{"id":2229,"date":"2015-04-15T14:11:05","date_gmt":"2015-04-15T14:11:05","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/04\/15\/argovia-philharmonic-auf-der-seidenstrasse\/"},"modified":"2015-04-15T14:11:05","modified_gmt":"2015-04-15T14:11:05","slug":"argovia-philharmonic-auf-der-seidenstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/04\/15\/argovia-philharmonic-auf-der-seidenstrasse\/","title":{"rendered":"Argovia Philharmonic auf der Seidenstrasse"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/silk_road_cover.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>10.04.2015 \u2013 Ein \u00abfr\u00fches Medium einer globalisierten Welt\u00bb sei die Seidenstrasse gewesen, schreibt das Aargauer Orchester Argovia Philharmonic im Booklet zu seiner CD \u00abSilk Road\u00bb. Das ist zweifelssohne richtig, in der Musikwelt ist sie heute aber auch ein Symbol f\u00fcr die Ausstrahlung, welche die europ\u00e4ische Kunstmusik in den ostasiatischen Raum hat. Die Zukunft der hiesigen klassischen Musik scheint asiatisch, erdr\u00fcckend ist mittlerweile die Dominanz vorzugsweise koreanischer und japanischer Teilenehmer an den einschl\u00e4gigen Wettbewerben. Die Zeit von Kolonialismus und Imperialismus hat aber bereits im ausgehenden 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert Komponisten hier und dort zu Reverenzen an den eurasischen Grossraum inspiriert. Argovia Philharmonic unter der Leitung des Dirigenten Douglas Bostock ist es zu verdanken, dass kaum bekannte und wenig gespielte, h\u00f6chst narrative und damit emotional leicht zug\u00e4ngliche Werke aus dieser Tradition auch in hiesigen Orchester-Konzertreihen wieder zu Geh\u00f6r gebracht werden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/silk_road_cover.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>10.04.2015 \u2013 Ein \u00abfr\u00fches Medium einer globalisierten Welt\u00bb sei die Seidenstrasse gewesen, schreibt das Aargauer Orchester Argovia Philharmonic im Booklet zu seiner CD \u00abSilk Road\u00bb. Das ist zweifelssohne richtig, in der Musikwelt ist sie heute aber auch ein Symbol f\u00fcr die Ausstrahlung, welche die europ\u00e4ische Kunstmusik in den ostasiatischen Raum hat. Die Zukunft der hiesigen klassischen Musik scheint asiatisch, erdr\u00fcckend ist mittlerweile die Dominanz vorzugsweise koreanischer und japanischer Teilenehmer an den einschl\u00e4gigen Wettbewerben. Die Zeit von Kolonialismus und Imperialismus hat aber bereits im ausgehenden 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert Komponisten hier und dort zu Reverenzen an den eurasischen Grossraum inspiriert. Argovia Philharmonic unter der Leitung des Dirigenten Douglas Bostock ist es zu verdanken, dass kaum bekannte und wenig gespielte, h\u00f6chst narrative und damit emotional leicht zug\u00e4ngliche Werke aus dieser Tradition auch in hiesigen Orchester-Konzertreihen wieder zu Geh\u00f6r gebracht werden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die 1955 entstandene Suite <em>The Silk Road<\/em> des japanischen Komponisten Ikuma Dan hat mit ihren etwas harmlosen, aber gef\u00e4lligen, recht europ\u00e4isch verarbeiteten Melodien den reizvollen Charakter eines Vorspiels, Borodins kurzes Charakterst\u00fcck <em>Eine Steppenskizze aus Mittelasien<\/em> portiert eine nicht minder theatralische Klangwelt mit einer auff\u00e4lligen Mixtur eines Liegetons aus pfeifhohen und brummtiefen Streichern.\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Am hintergr\u00fcndigsten scheint Busonis <em>Turandot<\/em>-Suite, in welcher \u2012 w\u00e4re das heute noch m\u00f6glich? \u2012 unverfroren akustische Chinoiserien mit einem englischen Ohrwurm, in Form des Evergreens <em>Greensleeves,<\/em> einer Liebesklage vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, gepaart werden. Das mag etwas erstaunen, bis man weiss, dass das Lied in Busonis <em>Turandot<\/em>-Oper von einem Frauenchor nach der L\u00f6sung des R\u00e4tsels gesungen wird. Daneben kommt in der parallelen Suite aber auch d\u00fcstere Epik nicht zu kurz.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Das Orchester pr\u00e4sentiert das orignelle Programm auf hohem interpretatorischem Niveau. Der eine oder andere mag in dem transparenten und eher lichten Klang des Ensembles die Erdenschwere und Leidenschaftlichkeit der Seidenstrassen-Landschaften und ihrer Geschichten vermissen. Erfreuen darf man sich daf\u00fcr an den ausgezeichneten solistischen Leistungen der Orchestermitglieder. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Info:<\/strong><br \/> Silk Road. Werke von Dan, Borodin und Busoni. Argovia Philharmonic, Douglas Bostock (Leitung), Coviello Classics, COV 91413.\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/silk_road_cover.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>10.04.2015 \u2013 Ein \u00abfr\u00fches Medium einer globalisierten Welt\u00bb sei die Seidenstrasse gewesen, schreibt das Aargauer Orchester Argovia Philharmonic im Booklet zu seiner CD \u00abSilk Road\u00bb. Das ist zweifelssohne richtig, in der Musikwelt ist sie heute aber auch ein Symbol f\u00fcr die Ausstrahlung, welche die europ\u00e4ische Kunstmusik in den ostasiatischen Raum hat. Die Zukunft der hiesigen klassischen Musik scheint asiatisch, erdr\u00fcckend ist mittlerweile die Dominanz vorzugsweise koreanischer und japanischer Teilenehmer an den einschl\u00e4gigen Wettbewerben. Die Zeit von Kolonialismus und Imperialismus hat aber bereits im ausgehenden 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert Komponisten hier und dort zu Reverenzen an den eurasischen Grossraum inspiriert. Argovia Philharmonic unter der Leitung des Dirigenten Douglas Bostock ist es zu verdanken, dass kaum bekannte und wenig gespielte, h\u00f6chst narrative und damit emotional leicht zug\u00e4ngliche Werke aus dieser Tradition auch in hiesigen Orchester-Konzertreihen wieder zu Geh\u00f6r gebracht werden.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-2229","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2229"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2229\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}