{"id":237,"date":"2014-01-10T10:38:27","date_gmt":"2014-01-10T10:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/midori-spielt-bach-und-bartok\/"},"modified":"2014-01-10T10:38:27","modified_gmt":"2014-01-10T10:38:27","slug":"midori-spielt-bach-und-bartok","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/midori-spielt-bach-und-bartok\/","title":{"rendered":"Midori spielt Bach und Bart\u00f3k"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/080222midori.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>22.02.2008 &#8212;<\/em> Bis 2003 sind praktisch im Jahrestakt neue Aufnahmen der japanischen Geigerin Midori Got\u014d \u2212 kurz Midori \u2212 erschienen, die letzte eine Live-Einspielung der popul\u00e4ren Violinkonzerte von Bruch und Mendelssohn, mit den Berliner Philharmonikern als Begleitensemble und Mariss Jansons als Dirigent. Dann ist der Strom versiegt, was sicher damit zu tun hat, dass sich die einst als Wunderkind gefeierte Musikerin mehr und mehr zahlreichen Projekten in der Musikvermittlung und der Nachwuchsf\u00f6rderung widmet \u2212 und mit einem Studium der Psychologie besch\u00e4ftigt war, das sie 2005 an der New York University mit einem Master abgeschlossen hat. Nun macht Sony Classical eine CD verf\u00fcgbar, auf der Bachs a-Moll-Solosonate BWV 1003 und Bart\u00f3ks erste Violinsonate Sz. 75, BB 84 aufeinandertreffen (in der Bart\u00f3k-Aufnahme ist Robert McDonald als Begleiter zu h\u00f6ren).<\/p>\n<p> Brandneu sind allerdings auch diese Aufnahmen nicht. Die Bach-Sonate hat Midori im August 2005, also vor zweieinhalb Jahren laut eigenen Aussagen in ihrem Webtagebuch mit Blick auf das vorliegende Album eingespielt. Die Bart\u00f3k-Aufnahme ist jedoch bereits im September 1999 entstanden, also kaum explizit als Kontrast zur Bach-Einspielung. Der Release wirkt denn auch etwas wie eine Gelegenheits-Produktion, mit zwei aufnahmetechnisch ganz verschiedenen Teilen, der eine \u2212 das Solost\u00fcck \u2212 fast ein wenig verhallt und fragil in der Interpretation, der Bart\u00f3k daf\u00fcr stilsicher, aber vom Klangbild her eher trocken analytisch.<\/p>\n<p> Der Auftakt irritiert fast ein wenig: Das Grave der Solosonate wirkt zerdehnt und arienhaft. Auch die Fuge scheint eher ziseliert, denn wirklich k\u00f6rperhaft und organisch atmend. Solche Irritationen l\u00e4sst man sich von einer so tiefgr\u00fcndigen und subtil gestaltenden Musikerin allerdings gefallen, nicht zuletzt weil die feine Klangarbeit die das barocke Werk bis in ungewohnte, flautando-artige Regionen tr\u00e4gt, im Andante auch zu \u00fcberraschenden und sehr eindringlichen Momenten der vibrierenden Innenspannung f\u00fchrt.<\/p>\n<p> Die k\u00fchl-vibrierende, etwas distanzierte Expressivit\u00e4t der Bartok-Sonate scheint Midori mehr zu entsprechen als der pietistische Bach. Da geht die Japanerin v\u00f6llig auf und Br\u00fcche werden kaum wahrnehmbar. So bleibt die Kontrastierung der beiden Werke alles in allem eben das: ein Kontrast, in dem \u2212 abgesehen von der auch in der Bach-Sonate sehr modern anmutenden Klangestaltung \u2212 wenig Querverbindungen sp\u00fcrbar werden. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-s-black\">Midori: Bach: Unaccompanied Sonata No. 2, Bart\u00f3k Sonata Nr. 1 (Robert McDonald, Piano), Sony Classical, 82796977452, Sony MBG 2007.<\/span> <\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>22.02.2008 &#8212; Bis 2003 sind praktisch im Jahrestakt neue Aufnahmen der japanischen Geigerin Midori Got\u014d \u2212 kurz Midori \u2212 erschienen,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-237","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=237"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}