{"id":2306,"date":"2015-05-16T09:48:23","date_gmt":"2015-05-16T09:48:23","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/05\/16\/wer-bestimmt-den-bak-musikpreis-gewinner\/"},"modified":"2015-05-16T09:48:23","modified_gmt":"2015-05-16T09:48:23","slug":"wer-bestimmt-den-bak-musikpreis-gewinner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/05\/16\/wer-bestimmt-den-bak-musikpreis-gewinner\/","title":{"rendered":"Wer bestimmt den BAK-Musikpreis-Gewinner?"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/><\/p>\n<p>16.05.2015 \u2013 Das Bundesamt f\u00fcr Kultur (BAK) w\u00e4hlt zum zweiten Mal einen Empf\u00e4nger (oder eine Empf\u00e4ngerin) des neugeschaffenen Schweizer Musikpreises. Es verteilt dabei ziemlich viel Geld, je 25\u2018000 Franken f\u00fcr eine Nomination. Bei 15 Nominierten sind dies 375\u2018000 Franken, wenn wir richtig gerechnet haben. Schon die Anerkennung einer Nomination ist damit h\u00f6her dotiert als so manche andere gutbestallte Auszeichnung der Branche. Der Gewinner erh\u00e4lt mit 100\u2018000 Franken ungew\u00f6hnlich viel ins K\u00e4sseli, sogar im internationalen Vergleich (davon fliesst in Form von Steuern dann vermutlich wieder einiges zur\u00fcck in die Staatsschatullen). International halten da bloss etwa der schwedische Polarpreis, der israelische Wolf-Preis, der amerikanische Grawememeyer Award, der japanische Praemium Imperiale und der neugeschaffene Warner-Music-Preis in vergleichbarer H\u00f6he mit. Bloss der Ernst-von Siemens-Musikpreis (eine Viertelmillion Euro) setzt noch einen drauf. In der Schweiz k\u00f6nnen sich einen \u00a0solchen Geldsegen gerademal die Bernburger mit ihrem ebenfalls mit 100\u2018000 Franken dotierten Kulturpreis leisten.<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0 <em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/><\/p>\n<p>16.05.2015 \u2013 Das Bundesamt f\u00fcr Kultur (BAK) w\u00e4hlt zum zweiten Mal einen Empf\u00e4nger (oder eine Empf\u00e4ngerin) des neugeschaffenen Schweizer Musikpreises. Es verteilt dabei ziemlich viel Geld, je 25\u2018000 Franken f\u00fcr eine Nomination. Bei 15 Nominierten sind dies 375\u2018000 Franken, wenn wir richtig gerechnet haben. Schon die Anerkennung einer Nomination ist damit h\u00f6her dotiert als so manche andere gutbestallte Auszeichnung der Branche. Der Gewinner erh\u00e4lt mit 100\u2018000 Franken ungew\u00f6hnlich viel ins K\u00e4sseli, sogar im internationalen Vergleich (davon fliesst in Form von Steuern dann vermutlich wieder einiges zur\u00fcck in die Staatsschatullen). International halten da bloss etwa der schwedische Polarpreis, der israelische Wolf-Preis, der amerikanische Grawememeyer Award, der japanische Praemium Imperiale und der neugeschaffene Warner-Music-Preis in vergleichbarer H\u00f6he mit. Bloss der Ernst-von Siemens-Musikpreis (eine Viertelmillion Euro) setzt noch einen drauf. In der Schweiz k\u00f6nnen sich einen \u00a0solchen Geldsegen gerademal die Bernburger mit ihrem ebenfalls mit 100\u2018000 Franken dotierten Kulturpreis leisten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wir geben zu, dass uns der Preis insofern sympathisch ist, als man sich nicht darum bewerben muss. Kulturschaffende sollten sich ja eigentlich mit dem Schaffen von Kultur besch\u00e4ftigen d\u00fcrfen und weniger mit dem Beschaffen und Ausf\u00fcllen von Bittstellungen um Zusch\u00fcsse herumschlagen m\u00fcssen. Ungefragt verliehene Preise zeugen auch vom Mut der Kulturf\u00f6rderer, die sich selber und in eigener Verantwortung darum bem\u00fchen m\u00fcssen, ihr Geld proaktiv m\u00f6glichst gerecht (was immer das in diesem Zusammenhang heissen soll) zu verteilen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Jeder solcher Entscheid wird von Menschen gef\u00e4llt, solange man Kulturf\u00f6rderung nicht als Lotterie betreibt. Lotterien w\u00e4ren in der Basisf\u00f6rderung durchaus auch eine valable Methode, vielleicht sogar die einzige. Beim Schweizer Musikpreis geht es aber um Anerkennung von bereits geleistetem und dem kreativen Potential von K\u00fcnstlerinnen oder K\u00fcnstlern, die sich bereits bewiesen haben. Sie sollten angesichts des fetten Checks also bereits ein gewisses Alter haben.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wie entscheidet das BAK nun \u00fcber die Vergabe des Preises? Es gibt dazu eine Jury (die Zusammensetzung ist \u00f6ffentlich einsehbar), der aber von einer Expertenjury Vorschl\u00e4ge unterbreitet werden. N\u00e4heres zur Auswahl der Experten ist aus den Medienmitteilungen des BAK nicht zu erfahren. Wir haben uns deshalb um Ausk\u00fcnfte dazu bem\u00fcht. Ja, heisst es vonseiten des BAK, es entscheide aufgrund seiner Kenntnisse der Schweizer Kulturlandschaft selber, welche Experten es zur Teilnahme einlade, das Team werde jedes Jahr neu zusammengestellt und die Liste der Experten sei im Prinzip nicht geheim, werde aber nicht publiziert. Man bem\u00fche sich darum, die verschiedenen Musikstile und die Schweizer Sprachregionen angemessen abzudecken. Wer sich (wie wir) explizit darum bem\u00fcht, erh\u00e4lt die Angaben zum Team allerdings. Auf der Liste finden sich \u2012 wie es ja halt eben sein muss \u2012 die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen. Die Schweizer Musikszenen sind angesichts der Gr\u00f6sse (respektive Kleinheit) des Landes recht \u00fcbersichtlich. Aus dem Tessin liefert ein einziger Experte Input zu s\u00e4mtlichen Stilen. Man kann dem BAK zugute halten, dass es sich wirklich darum bem\u00fcht, die Auswahl m\u00f6glichst breit und offen zu halten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>In einem Land des Ausgleichs zwischen Minderheiten sollten m\u00f6glichst unterschiedliche Repr\u00e4sentanten einmal ber\u00fccksichtigt werden. Da kann man relativ einfach spekulieren, wohin der Preis dieses Jahr gehen wird (respektive politisch korrekt gehen sollte). Eigentlich w\u00e4re eine nicht allzu junge Frau aus dem Tessin oder der Deutschschweiz \u00a0dran (letztes Jahr war\u2019s ein Mann \u00ad\u2012 Franz Treichler \u2012 aus dem Welschland), die nicht alternativen Rock oder elektronische Musik vertritt (Treichler vertrat eben diese Str\u00f6mungen). Da sich unter den 15 Nominierten bloss drei Frauen befinden, ist die Auswahl klein. Die \u00e4lteste unter ihnen hat Jahrgang 1968. Ihr Wirken entspricht zudem ziemlich genau dem, was in der Schweizer Kulturf\u00f6rderung so landl\u00e4ufig als \u00abinnovativ\u00bb betrachtet wird und was die Jury letztes Jahr darunter verstanden hat. Aber wir lassen uns gerne \u00fcberraschen. Auch von den Meinungsmachern des Schweizer Musikpreises.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p align=\"center\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/><\/p>\n<p>16.05.2015 \u2013 Das Bundesamt f\u00fcr Kultur (BAK) w\u00e4hlt zum zweiten Mal einen Empf\u00e4nger (oder eine Empf\u00e4ngerin) des neugeschaffenen Schweizer Musikpreises. Es verteilt dabei ziemlich viel Geld, je 25\u2018000 Franken f\u00fcr eine Nomination. Bei 15 Nominierten sind dies 375\u2018000 Franken, wenn wir richtig gerechnet haben. Schon die Anerkennung einer Nomination ist damit h\u00f6her dotiert als so manche andere gutbestallte Auszeichnung der Branche. Der Gewinner erh\u00e4lt mit 100\u2018000 Franken ungew\u00f6hnlich viel ins K\u00e4sseli, sogar im internationalen Vergleich (davon fliesst in Form von Steuern dann vermutlich wieder einiges zur\u00fcck in die Staatsschatullen). International halten da bloss etwa der schwedische Polarpreis, der israelische Wolf-Preis, der amerikanische Grawememeyer Award, der japanische Praemium Imperiale und der neugeschaffene Warner-Music-Preis in vergleichbarer H\u00f6he mit. Bloss der Ernst-von Siemens-Musikpreis (eine Viertelmillion Euro) setzt noch einen drauf. In der Schweiz k\u00f6nnen sich einen \u00a0solchen Geldsegen gerademal die Bernburger mit ihrem ebenfalls mit 100\u2018000 Franken dotierten Kulturpreis leisten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-2306","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2306"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2306\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2306"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2306"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}