{"id":2463,"date":"2015-07-28T09:09:44","date_gmt":"2015-07-28T09:09:44","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/07\/28\/kultur-und-staat-ii-public-private-partnership\/"},"modified":"2015-07-28T09:09:44","modified_gmt":"2015-07-28T09:09:44","slug":"kultur-und-staat-ii-public-private-partnership","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/07\/28\/kultur-und-staat-ii-public-private-partnership\/","title":{"rendered":"Kultur und Staat II: Public-Private Partnership"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>27.07.2015 &#8212; Public-Private Partnerships (PPP) werden seit einiger Zeit als ein Mittel betrachtet, in der Kulturfinanzierung die \u00f6ffentlichen Haushalte zu entlasten. Die Idee stammt historisch nicht aus der Branche. Urspr\u00fcnglich waren sie gedacht, um damit allgemeine Infrastrukturen zu stemmen. Die wichtigsten davon waren L\u00f6cher in der Erde: der Eurotunnel und die Londoner U-Bahn \u2012 beides ziemliche finanzielle Desaster. Es zeigt, dass Private keineswegs sogf\u00e4ltiger mit dem eigenen Geld umgehen als der Staat mit eingetriebenen Steuern, auch wenn dies Konservative immer wieder glauben machen wollen. In der Schweiz sind PPP ausserhalb der Kultur noch relativ rar, immerhin wird vom kantonalen Verwaltungszentrum \u00fcber Stadien (Bern Neufeld und Neuenburg), Kliniken und Pflegeheime bis zum Z\u00fcrcher Veloverleihsystem doch schon einiges in solchen Koproduktionen realisiert.<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>27.07.2015 &#8212; Public-Private Partnerships (PPP) werden seit einiger Zeit als ein Mittel betrachtet, in der Kulturfinanzierung die \u00f6ffentlichen Haushalte zu entlasten. Die Idee stammt historisch nicht aus der Branche. Urspr\u00fcnglich waren sie gedacht, um damit allgemeine Infrastrukturen zu stemmen. Die wichtigsten davon waren L\u00f6cher in der Erde: der Eurotunnel und die Londoner U-Bahn \u2012 beides ziemliche finanzielle Desaster. Es zeigt, dass Private keineswegs sogf\u00e4ltiger mit dem eigenen Geld umgehen als der Staat mit eingetriebenen Steuern, auch wenn dies Konservative immer wieder glauben machen wollen. In der Schweiz sind PPP ausserhalb der Kultur noch relativ rar, immerhin wird vom kantonalen Verwaltungszentrum \u00fcber Stadien (Bern Neufeld und Neuenburg), Kliniken und Pflegeheime bis zum Z\u00fcrcher Veloverleihsystem doch schon einiges in solchen Koproduktionen realisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Zusammenarbeit von Staat und Privaten gibt\u2019s in der Kulturf\u00f6rderung schon lange. Projekte werden in der Regel sowohl vom Staat als auch privaten Stiftungen mitfinanziert. Klassische PPP-Mechanismen sind etwa der Bau eines Geb\u00e4udes (Theater, Schule etc.) durch Private, die dieses an den Staat vermieten. Das scheint auch in der Kulturf\u00f6rderung unproblematisch, weil die Inhalte kaum tangiert werden. Heikler sind gemeinsame Finanzierungen mit privaten Sponsoren (nicht M\u00e4zenen), weil Sponsoring immer auf die Inhalte durchgreift: Es geht f\u00fcr den Sponsoren darum, etwas vom Glamour oder der Glaubw\u00fcrdigkeit kultureller Projekte auf sich selber zu transferieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Korrekterweise m\u00fcssten solche private Beteiligungen an Kulturprojekten \u00f6ffentlich ausgeschrieben werden, so wie andere Staatsprojekte auch. Geht nicht, sagen uns da bereits die \u00abRealisten\u00bb (oder die sich daf\u00fcr halten). Denn solche Projekte seien ideeller Natur, zu verdienen g\u00e4be es nix, und damit bewerbe sich keiner, der den Staatsb\u00fcrgern Gutes \u00a0tun will, denn er m\u00fcsste ja bereit sein, sich staatlichem Regiment unterzuordnen. Da verteilt er sein Spielgeld doch lieber in eigener Regie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">M\u00f6glich. Ohne es versucht zu haben, wissen wir es aber nicht. Auch mit Blick auf die Schwarmfinanzierung gab\u2019s \u00fcberaus skeptische Stimmen. Da w\u00fcrden bloss die popul\u00e4rsten und obefl\u00e4chlichsten der poul\u00e4ren und oberfl\u00e4chlichen Projekte eine Chance haben, wenn man den B\u00fcrger selber entscheiden lasse. Mittlerweile wissen wir: Es ist anders gekommen. Man untersch\u00e4tze nie Originalit\u00e4t, Gewissen und Gewissenhaftigkeit der Stimmb\u00fcrger \u2012 so lange das Grundvertrauen ins Funktionieren des Staates vorhanden ist.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>27.07.2015 &#8212; Public-Private Partnerships (PPP) werden seit einiger Zeit als ein Mittel betrachtet, in der Kulturfinanzierung die \u00f6ffentlichen Haushalte zu entlasten. Die Idee stammt historisch nicht aus der Branche. Urspr\u00fcnglich waren sie gedacht, um damit allgemeine Infrastrukturen zu stemmen. Die wichtigsten davon waren L\u00f6cher in der Erde: der Eurotunnel und die Londoner U-Bahn \u2012 beides ziemliche finanzielle Desaster. Es zeigt, dass Private keineswegs sogf\u00e4ltiger mit dem eigenen Geld umgehen als der Staat mit eingetriebenen Steuern, auch wenn dies Konservative immer wieder glauben machen wollen. In der Schweiz sind PPP ausserhalb der Kultur noch relativ rar, immerhin wird vom kantonalen Verwaltungszentrum \u00fcber Stadien (Bern Neufeld und Neuenburg), Kliniken und Pflegeheime bis zum Z\u00fcrcher Veloverleihsystem doch schon einiges in solchen Koproduktionen realisiert.<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-2463","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2463","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2463"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2463\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2463"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2463"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2463"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}