{"id":242,"date":"2014-01-10T10:43:21","date_gmt":"2014-01-10T10:43:21","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/thierry-lang-macht-aus-hirtenliedern-jazz\/"},"modified":"2014-01-10T10:43:21","modified_gmt":"2014-01-10T10:43:21","slug":"thierry-lang-macht-aus-hirtenliedern-jazz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/thierry-lang-macht-aus-hirtenliedern-jazz\/","title":{"rendered":"Thierry Lang macht aus Hirtenliedern Jazz"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/071215lyoba.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>14.12.2007 &#8212;<\/em> Der Freiburger Ranz des vaches (K\u00fchreihen) hat in der Schweizer Volksmusik eine Sonderstellung. Der ritualisierte Gesang, mit dem von Hirten seit Jahrhunderten K\u00fche eingetrieben werden, hat eine ungew\u00f6hnlich expressive und melancholische Qualit\u00e4t. Neben dem Wort \u00abloba\u00bb, einem keltischen Wort f\u00fcr \u00abKuh\u00bb, rufen die Hirten die Namen der K\u00fche, schildern in improvisierten Versen aber \u00fcberdies ihre Lebenserfahrungen. Damit hat der Gesang auch eine erdverbundene existentielle Seite. Da erstaunt es wenig, dass Jean-Jacques Rousseau bereits im 18. Jahrhundert ein Verbot erw\u00e4hnt, den Ranz des vaches in der N\u00e4he von Schweizer S\u00f6ldnern zu singen. Er weckte in den Soldaten Heimweh und l\u00e4hmte damit den Kampfgeist. Eine herausragende Rolle spielt der Ranz des vaches aber auch, weil er vom Freiburger Musiklehrer Joseph Bovet in den 1920er-Jahren mit einfachen und dennoch kunstvollen Bearbeitungen auf ein allgemeing\u00fcltiges Niveau gebracht worden ist.<\/p>\n<p> Wenn der Freiburger Jazzpianist Thierry Lang den Ranz des vaches als den Blues seiner Heimatregion bezeichnet, dann hat das also tats\u00e4chlich etwas f\u00fcr sich. Und dass der Vergleich mehr als ein Bonmot darstellt, beweist er auf der CD \u00abLyoba\u00bb gleich selber \u2212 mit Arrangements von Liedern Bovets und dessen Seelenverwandten Pierre Kaelin. In den Bearbeitungen der A-cappella-Lieder verzichtet Lang auf ein Schlagzeug, daf\u00fcr erg\u00e4nzt er Klavier und Kontrabass (Heiri K\u00e4nzig) um ein Celloquartett (Daniel Pezzotti, Andy Plattner, Daniel Schaerer, Ambrosius Huber), das den Charakter der M\u00e4nnerchors\u00e4tze widerspiegelt. Das Ensemble kontrastiert als Solist der Trompeter Matthieu Michel.<\/p>\n<p> Entstanden ist ein stilles, elegisches und kammermusikalisches Album, das jedem der f\u00fcnf gew\u00e4hlten Lieder und Langs eigenem \u00abNan\u00bb als Dreingabe einen eigenen Charakter verleiht. Einige werden von A-capella-S\u00e4tzen der Celli eingeleitet, in einigen entfaltet sich \u00fcber einem Liegeton melodischer Reichtum, aber auch Ankl\u00e4nge an die \u00c4sthetik des Tango nuevo finden sich oder an intime Formen der M\u00fasica Popular Brasileira \u2212 dank der Celli, die in dieser eine bedeutende Rolle spielen. Lang wie auch Michel geben sie Gelegenheit, ihre herausragenden F\u00e4higkeiten als Balladenspieler und klangbewusste Melodiker unter Beweis zu stellen. Aufgenommen worden ist die CD diesen Oktober \u2212 also erst gerade vor einigen Wochen \u2212 im Radiostudio Z\u00fcrich. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-s-black\">Thierry Lang: Lyoba, Musiques Suisses, MGB-NV3, <a href=\"http:\/\/www.musiques-suisses.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.musiques-suisses.ch<\/a><\/span><\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14.12.2007 &#8212; Der Freiburger Ranz des vaches (K\u00fchreihen) hat in der Schweizer Volksmusik eine Sonderstellung. 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