{"id":244,"date":"2014-01-10T10:44:51","date_gmt":"2014-01-10T10:44:51","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/das-duo-della-sibilla-besingt-neapel\/"},"modified":"2014-01-10T10:44:51","modified_gmt":"2014-01-10T10:44:51","slug":"das-duo-della-sibilla-besingt-neapel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/das-duo-della-sibilla-besingt-neapel\/","title":{"rendered":"Das Duo della Sibilla besingt Neapel"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/071117neapel.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>16.11.2007 &#8212;<\/em> Wer den zur Zeit sehr popul\u00e4ren portugiesischen Fado ins Herz geschlossen hat, der wird sich mit Sicherheit auch f\u00fcr die etwas weniger bekannte origini\u00e4re Tradition des neapolitanischen Liedes erw\u00e4rmen k\u00f6nnen, die in der instrumentalen Kolorierung und sogar in den Lauten der Sprache dem lusitanischen Gegenst\u00fcck sehr \u00e4hnlich ist. In der Grundstimmung der atlantischen, respektive mediterranen Liedtraditionen gibt es dennoch charakteristische Unterschiede: Ist der Fado von einer archaischen und erdenschweren Emphase gepr\u00e4gt, zeichnet sich das neapolitanische Lied durch bet\u00f6rende, ruhig atmende Sinnlichkeit und z\u00e4rtliche Traurigkeit aus. Zu entdecken gibt es diese Liedkunst, die Texte von hoher poetischer Kraft in intime Zwiegespr\u00e4che bringt, auf der CD \u00abMare, luna e d&#8217;intorni\u00bb, dem Mitschnitt eines Konzertes, welches das Duo della Sibilla am Festival La Folia (<a href=\"http:\/\/www.festival-la-folia.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.festival-la-folia.ch<\/a>) im Welschschweizer Rougemont realisiert hat.<\/p>\n<p> Das Duo besteht zum einen aus dem 1951 geborenen Tenor Luciano Catapano, der neben Gesang zahlreiche volkst\u00fcmliche Instrumente studiert und sich mehr und mehr in die Volksmusiktraditionen Italiens und des Balkans vertieft hat. Sein Partner Gino Evangelista ist weitgehend Autodidakt und ein intimer Kenner von Instrumenten wie der sardischen Launedda, der portugiesischen Viola oder der Mandoline.<\/p>\n<p> Die anr\u00fchrende Melancholie des neapolitanischen Liedes erkl\u00e4rt sich aus den geschichtlichen Hintergr\u00fcnden, die zu seiner Hochbl\u00fcte gef\u00fchrt haben, eine Zeit des politischen und wirtschaftlichen Unterganges: Anfang des 20. Jahrhunderts mussten sich die Neapolitaner damit abfinden, dass ihre Stadt von der Hauptstadt eines K\u00f6nigreiches zu einer Provinzstadt degradiert wurde und viele Bewohner aus wirtschaftlicher Not zur Emigration \u2212 vornehmlich in die USA \u2212 gezwungen waren. Diese trugen Ohrw\u00fcrmer wie \u00abO sole mio\u00bb in die ganze Welt. Je \u00e4rmer die Bev\u00f6lkerung wurde, umso mehr beschw\u00f6rten S\u00e4nger wie Gigli, Schipa oder Caruso die Sch\u00f6nheiten der Stadt.<\/p>\n<p> Die grossen, altbekannten Melodien l\u00e4sst das Duo della Sibilla (zum Gl\u00fcck) aus, die popul\u00e4rste Nummer ist eine in der Mitte des Rezitals eingeschobene, charmante Instrumentalversion von Rossinis \u00abDanza\u00bb. In seinem Konzert nimmt es aber die drei Hauptmotive der canzoni napoletane auf, das Meer als Symbol von Weggang und R\u00fcckkehr, den Mond als Begleiter von n\u00e4chtlichen Festen und nat\u00fcrlich Liebeswerben und -klage. Es lohnt sich dabei unbedingt die Texte, die im Booklet zu der Silberscheibe im Original sowie in englischer, deutscher und franz\u00f6sischer \u00dcbersetzung nebeneinander gestellt sind, mitzuverfolgen. Nicht nur, weil der urt\u00fcmliche neapolitanische Dialekt selbst f\u00fcr Italiener teils schwer zu verstehen ist, sondern auch, weil die Sprachpoesie dem Vortrag der beiden Musiker eine wichtige Dimension hinzuf\u00fcgt. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p><em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"> Il duo della Sibilla: Mare, luna e d&#8217;intorni, The Golden Age of Neapolitan Song, 2007 Claves Records 50-2618, Pully (Switzerland). <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.11.2007 &#8212; Wer den zur Zeit sehr popul\u00e4ren portugiesischen Fado ins Herz geschlossen hat, der wird sich mit Sicherheit auch&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-244","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=244"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/244\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}