{"id":240,"date":"2014-01-10T10:41:01","date_gmt":"2014-01-10T10:41:01","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/beethovens-sinfonien-die-frankfurter-variante\/"},"modified":"2014-01-10T10:41:01","modified_gmt":"2014-01-10T10:41:01","slug":"beethovens-sinfonien-die-frankfurter-variante","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/beethovens-sinfonien-die-frankfurter-variante\/","title":{"rendered":"Beethovens Sinfonien \u2212 die Frankfurter Variante"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/080112hr.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>12.01.2008 &#8212;<\/em> Als w\u00e4r&#8217;s der Heilige Gral des Taktstockes: Der Zyklus aller Beethoven-Sinfonien \u00fcbt auf Dirigenten aller Couleurs, Gustos und Generationen magische Anziehungskraft aus. Schon Toscanini, Furtw\u00e4ngler, Leibowitz und Klemperer haben ihn eingespielt. Herbert von Karajan war so besessen davon, dass er ihn gleich viermal (!) auf Tontr\u00e4ger verewigte \u2212 und dabei keineswegs immer \u00fcberzeugender wurde. Auch Claudio Abbado hat sich die Aufgabe zweimal vorgenommen. Die Liste weiterer Maestros mit einer Gesamtdeutung ist lang und umfasst Berufene und weniger berufene, Bedeutende und weniger bedeutende: Krips, Iwaki, Kuhn, von Dohn\u00e1nyi, Haitink, Masur, Br\u00fcggen, Goodman Norrington, Gardiner, Bernstein, Harnoncourt, Szell, Davis, Sawallisch, Kofman&#8230;<\/p>\n<p> Auch f\u00fcr die deutschen Rundfunkorchester geh\u00f6rt das Glaubensbekenntnis aller sp\u00e4terer Sinfonik zum festen Repertoire. So hat sich Stanislaw Skrowaczewski mit dem Rundfunk Sinfonieorchester Saarbr\u00fccken des Themas angenommen, und auf dem eigenen Label macht nun auch das Frankfurter hr-Sinfonieorchester unter der Leitung Hugh Wolffs seine Variante zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p> Zwei grosse Themen beherrschen die moderne Rezeption der Beethoven-Sinfonien. Zum einen kommt keiner, der sie heute einspielt, darum herum, sich mit der \u00fcberaus kontroversen Frage der Tempi zu befassen. Zum andern steht das Klangbild zur Diskussion: historisches oder modernes Instrumentarium ist die eine Entscheidung, die r\u00e4umliche Aufstellung des Orchesters die andere.<\/p>\n<p> Beethoven hat seine Sinfonien mit detaillierten Metronomangaben versehen, die ein teilweise aberwitziges Tempo nahelegen. Eine Lanze f\u00fcr ein solches brechen etwa Harnoncourt und Norrington. Wolff geht das Problem differenziert an. So ist er der \u00dcberzeugung, dass sich zahlreiche Metronomangaben nicht mit den in Worten beigef\u00fcgten italienischen Tempoumschreibungen vereinbaren lassen \u2212 etwa wenn in der dritten Sinfonie, der \u00abEroica\u00bb, ein Adagio assai laut Metronom mit 84 Vierteln pro Minute durcheilt werden sollte. Und in den Ends\u00e4tzen der f\u00fcnften und siebten Sinfonie scheinen ihm die Metronomangaben gar ein allzu gem\u00e4chliches Tempo zu suggerieren.<\/p>\n<p> Auch in Sachen Klang macht das Orchester Kompromisse. Es verwendet Naturh\u00f6rner und Naturtrompeten, aber moderne Streicher, diese allerdings nicht in opulenter Zahl. Die ersten und zweiten Violinen sitzen sich gegen\u00fcber und produzieren so \u00fcberraschende Stereoeffekte. Im Grossen und Ganzen wirkt das Klangbild des Orchesters dadurch gut durchh\u00f6rbar und differenziert und l\u00e4sst vor allem den Holzbl\u00e4sern Raum zur Entfaltung, ohne die Gleichgewichte zwischen den Registern zu gef\u00e4hrden. <\/p>\n<p> Ein Rundfunkorchester ist naturgem\u00e4ss ein gut eingespieltes Ensemble, und so kann man sich auch bei der Wolffschen Gesamtaufnahme an pr\u00e4zisem Zusammenspiel und subtiler Klangkultur erfreuen. Sie pr\u00e4sentiert nicht in erster Linie den heroischen Beethoven, sondern eher Seiten des Bonner Meisters, die ihm immer wieder mal abgesprochen worden sind: die Erfindung augekl\u00fcgelter Melodien und eine raffinierte Instrumentation. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p><em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"> hr-Sinfonieorchester, Hugh Woff (Leitung): Ludwig van Beethoven. Die Sinfonien. hr2 Kultur, hr-musik.de \/klassik, hrmk 039-07, <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.hr-online.de<\/a> <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.01.2008 &#8212; Als w\u00e4r&#8217;s der Heilige Gral des Taktstockes: Der Zyklus aller Beethoven-Sinfonien \u00fcbt auf Dirigenten aller Couleurs, Gustos und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-240","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=240"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/240\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}