{"id":226,"date":"2014-01-10T10:28:58","date_gmt":"2014-01-10T10:28:58","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/fernando-otero-pagina-de-buenos-aires\/"},"modified":"2014-01-10T10:28:58","modified_gmt":"2014-01-10T10:28:58","slug":"fernando-otero-pagina-de-buenos-aires","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/fernando-otero-pagina-de-buenos-aires\/","title":{"rendered":"Fernando Otero: Pagina de Buenos Aires"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/080724otero.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em><span style=\"font-size: x-small;\">25.07.2008 &#8212;<\/span> <\/em>Der argentinische Tango ist eine der Weltmusikformen, die einen Br\u00fcckenschlag zwischen klassischer Kammermusik, Folkore und Jazz erm\u00f6glichen. Er hat sich in den letzten Jahrzehnten in die vielf\u00e4ltigsten Richtungen entwickelt. Die internationale Resonanz, die das Wirken des Pianisten Fernando Otero erf\u00e4hrt, weist ihn zweifelssohne als einen der interessanteren Neuerer des Stils aus. Der Argentinier, der im urbanen Schmelztiegel New Yorks eine neue Heimat gefunden hat, ist dank der Vermittlung der Schauspielerin Selma Hayek an einer Hollywood-Party mit dem legend\u00e4ren Bandleader Quincy Jones zusammengekommen, hat aber auch mit Pers\u00f6nlichkeiten wie dem Filmkomponisten Dave Grusin und dem Klarinettisten Paquito d&#8217;Rivera gearbeitet, und das Kronos Quartet hat im Februar dieses Jahres in der Carnegie Hall ein Auftragswerk des aufstrebenden Weltenb\u00fcrgers zur Urauff\u00fchrung gebracht. <\/p>\n<p> Sein CD-Deb\u00fct \u00abX Tango\u00bb hat Otero noch als Eigenproduktion ver\u00f6ffentlicht, f\u00fcr die aktuelle Produktion \u00abPagina de Buenos Aires\u00bb ist er beim renommierten Warner-Label Nonesuch untergekommen. Sekundiert wird er dabei vom Bandoneonisten Hector Del Curto, der mit 17 bereits im legend\u00e4ren Orchester Osvaldo Puglieses Einsitz genommen hatte und heute unter anderem mit Piazzollas fr\u00fcherem Pianisten Pablo Ziegler im Trio und Quintett tourt. Mit von der Partie sind aber auch Oteros Duopartner, der Geiger Nick Danielson \u2212 in der New Yorker Musikszene ebenfalls eine omnipr\u00e4sente Pers\u00f6nlichkeit \u2212 weitere Streicher, ein Trompeter (Diego Urcola) und ein gut zwei Dutzend Mitglieder umfassendes Kammerorchester.<\/p>\n<p> \u00dcber die kompositorische Ausbildung Oteros ist so gut wie nichts zu erfahren, auch auf seiner eigenen Webseite <a href=\"http:\/\/www.fernandootero.com\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.fernandootero.com<\/a> nicht. Ins Orchestrieren und Dirigieren eingef\u00fchrt hat er sich offenbar in Kursen Domingo Marafiottis, des Leiters des Orchesters am Teatro Col\u00f3n von Buenos Aires. Und er sch\u00e4tzt naheliegenderweise Strawinsky und Bart\u00f3k, die in der europ\u00e4ischen Tradition f\u00fcr die Synthese aus Kunstmusik und Folkore stehen, sowie selbstverst\u00e4ndlich Astor Piazzolla, aber auch den brasilianischen Weltmusiker Egberto Gismonti oder den urugayischen Multiinstrumentalisten Hugo Fattoruso.<\/p>\n<p> Seine eigene Musik schwankt zwischen kurzatmiger, in typischer Tango-Attacke synkopierender Motorik, die kaum eine durchgearbeitete Entwicklung erf\u00e4hrt, sondern eher rauhe Texturen entfaltet, und eher minimalistischen Kantilenen, die sich \u00fcber solche Klangfl\u00e4chen aufschwingen. Tragen erstere unverkennbar die Signatur des Tango Nuevo, erinnern letztere vor allem in den Duos mit dem Geiger Danielson streckenweise an die reduzierte \u00c4sthetik Arvo P\u00e4rts.<\/p>\n<p> Die Albumbl\u00e4tter aus Buenos Aires muten vorl\u00e4ufig eher wie eine Willenskundgebung an, dem Idiom der Heimatstadt eine Vitalisierungskur aus gesch\u00e4ftigem New York und improvisatorischer Fiebrigkeit zu verpassen \u2212 ein Unterfangen, das wesentlich gewinnen wird, wenn sich die Melodik aus den hier noch etwas zuf\u00e4llig und atemlos wirkenden M\u00e4andern zu befreien und Zellen zu bilden vermag, die gr\u00f6ssere Formen zu tragen verm\u00f6gen. <em class=\"txt-m-black\">(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-s-black\">Fernando Otero: Pagina de Buenos Aires, Nonesuch, Warner Music 2008<\/span> <\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25.07.2008 &#8212; Der argentinische Tango ist eine der Weltmusikformen, die einen Br\u00fcckenschlag zwischen klassischer Kammermusik, Folkore und Jazz erm\u00f6glichen. 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