{"id":239,"date":"2014-01-10T10:40:13","date_gmt":"2014-01-10T10:40:13","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/herbert-von-karajan-die-gold-edition\/"},"modified":"2014-01-10T10:40:13","modified_gmt":"2014-01-10T10:40:13","slug":"herbert-von-karajan-die-gold-edition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/herbert-von-karajan-die-gold-edition\/","title":{"rendered":"Herbert von Karajan: die Gold-Edition"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/080125karajan.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>25.01.2008 &#8212;<\/em> Die \u00abGold\u00bb-Doppel-CD vereint anl\u00e4sslich des 100. Geburtstages Herbert von Karajans die \u00abgr\u00f6ssten Klassik-Hits\u00bb unter der Stabf\u00fchrung des \u00abersten und letzten Pult-Titanen\u00bb (O-Ton Booklet) des 20. Jahrhunderts. Mit zwei Ausnahmen kommen dabei die Berliner Philharmoniker zum Zug (die Ausnahmen sind der erste Satz aus Dvor\u00e1ks Sinfonie \u00abAus der Neuen Welt\u00bb und Smetanas \u00abMoldau\u00bb, und das scheint ja durchaus sinnvoll). Die Kompilation l\u00e4sst nun wirklich kaum eine Ikone der popul\u00e4ren Klassik aus. Das geht von Bizets Carmen-Vorspiel \u00fcber den ersten Satz aus Mozarts \u00abKleiner Nachtmusik\u00bb, dem Rondo aus dem Beethoven-Violinkonzert (nat\u00fcrlich mit Anne-Sophie Mutter an der Geige), die Blaue Donau, den Radetzky-Marsch, Tschaikowskys Blumen-Walzer, Bachs Air, Griegs \u00abPeer Gynt\u00bb, Ravels Bol\u00e9ro, den ersten Satz aus Beethovens F\u00fcnfter, den Pachelbel-Kanon, Massenets Thais-Meditation und Offenbachs Hoffmann-Barcarolle bis zur \u00abLeichten Kavallerie\u00bb von Supp\u00e9. Im Einzelhandel m\u00fcsste das Album also irgendwo zwischen Andr\u00e9 Rieu und Kuschel-Klassik eingereiht werden. Hoffen wir, dass ihm die Schmach erspart bleibt.<\/p>\n<p> Der Gerechtigkeit halber muss gesagt werden, dass dies beileibe nicht die einzige CD der Deutschen Grammophon zum Jubil\u00e4um von Karajans ist. Bereits auf dem Markt ist die editorisch deutlich interessantere CD\/DVD-Kombination \u00abKarajan \u2212 The Music, The Legend\u00bb , auf der sich etwa zum ersten Mal \u00fcberhaupt Bachs Doppelkonzert mit Christian Ferras und Michel Schwalb\u00e9 als Solisten findet. Zudem werden vom Label mit dem gelben Balken eine ganze Reihe von Einspielungen Karajans neu aufgelegt (die Details dazu finden sich auf <a href=\"http:\/\/www2.deutschegrammophon.com\/webseries\/?ID=karajan2008\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dieser<\/a> Webseite).<\/p>\n<p> Die \u00abGold\u00bb-Ausgabe ist dennoch interessant, erlaubt sie doch quasi im Schnelldurchlauf ein Ohr voll von dem Universum Karajans in den Jahren von 1967 bis 1985 zu nehmen \u2212 und auch gleich festzustellen, welche gewaltigen Entwicklungen die interpretatorischen Differenzierungen von Stilen und Epochen seither durchgemacht haben. In Karajans Klangkosmos scheint alles perfekt, aber etwas steril und gegl\u00e4ttet, als spiegle sich darin das Sch\u00f6nheitsideal des Wirtschaftswunders mit seiner Nierentischchen- und Milchglas-\u00c4sthetik. Das \u00abGold\u00bb verr\u00e4t, was Karajan trotz aller Fortschrittlichkeit und Offenheit vor allem war: ein Kind seiner Zeit.<\/p>\n<p> Dies ist f\u00fcr diejenigen, die Musik auch als Mittel der Selbst- und Welterkenntnis verstehen, allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn Karajan ist f\u00fcr den deutschsprachigen Raum auch ein Pionier und Anreger physiologischer und neurologischer Forschungen in der Musikologie: 1968 hat er in Berlin eine Stiftung \u00abzur F\u00f6rderung der wissenschaftlichen Erforschung der bewussten musikalischen Empfindung\u00bb gegr\u00fcndet, die ein Jahr sp\u00e4ter mit \u00e4hnlichen Aktivit\u00e4ten der Paris Lodron-Universit\u00e4t in Salzburg zum \u00abForschungsinstitut f\u00fcr experimentelle Musikpsychologie\u00bb zusammengelegt worden ist &#8211; verbunden mit Symposien jeweils zu den Osterfestspielen.<\/p>\n<p> Gef\u00f6rdert wurden die Arbeiten an der Psychophysiologie des Musizierens auch vom Karajan Centrum in Wien, das als \u00abEliette und Herbert von Karajan Institut\u00bb mittlerweile wieder in Salzburg angesiedelt ist \u2212 allerdings ohne wesentlichen Bezug zu den wissenschaftlichen Aktivit\u00e4ten, die sich rund um das Centrum in \u00d6sterreich in Salzburg und Ossiach entfalteten. Auf seiner Webseite <a href=\"http:\/\/www.karajan.org\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.karajan.org<\/a> finden sich daf\u00fcr die Details zu den geplanten Veranstaltungen im angelaufenen Jubil\u00e4umsjahr von Karajans. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\">Karajan Gold. Berliner Philharmoniker, Wiener Philharmoniker, Anne Sophie-Mutter, Werke von Bach, Beethoven, Bizet, Dvor\u00e1k, Grieg, Holst, Mascagni, Massenet, Mozart, Offenbach, Pachelbel, Ravel, Rossini, Smetana, Supp\u00e9, J. Strauss I J. Strauss II, Tschaikowsky und Vivaldi. Deutsche Grammophon CD 477 7341.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25.01.2008 &#8212; Die \u00abGold\u00bb-Doppel-CD vereint anl\u00e4sslich des 100. 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