{"id":241,"date":"2014-01-10T10:41:55","date_gmt":"2014-01-10T10:41:55","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/oscar-peterson-1925-2007-night-train\/"},"modified":"2014-01-10T10:41:55","modified_gmt":"2014-01-10T10:41:55","slug":"oscar-peterson-1925-2007-night-train","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/oscar-peterson-1925-2007-night-train\/","title":{"rendered":"Oscar Peterson (1925 &#8211; 2007): \u00abNight Train\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/071228peterson.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>28.12.2007 &#8212;<\/em> Die an dieser Stelle pr\u00e4sentierte Aufnahme ist f\u00fcr einmal weder neu noch unbekannt. Es handelt sich vielmehr um einen Klassiker aus den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts: \u00abNight Train \u2212 The Oscar Peterson Trio\u00bb ist eines der Alben, das den Ruf des \u00abandern\u00bb kanadischen Pianisten in die ganze Welt getragen hat: \u00c4hnlich wie Glenn Gould in der Welt der klassischen Musik hat sich der Jazzmusiker Oscar Peterson stets abseits der grossen Zentren seiner Branche bewegt, und \u00e4hnlich wie Gould war er ein harter und kompromissloser Arbeiter, der ein singul\u00e4res, hoch diszipliniertes und dennoch von Spielfreude f\u00f6rmlich durchtr\u00e4nktes Werk hinterlassen hat. Mit Glenn Gould verbindet ihn \u00fcberdies die Tatsache, dass er 1993 den Preis verliehen erhalten hat, der den Namen des Kollegen aus der klassischen Zunft tr\u00e4gt.<\/p>\n<p> Der Grund, dass es der Rezensent wieder hervorgeholt hat, ist der Tod Petersons. Er ist kurz vor Weihnachten (am 23. Dezember 2007) einem Nierenversagen erlegen \u2212 nachdem er sich nach einem schweren Schlaganfall im Jahr 1993 wieder so weit ins Musikleben zur\u00fcckgek\u00e4mpft hatte, dass er \u2212 wenn auch nicht in alter Frische \u2212 wieder konzertieren konnte.<\/p>\n<p> Eine Krankheit hatte ihn bereits ans Klavier gebracht. Eigentlich wollte er nach dem Vorbild von Louis Armstrong Trompeter werden. Daran hinderte ihn eine Tuberkulose. So nahm er halt mit den Tasten vorlieb. Angesichts der harmonischen Raffinesse, zu der er an dem Instrument f\u00e4hig war, muss man sich fragen, ob ihm sein K\u00f6rper da nicht einen Dienst erwiesen hat.<\/p>\n<p> Im Alter von vierzehn Jahren hat Peterson bereits seine eigene lokale Rundfunkshow, und 1949 entdeckt ihn der bedeutende Impresario Norman Granz, der ihm an einem seiner legend\u00e4ren \u00abJazz at the Philharmonic\u00bb-Konzerten in der New Yorker Carnegie Hall zum internationalen Durchbruch verhilft.<\/p>\n<p> Seine St\u00e4rken konnte Peterson am besten in kleinen Formationen ausspielen. So auch auf \u00abNight Train\u00bb, zusammen mit dem Bassisten Ray Brown und dem Schlagzeuger Ed Thigpen. Da spielt er bekannte Blues-Nummern wie \u00abC Jam Blues\u00bb, \u00abGeorgia On My Mind\u00bb oder \u00abEasy Does It\u00bb und entlockt dem Klavier dabei zugleich eine F\u00fclle an orchestralen Farben wie auch an energiereichen, perlenden und tanzenden Linien.<\/p>\n<p> Seine Improvisationen sind stets sowohl musikantisch als auch formal perfekt. Sie wirken frech, virtuos und dennoch aus einem Guss \u2212 als m\u00fcsste jeder Ton genau dort sein, wo er ihn hinsetzt. Alles ist Erfindung, nichts Routine, und jede Phrase hat eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit und Leichtigkeit, die den herausragenden Ausnahmek\u00f6nner ausmacht.<\/p>\n<p> Mit Oscar Peterson ist einer der ganz Grossen gestorben. Einer, der nicht Jazz, nicht Blues, nicht amerikanische Musik und nicht Klaviermusik gespielt hat, sondern ganz einfach Musik. Einer, der ein St\u00fcck Weltkulturerbe hinterlassen hat. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\">\u00abNight Train \u2212 The Oscar Peterson Trio\u00bb, 1963 Verve Records New York. Aufgenommen am 15. und 16. Dezember 1962 in Los Angeles. Produzent: Norman Granz.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.12.2007 &#8212; Die an dieser Stelle pr\u00e4sentierte Aufnahme ist f\u00fcr einmal weder neu noch unbekannt. 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