{"id":2201,"date":"2015-03-31T09:48:43","date_gmt":"2015-03-31T09:48:43","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/03\/31\/orchesterwerke-von-paul-juon\/"},"modified":"2015-03-31T09:48:43","modified_gmt":"2015-03-31T09:48:43","slug":"orchesterwerke-von-paul-juon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/03\/31\/orchesterwerke-von-paul-juon\/","title":{"rendered":"Orchesterwerke von Paul Juon"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/150327_juon_2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"101\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>27.03.2015 &#8212; Es gibt Komponisten, deren Werke nicht die verdiente Verbreitung finden. Die Gr\u00fcnde k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein. Es fehlt ihnen m\u00f6glicherweise bei aller intrinsischen Qualit\u00e4t etwas spontan Ber\u00fchrendes (so geht es vermutlich den Werken Charles Koechlins). Sie sind in einer Sprache verfasst, die zur Zeit ihrer Entstehung als \u00abveraltet\u00bb betrachtet wurde; man denke etwa an Hans Huber oder Hermann Suter. Einige Tonsch\u00f6pfer sind aber auch Opfer von Migration, sie wirkten in anderen Kulturkreisen und werden so weder hier noch dort als \u00abeigene\u00bb betrachtet. Dies ist etwa f\u00fcr den Aargauer Ernst Widmer der Fall, der in Brasilien zeitgem\u00e4sse Werke erster G\u00fcte schuf, von denen es viele noch zu entdecken gilt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/150327_juon_2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"101\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>27.03.2015 &#8212; Es gibt Komponisten, deren Werke nicht die verdiente Verbreitung finden. Die Gr\u00fcnde k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein. Es fehlt ihnen m\u00f6glicherweise bei aller intrinsischen Qualit\u00e4t etwas spontan Ber\u00fchrendes (so geht es vermutlich den Werken Charles Koechlins). Sie sind in einer Sprache verfasst, die zur Zeit ihrer Entstehung als \u00abveraltet\u00bb betrachtet wurde; man denke etwa an Hans Huber oder Hermann Suter. Einige Tonsch\u00f6pfer sind aber auch Opfer von Migration, sie wirkten in anderen Kulturkreisen und werden so weder hier noch dort als \u00abeigene\u00bb betrachtet. Dies ist etwa f\u00fcr den Aargauer Ernst Widmer der Fall, der in Brasilien zeitgem\u00e4sse Werke erster G\u00fcte schuf, von denen es viele noch zu entdecken gilt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Auch der B\u00fcndner Paul Juon (1872-1940) geh\u00f6rt zu diesen Tonsch\u00f6pfern zwischen St\u00fchlen und B\u00e4nken, wirkte er doch zun\u00e4chst in Moskau, dann in Baku und sp\u00e4ter l\u00e4ngere Zeit in Berlin. Seinen Lebensabend verbrachte er in Vevey. In Berlin fand er als Tonsch\u00f6pfer und Professor f\u00fcr Komposition an der Hochschule f\u00fcr Musik durchaus Anerkennung. So wurde er unter anderem mit dem Mendelssohn-Preises f\u00fcr Komposition und dem Beethoven-Preis der Preussischen Akademie der K\u00fcnste geehrt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Sein Werk blieb sp\u00e4ter aber weitgehend uneditiert, aufgef\u00fchrt wird vieles davon aber durchaus noch immer oder vermehrt wieder. Eine in Chur domizilierte Internationale Juon-Gesellschaft nimmt sich seines musikalischen Erbes seit 1998 an. Juons kammermusikalisches Werk ist mittlerweile recht gut dokumentiert, und es erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei zeitgen\u00f6ssischen Interpreten. Die Orchesterwerke haben es schwerer. Einerseits ist das Notenmaterial zum Teil schwer zug\u00e4nglich, andererseits fehlen Referenzaufnahmen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/150327_juon_1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>Abhilfe schaffen will da der Dirigent Christof Escher, der sich seit vielen Jahren mit den Partituren Paul Juons befasst. Mit einer \u00abOrchester Edition\u00bb will er die Kompositionen Juons f\u00fcr grosse Besetzungen Publikum, Interpreten und Veranstaltern einfacher zug\u00e4nglich machen. Auf dem idealistischen schwedischen Label Sterling sind nun die ersten beiden CD der Reihe erschienen. Auf der ersten hat Escher mit dem Moskauer Sinfonie Orchester die Fantasie Vaegtervise op. 31 und die A-Dur Sinfonie op. 23 eingespielt (die Sinfonie war vor wenigen Monaten auch <a href=\"http:\/\/www.codexflores.ch\/index.php\/kritiken-und-berichte\/17-kritiken\/ereignisbesprechungen\/1943-5-symphoniekonzert-des-berner-symphonieorchesters\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in Bern<\/a> zu h\u00f6ren, mit Mario Venzago am Pult und dem Berner Symphonieorchester).<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Auf der zweiten bringt Escher mit dem Orchestra della Svizzera Italiana die Suite op. 93 und mit den Moskauern die fis-Moll-Sinfonie op. 10 zu Geh\u00f6r. Das Partitur-Manuskript zu letzterer wurde 1997 wieder aufgefunden und durch Escher editiert. Diese Arbeiten sollen nur der Anfang sein. Escher plant Editionen aller bisher ungedruckten Orchesterwerke, die Erstellung nicht bestehender Partituren und eine kritische Revision bestehender Ausgaben \u2012 in Zusammenarbeit mit dem Musikarchiv der Biblioth\u00e8que cantonale et universitaire Lausanne und der Internationalen Paul Juon-Gesellschaft. Bis zum 150. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2022 soll das komplette Orchesterwerk sowohl als Notenausgaben wie auch als CD-Einspielungen ver\u00f6ffentlicht sein.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Es ist ein ehrgeiziges Umternehmen, f\u00fcr das Escher auf Unterst\u00fctzung angewiesen ist. Wer Interesse an weiteren Informationen zur Paul Juon Edition hat, oder deren weitere Aufgaben unterst\u00fctzen m\u00f6chte, ist herzlichst eingeladen, sich bei ihm zu melden. Kontaktdaten finden sich unter <a href=\"http:\/\/www.christof-escher.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.christof-escher.com<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Infos: <\/strong><br \/> Paul Juon: Orchestral Works, Vol. 1 und 2, Ersteinspielungen der Fantasie Vaegtervise op. 31, der A-Dur Sinfonie op. 23, der Suite op. 93 und der fis-Moll-Sinfonie op. 10. Sterling CDS 1103-2 und 1104-2. <a href=\"http:\/\/www.sterlingcd.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.sterlingcd.com<\/a>.<\/p>\n<p>Webseite der Juon-Gesellschaft: <a href=\"http:\/\/www.juon.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.juon.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/150327_juon_2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"101\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>27.03.2015 &#8212; Es gibt Komponisten, deren Werke nicht die verdiente Verbreitung finden. 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