{"id":233,"date":"2014-01-10T10:34:48","date_gmt":"2014-01-10T10:34:48","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/inspired-by-bach-neu-aufgelegt\/"},"modified":"2014-01-10T10:34:48","modified_gmt":"2014-01-10T10:34:48","slug":"inspired-by-bach-neu-aufgelegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/inspired-by-bach-neu-aufgelegt\/","title":{"rendered":"\u00abInspired by Bach\u00bb neu aufgelegt"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/080418yoyoma.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>18.04.2008 &#8212;<\/em> Der Cellist Yo-Yo Ma wurde 1991 an ein in Boston realisiertes interdisziplin\u00e4res Symposium zum Werk Albert Schweitzers eingeladen. Dort h\u00f6rte er davon, dass der ebenso als Bach-Forscher t\u00e4tige \u00abUrwalddoktor\u00bb den Thomaskantor auch als \u00abmalenden Komponisten\u00bb charakterisiert hatte. Die Bemerkung liess Ma nicht mehr los, und schliesslich regte er ein umfangreiches Projekt an, in dessen Rahmen kanadische Filmemacher und K\u00fcnstler zu jeder der sechs Suiten f\u00fcr Cello solo eine visuelle Umsetzung schufen. Unter dem Titel \u00abInspired by Bach\u00bb entstanden ist ein \u00fcppiges, \u00fcber weite Strecken sch\u00f6nheitstrunkenes und anregendes Panoptikum aus optischer Fantasie und musikalischer Intimit\u00e4t.<\/p>\n<p> Die erste Suite spiegelt sich in einem musikalischen Garten, den die Architektin Julie Moir in eine \u00f6de amerikanische Hochhauslandschaft einpasst. F\u00fcr die zweite wird Ma vom Regisseur Fran\u00e7ois Girard in eine computergenerierte 3D-Umsetzung der Kerkerfantasien des italienischen Architekten Piranesi versetzt. Zur dritten hat der Choreograf Mark Morris ein Tanztheater kreiert, zur vierten der Filmemacher Atom Egoyan ein Kurzdrama. Die f\u00fcnfte wird von der japanischen Kabuki-Legende Tamasaburo Bando in die eigene traditionelle Theaterform verwandelt, und die sechste findet in einem Tanz des Eiskunstlaufpaares Jayne Torvill und Christopher Dean Ausdruck.<\/p>\n<p> Yo-Yo Mas Einspielungen der Suiten sind \u00fcber den Zeitraum von drei Jahren, n\u00e4mlich zwischen Juni 1994 und August 1997 in Japan, Italien und den USA entstanden. Die Aufnahmen sind also samt und sonders \u00e4lter als zehn Jahre, bildeten aber bereits damals eine Wiedereinspielung des grossen Pi\u00e8ce de r\u00e9sistance der Celloliteratur; eine erste Version hatte Ma n\u00e4mlich schon 1985 vorgelegt (auch diese ist 2006 neu aufgelegt worden).<\/p>\n<p> Der hier vorliegenden Neuauflage der Version aus den neunziger Jahren hat das Label SonyBMG eine DVD beigepackt. Von ihr k\u00f6nnen rund zehnmin\u00fctige Auschnitte aus den Filmen des Projektes abgerufen werden, das 1998 beim Festival Rose d&#8217;or in Luzern die goldene Rose gewonnen und auch sonst noch einige renommierte Preise abgeholt hat (1998 unter anderem auch einen Emmy).<\/p>\n<p> Das fernsehtaugliche k\u00fcnstlerische Gesamtwerk aus Solosuiten und Filmen ist nicht explizit als Auseinandersetzung mit der Musik <em>Bachs<\/em> zu verstehen, sondern eher als eine die Kunstformen \u00fcbergreifende, kraftvolle und von nordamerikanischer Urbanit\u00e4t gepr\u00e4gte Meditation \u00fcber Formen, Farben und Bewegung. Als solche verm\u00f6gen die Filme, die einzeln als DVD bezogen werden k\u00f6nnen, durchaus faszinieren.<\/p>\n<p> In den Hintergrund r\u00fcckt dabei ein wenig die Frage, welchen interpretatorischen Zugang der r\u00fchrige Cellist in diesem Umfeld zu den Bachsuiten entwickelt. Er scheint zwar souver\u00e4n, aber eher grossfl\u00e4chiger und konventioneller Art zu sein. Ob das mit der Tatsache zusammenh\u00e4ngt, dass dabei die Tonspur von Fernsehfilmen eingspielt worden ist, mag offen bleiben. Im Booklet zu den CDs erkl\u00e4rt Ma, die neuen Interpretationen widerspiegelten, was er w\u00e4hrend des Projektes in der Arbeit mit K\u00fcnstlern anderer Disziplinen gelernt habe. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-s-black\">Yo-Yo Ma: \u00abInspired by Bach\u00bb, J.S.Bach, The Cello Suites, zwei CD und eine DVD mit Auschnitten aus dem gleichnamigen Projekt. Sony Classical 1997\/2007, 88697223022.<\/span> <\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18.04.2008 &#8212; Der Cellist Yo-Yo Ma wurde 1991 an ein in Boston realisiertes interdisziplin\u00e4res Symposium zum Werk Albert Schweitzers eingeladen.&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-233","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=233"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/233\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}