{"id":221,"date":"2014-01-10T10:24:20","date_gmt":"2014-01-10T10:24:20","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/fotografien-des-tenors-jose-cura\/"},"modified":"2014-01-10T10:24:20","modified_gmt":"2014-01-10T10:24:20","slug":"fotografien-des-tenors-jose-cura","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/fotografien-des-tenors-jose-cura\/","title":{"rendered":"Fotografien des Tenors Jos\u00e9 Cura"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/081003cura.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>04.10.2008 &#8212;<\/em> Jos\u00e9 Cura ist ein Reisender in Sachen Gesang, wie so viele seiner Kollegen. Er geh\u00f6rt zu den Gefragten seines Faches, in den neunziger Jahren deb\u00fctierte der geb\u00fcrtige Argentinier in den grossen europ\u00e4ischen Opernzentren: in Verona (1992) \u2212 wo er zeitweise auch Wonhsitz hatte \u2212 Turin, Martina Franca, London, Torre del Lago, Paris&#8230; 1999 sang der Tenor erstmals an der New Yorker Met. Auch das Z\u00fcrcher Publikum wird ihn wieder zu h\u00f6ren bekommen: 2009 gibt er im Mai viermal den Calaf aus Puccinis \u00abTurandot\u00bb, im Juli Don Jos\u00e9 in Bizets \u00abCarmen\u00bb. Und obwohl er gl\u00fccklich verheiratet ist (er sei, zitiert er Will Rogers, gar kein richtiger Star, er lebe nach vielen Jahren n\u00e4mlich noch immer mit der gleichen Frau zusammen) und drei Kinder hat, zwingt ihn die ausgedehnte berufliche Reiset\u00e4tigkeit zu schmerzhafter Einsamkeit.<\/p>\n<p> Um die sozialen Durststrecken durchzustehen, kaufte er sich 1994 in Verona einen billigen, gebrauchten und nicht mehr ganz heilen Fotoapparat, Marke Yashica. Mit zusammengeklaubten Ersatzteilen und Superkleber machte er diesen wieder einsatzf\u00e4hig. Die Yashica erlaubt es ihm, als \u00abst\u00e4ndig Beobachteter\u00bb selber zum Beobachter seiner wechselnden Umgebung zu werden. Und obwohl er sich heute teures Equipment leisten k\u00f6nne, meint er, greife er f\u00fcr authentische Momente nach wie vor gerne zu seiner ersten Erwerbung.<\/p>\n<p> Als \u00abeinsamer Nomade\u00bb, zu dem er im internationalen Opernbetrieb zwangsl\u00e4ufig geworden ist, hat er begonnen, seine freien Stunden mit dem \u00abEinfangen der Momente\u00bb zu verbringen, in denen zu Verweilen ihm nicht verg\u00f6nnt ist. Sein Blick richtet sich dabei in erster Linie auf die andere Seite einer Gesellschaft, von der er in den Musentempeln der Welt vor allem die glamour\u00f6se und habliche kennt.<\/p>\n<p> Ein Reihe der so entstandenen Fotografien ist unter dem Titel \u00abespont\u00e1neas\u00bb im Z\u00fcrcher Kunstverlag Scheidegger &amp; Spiess erschienen. Das Buch hebt sich \u00fcberaus wohltuend von der sonst im Umfeld von Opernh\u00e4usern gepflegten poliert-k\u00fcnstlichen Lifestyle- und Glamour-\u00c4sthetik ab. In g\u00e4nzlich unpr\u00e4tenti\u00f6ser Art portr\u00e4tiert Cura vorzugsweise Menschen am Rande grosst\u00e4dtischer Gesch\u00e4ftigkeit \u2212 Obdachlose, Strassenmusiker, aber auch k\u00f6rperlich hart arbeitende Arbeiter und Sportler. Er tut dies in \u00fcberaus ber\u00fchrender Weise, mit warmherzigem Blick und tiefem Respekt f\u00fcr die W\u00fcrde derer, dessen Wege sich zuf\u00e4llig mit den seinen kreuzen.<\/p>\n<p> Der Band endet mit poetisch-unbeschwerten Kinderszenen \u2212 als Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs. Eingeleitet wird das letzte Kapitel unter anderem mit einem Zitat des indischen Philosophen Radindranath Tagore: \u00abJedes Kind \u00fcberbringt die Botschaft, dass Gott die Hoffnung in die Menschheit noch nicht aufgegeben hat\u00bb. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-s-black\">Jos\u00e9 Cura: espont\u00e1neas. Verlag Scheidegger &amp; Spiess, Z\u00fcrich 2008. ISBN 978-3-85881-193-6, Bezugsnachweis: <a href=\"http:\/\/www.scheidegger-spiess.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.scheidegger-spiess.ch<\/a><\/span> <\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>04.10.2008 &#8212; Jos\u00e9 Cura ist ein Reisender in Sachen Gesang, wie so viele seiner Kollegen. 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