{"id":235,"date":"2014-01-10T10:36:44","date_gmt":"2014-01-10T10:36:44","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/vokalwerke-von-philippus-de-monte\/"},"modified":"2014-01-10T10:36:44","modified_gmt":"2014-01-10T10:36:44","slug":"vokalwerke-von-philippus-de-monte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/vokalwerke-von-philippus-de-monte\/","title":{"rendered":"Vokalwerke von Philippus de Monte"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/080321monte.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>21.03.2008 &#8212;<\/em> So fr\u00fch er in der europ\u00e4ischen Neuzeit die B\u00fchne betreten hat, so sp\u00e4t wird er heute als einer der bedeutenden Neuerer der Vokalmusik wahrgenommen. Mehr und mehr scheint der geb\u00fcrtige Niederl\u00e4nder Philipp de Monte aber aus dem Schatten seiner Zeitgenossen Palestrina und Gabrieli herauszutreten. Mit ihnen hat er in der Renaissance das Madrigal zu seiner Vollendung gebracht, die polyphone Gesangsform, mit welcher die Moderne ihre ersten und wichtigsten Schritte hinaus aus der Kirche und hinein in die weltliche Gesellschaft machte. De Montes Biografie zeigt dar\u00fcberhinaus das typische Wanderleben der Musiker seiner Zeit \u2212 unter anderem mit Stationen in Neapel (im Dienst einer Adelsfamilie), Cambrai (im Dienst der Kirche) sowie England, Wien und Prag (im Dienst der K\u00f6nigsh\u00e4user).<\/p>\n<p> Philipp de Monte war produktiv. In 36 B\u00fcchern sind an die 1000 Madrigale aus seiner Hand zu seinen Lebzeiten erschienen. Daneben schrieb er 300 Motetten, 40 Messen und 50 Chansons \u2212 letztere zu Texten von Pierre de Ronsard, der 1549 zusammen mit Joachim du Bellay und weiteren franz\u00f6sischen Dichtern die Vereinigung der \u00abPl\u00e9iade\u00bb begr\u00fcndet hat. Mitten in die Wirren der Gegenreformation f\u00e4llt \u00fcberdies ein Streit um Montes R\u00fcckkehr an die Kathedrale zu Cambrai, wo er seinen Lebensabend zu verbringen gedachte. Der Habsburgerk\u00f6nig Rudolf II. wollte ihn nicht aus Prag ziehen lassen, und das Domkapitel zu Cambrai lehnte ihn ab. Der Konflikt d\u00fcrfte m\u00f6glicherweise \u2212 niemand weiss das so genau \u2212 im grossen Zusammenhang mit dem Kampf um die Polyphonie zu sehen sein, den Palestrina am Konzil zu Trient (1545 bis 1563) zugunsten der Vielstimmigkeit ausgefochten hatte.<\/p>\n<p> Bislang ist de Montes Werk kaum und wenn, dann nur sehr verstreut auf Tontr\u00e4ger eingespielt worden. Umso verdankenswerter ist die Realisation der CD des Schweizer Labels Claves, die g\u00e4nzlich dem Werk des Niederl\u00e4nders gewidmet ist. Der Musik angenommen hat sich das Ensemble Orlando Fribourg unter der Leitung von Laurent Gendre, der ansonsten als musikalischer Leiter des Symphonie-Orchesters Thun amtet. Die Silberscheibe umfasst Motetten und Madrigale vornehmlich aus der Sp\u00e4tzeit des Komponisten, die aus den Originalquellen musiziert werden, sowie Chansons aus Originalquellen und einer New Yorker Kollektion aus dem Jahr 1965. Realisiert worden sind die Einspielungen im Mai 2007 in der Pfarrkirche des fribourgischen \u00d6rtchens Plaffeien.<\/p>\n<p> Das Ensemble Orlando Fribourg existiert seit 14 Jahren und hat sich in wechselnden Besetzungen bereits der Musik Monteverdis, Scarlattis, Sch\u00fctz&#8216;, Buxtehudes oder Purcells angenommen und sich auch mit Bach auseinandergesetzt. Auf der CD wird es vom Instrumentalensemble In Echo sekundiert, das einige der Monte-Werke koloriert oder als reine Bl\u00e4sers\u00e4tze darbietet. Die Interpretationen von S\u00e4ngern und Bl\u00e4sern sind solide und geschmackssicher, Booklet und grafische Gestaltung wie \u00fcblich bei Claves-Produktionen informativ und anspruchsvoll. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p><em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"> Philippus de Monte: Motets, Madrigals &amp; Chansons. Ensemble Orlando Fribourg, Laurent Gendre (Conductor). 2007 Claves Records 50-2712. Spieldauer 51&#8217;17&#8220;. Webseite des Ensembles: <a href=\"http:\/\/www.orlando-fribourg.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.orlando-fribourg.ch<\/a> <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21.03.2008 &#8212; So fr\u00fch er in der europ\u00e4ischen Neuzeit die B\u00fchne betreten hat, so sp\u00e4t wird er heute als einer&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-235","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=235"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}