u00e4ischen schon immer war. Dabei handelt es keineswegs um bloss museale Dokumente historischer Zeugen. Die drei entwickeln (wie viele andere arabische Musiker) die Tradition auf h\u00f6chstem Niveau weiter.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Auf \u00abDaw\u00e2r\u00bb, das Album des iranischen Trio will Harmonia Mundi im Herbst ein Album mit chinesischer Klassischer Musik (auf der Maultrommel und der Mundorgel Sheng), sowie eine Trioaufnahme mit Cello, Lyra und Zarb folgen lassen. Man darf gespannt sein. <em>(cf)<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Info: <\/strong>Daw\u00e2r, Trio Chemirani, Harmonia Mundi, CD HMC 905273 \u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/150314dawar.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>13.03.2015 \u2013 Nachdem die Alte-Musik-Bewegung Fahrt aufgenommen hatte, h\u00f6rte man die ersten \u00abCrossover\u00bb-Projekte \u2012 vor allem barocker Klangwelten mit maurisch- oder arabisch-mediterranen Kl\u00e4ngen \u2012 noch als exotische Ausfl\u00fcge in Randregionen der europ\u00e4ischen Kunstmusik. Sie zeugten von den Begegungen der Kulturen w\u00e4hrend islamischer Expansionsbewegungen, die sich noch in den T\u00fcrkenm\u00e4rschen Mozarts und seiner klassischen Zeitgenossen finden. 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