{"id":2582,"date":"2015-10-07T07:01:43","date_gmt":"2015-10-07T07:01:43","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/10\/07\/22-internationales-george-enescu-festival\/"},"modified":"2015-10-07T07:01:43","modified_gmt":"2015-10-07T07:01:43","slug":"22-internationales-george-enescu-festival","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/10\/07\/22-internationales-george-enescu-festival\/","title":{"rendered":"22. Internationales George Enescu Festival"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: x-small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/151007enescu.JPG\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"597\" height=\"337\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" \/><br \/><em>Der Saal des Bukarester Athen\u00e4um, eine der Spielst\u00e4tten des Enescu Festivals (Foto: Catalina Filip\/Enescu Festival)<\/em><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Mit Ovationen des mehr als dreitausend Seelen z\u00e4hlenden Publikums in der Grossen Halle des Palastes von Bukarest ging ein Konzert des Royal Concertgebouw Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons in Bukarest zu Ende. Damit endete sowohl die XXII. Ausgabe des diesj\u00e4hrigen Internationalen George Enescu Festivals, als auch die seit vierzehn Jahren bestehende \u00ab\u00c4ra Holender\u00bb des Anlasses.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: x-small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/151007enescu.JPG\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"597\" height=\"337\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" \/><br \/><em>Der Saal des Bukarester Athen\u00e4um, eine der Spielst\u00e4tten des Enescu Festivals (Foto: Catalina Filip\/Enescu Festival)<\/em><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>Mit Ovationen des mehr als dreitausend Seelen z\u00e4hlenden Publikums in der Grossen Halle des Palastes von Bukarest ging ein Konzert des Royal Concertgebouw Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons zu Ende. Damit endete sowohl die XXII. Ausgabe des diesj\u00e4hrigen Internationalen George Enescu Festivals, als auch die seit vierzehn Jahren bestehende \u00ab\u00c4ra Holender\u00bb des Anlasses.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>von Ana Popescu von B\u00fclow*<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">07.10.2015 &#8212; \u00ab\u00c4ra Holender\u00bb\u00a0wurde die Zeit der letzten sieben Ausgaben dieser Biennale genannt, der wohl bedeutendsten kulturellen Unternehmung Rum\u00e4niens auf nationaler Ebene, im Titel eines neu erschienenen Sammelbandes, als Reverenz vor der vortrefflichen Leistung des nun \u00fcberraschend scheidenden k\u00fcnstlerischen Festivalleiters Ioan Holender. Dem aus Temeschwar stammenden, vielfach gefragten Konzertdramaturgen, fr\u00fcher vor allem als langj\u00e4hriger Operndirektor in Wien bekannt, gelang es in der Tat in Rum\u00e4nien, in diesem von Widerspr\u00fcchen und Instabilit\u00e4t zerrissenen Land, das wiederum nach hoher Kunst und Kultur geradezu durstet, das Enescu Festival zu einem der gr\u00f6ssten seiner Art florieren zu lassen. Entscheidend hierzu war allemal auch die finanzielle Unterst\u00fctzung durch die Regierung, wie auch die Organisation durch ARTEXIM, eine Institution des rum\u00e4nischen Kultusministeriums mit Mihai Constantinescu an der Spitze.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"> Doch sei diese Entwicklung vor allem dem starken Interesse des Publikums im Konzertsaal sowie dem Radio- und Fernsehpublikum zu verdanken, betonte Ioan Holender immer wieder. Es sei kaum vorstellbar, dass anderswo in der Welt am selben Tag Konzerte am Nachmittag, am Abend und dann auch noch um 22.30 Uhr bis tief in die Nacht hinein so stark frequentiert werden und dies Tag f\u00fcr Tag, mehr als drei Wochen lang. Alle Abonnementreihen und Karten f\u00fcr die Konzerte des Festivals in Bukarest sowie in anderen St\u00e4dten wie Bra\u015fov, Sibiu, Timi\u015foara, Ia\u015fi, Ploie\u015fti oder Bac\u0103u seien sofort ausverkauft gewesen, so Holender. Seinen R\u00fccktritt gab er dem Publikum an dem Abend bekannt, als er eine seiner vielleicht gr\u00f6ssten Errungenschaften im Dienste des Festivals feiern durfte. Es gelang n\u00e4mlich, nach langj\u00e4hrigen Verhandlungen die Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle in Bukarest auftreten zu lassen.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"> Ioan Holender vers\u00e4umte dabei nicht, nun 60 Jahre nach George Enescus Tod, die Verbitterung dar\u00fcber zu \u00e4ussern, dass es gezwungenermassen in der erw\u00e4hnten Grossen Halle des Palastes geschehen musste, die 1961 f\u00fcr Parteikongresse gebaut wurde. Ein notwendig moderner und grosser Konzertsaal mit guter Akustik, der Kultur dieses Landes w\u00fcrdig, sei seit Jahren von der Politik immer wieder versprochen, bislang aber nicht einmal geplant worden. Zwar haben vor zwei Jahren Ingenieure die Akustik der Grossen Halle wesentlich verbessert, optimal ist sie aber noch lange nicht geworden. Es leuchtet ein, dass es auf lange Sicht nicht zumutbar sein kann, die gr\u00f6ssten Musiker der Welt einzuladen und dann f\u00fcr deren Auff\u00fchrungen keinen wirklich geeigneten Raum bieten zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>George Enescu mit Festival und Symposium geehrt<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Als erg\u00e4nzender Veranstaltungsort des Festivals entz\u00fcckt freilich das historische Athen\u00e4um, von Anfang an Sitz der rum\u00e4nischen Philharmonie, ein Kleinod der Architektur mit ausgezeichneter Akustik. Es wurde vor 125 Jahren gebaut \u2013 ein Jubil\u00e4um, das im Rahmen des Festivals mit der Neuerscheinung eines akribisch dokumentierten Bandes des unerm\u00fcdlichen Doyens rum\u00e4nischer Musikwissenschaft Viorel Cosma besonders gew\u00fcrdigt wurde. Der prunkvolle, runde Saal eignet sich mit seinen etwa 700 Pl\u00e4tzen besonders f\u00fcr die Musik, die bis oder um seine Entstehungszeit entstand sowie f\u00fcr Chor-, Kammerkonzerten oder Rezitale; die Nachtkonzerte mit alter Musik geh\u00f6ren darin zu den gelungensten \u00fcberhaupt. F\u00fcr die grossen Orchesterbesetzungen der Sp\u00e4t- und Postromantik ist das Atheneum allerdings zu klein, aber die \u00fcbrigen Auff\u00fchrungen bereichern das Programm, wie auch die akustisch ebenfalls gegl\u00fcckte Kleine Halle des Palastes, beliebt vor allem f\u00fcr Konzerte zeitgen\u00f6ssischer Musik, sowie die Aula des <em>Cantacuzino<\/em> Palastes, wo sich das <em>George Enescu Museum<\/em> und der rum\u00e4nische Komponistenverein befinden, und wo in Verbindung mit dem Festival das erlesene <em>Internationale musikwissenschaftliche Symposium George Enescu<\/em> stattfindet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">In der schon erw\u00e4hnten Bukarester poststalinistischen Grossen Halle des Palastes wirkte jedoch das Konzert der Berliner Philharmoniker durch eine gl\u00fcckliche dramaturgische F\u00fcgung wie ein Triumph der grossen, wahren Kunst gegen jegliche politische Unterdr\u00fcckung. Denn auf dem Programm stand, wie \u00fcbrigens auch in Berlin bei der Er\u00f6ffnung der aktuellen Konzertsaison, neben Benjamin Brittens vielgestaltigen <em>Variationen \u00fcber ein Thema von Frank Bridge<\/em>, die <em>4. Sinfonie<\/em> von Dmitri Schostakowitsch \u2013 jenes Werk, das der bei Stalin in Ungnade gefallene Komponist gezwungenermassen von der geplanten Moskauer Urauff\u00fchrung 1936 zur\u00fcckzog und erst ein Vierteljahrhundert sp\u00e4ter, 1961 zum ersten Mal erklang. In Bukarest gelang es nun Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern durch schiere Klangzauberei sogar die mangelhafte Akustik der Halle zu \u00fcberwinden und aus Schostakowitschs ergreifender Musik voller ersch\u00fctternder Klangbilder schliesslich ihre Botschaft vernehmen zu lassen, dass der Glaube an die innere Geistesfreiheit auch unter den widrigsten Umst\u00e4nden bis zum letzten Atemzug bewahrt werden muss.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Auch wenn es bei diesem besonderen Konzert aus der Reihe \u00abGrosse Orchester der Welt\u00bb seitens des Festivals keine Beeinflussung m\u00f6glich war, erwies sich das Programm dennoch als stimmig. Denn es war insgesamt eine inhaltliche Linie deutlich zu erkennen, mit einer starken Tendez zur grossen Musik XX. Jahrhunderts, fast immer einschliesslich der Werke von George Enescu, und dies nicht nur, um dem Namensgeber des Festivals zu huldigen, sondern auch, um seine Musik \u00fcber die Grenzen des Landes hinaus st\u00e4rker zu verbreiten und Neues aus seinem Nachlass zu entdecken. Rum\u00e4nische Ensembles und K\u00fcnstler sowie Preistr\u00e4ger des Enescu-Wettbewerbs sollten verst\u00e4rkt vertreten sein und in unterschiedlicher Besetzung zusammen mit renommierten Dirigenten, Ensembles und Solisten aus dem Ausland wirken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Dies war schon bei der berauschenden Er\u00f6ffnung deutlich, als das inzwischen hochprofessionelle rum\u00e4nische Jugendorchester zusammen mit dem vortrefflichen Chor der \u00abGeorge Enescu Philharmonie\u00bb und dem Kinderchor des Rum\u00e4nischen Rundfunks unter dem Taktstock von Kristjan J\u00e4rvi auftrat. Mit Sarah Chang als Solistin liessen sie Jean Sibelius\u2019 Violinkonzert wie ein Klangtraum aus fernen Gefilden entstehen und mit der Sopranistin Jennifer O\u2019Loughlin, dem Countertenor Max Emanuel Cen\u010di\u0107 sowie dem Bariton Levente Molnar in Carl Orffs Kantate <em>Carmina Burana<\/em> die packenden Rhythmen und Melodien aus suggerierten fernen Zeiten alle mitreissen. Enescus ewig frische erste <em>Rhapsodie op. 11<\/em> galt an dem Abend als stimmungsvoller Auftakt des gesamten Festivals.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>Rarit\u00e4ten von Enescu und rum\u00e4nische Erstauff\u00fchrungen<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Aus George Enescus Feder erklangen in diesem Jahr in prominenter Interpretation insgesamt mehr als 22 Werke, darunter manche Rarit\u00e4ten, einige erst aus dem Nachlass auff\u00fchrbar gemacht. Beispielsweise war seine impressionistisch gef\u00e4rbte sinfonische Dichtung <em>Vox Maris <\/em>op. 31 mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Zubin Mehta zu h\u00f6ren; Peter Ruzicka, der sich seit Jahren f\u00fcr die Musik von Enescu verdienstvoll einsetzt, dirigierte das Orchester der \u00abGeorge Enescu Philharmonie\u00bb mit der unvollendet gebliebenen <em>4. Sinfonie<\/em> in der Auff\u00fchrungsfassung von Pascal Bentoiu; der gigantischen Arbeit des Komponisten Bentoiu im Dienste von George Enescus Musik ist auch die filigrane Orchestrierung der sinfonischen Dichtung<em> Isis<\/em> nach den Skizzen des Autors zu verdanken, die Constantinos Carydis mit dem Bayerischen Staatsorchester auff\u00fchrte; Musiker der Staatskapelle Dresden spielten die in den letzten Lebensmonaten des Komponisten vollendete<em> Kammersinfonie <\/em>op. 33 f\u00fcr zw\u00f6lf solistische Instrumente, deren vier streng aufgebauten S\u00e4tze in einer aphoristischen Einheit geb\u00fcndelt sind. <\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Als eine besondere Auff\u00fchrung muss Enescus 3. Sinfonie durch das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vasily Petrenko erw\u00e4hnt werden, zusammen mit dem Chor der \u00abGeorge Enescu Philharmonie\u00bb, das von seinem Leiter Iosif Ion Prunner auch hierzu hervorragend vorbereitet wurde, wie ansonsten immer bei seinen zahlreichen Auftritten im Rahmen des Festivals.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Ein Kuriosum des Festivals bildeten zwei Erstauff\u00fchrungen von Schl\u00fcsselwerken des 20. Jahrhunderts, die eindeutig als Ereignisse von historischer Tragweite im Musikleben Rum\u00e4niens zu verstehen sind: Zum ersten Mal erklang nun in Bukarest<em> Elektra <\/em>von Richard Strauss im Konzert der Bayerischen Staatsoper, eindringlich dirigiert von Sebastian Weigle in einer ergreifenden Interpretation mit Agnes Baltsa als Klyt\u00e4mnestra, Elena Pankratova als Elektra, Ren\u00e9 Pape als Orest und Anne Schwanewilms als Chrysothemis. Ebenfalls eine rum\u00e4nische Erstauff\u00fchrung war Alban Bergs <em>Wozzeck<\/em>, ein ganzes Jahrhundert nachdem die Arbeit an das Werk begann und 90 Jahre nach seiner Berliner Urauff\u00fchrung. Dem Chor und dem Orchester der\u00a0\u00abGeorge Enescu Philharmonie\u00bb unter der Leitung des britischen Dirigenten Leo Hussain gelang eine zutiefst expressive, offenbarende <em>Wozzeck<\/em>-Auff\u00fchrung mit faszinierenden Solisten wie Michael Volle in der Titelrolle, Evelyn Herlizius als Marie, Arnold Bezuyen als Hauptmann und Martin Winkler als Doktor sowie mit Kindern aus dem rum\u00e4nischen Rundfunkchor einschliesslich des glockenklaren kleinen Soprans als Mariens Knabe. Leo Hussain, der vor zwei Jahren in Bukarest als Dirigent der rum\u00e4nischen Erstauff\u00fchrung von Sch\u00f6nbergs <em>Gurreliedern<\/em> kurzfristig einsprang und damit nicht nur den Abend rettete, sondern einen beachtlichen Triumph feierte, dirigierte in diesem Jahr in Bukarest ausser <em>Wozzeck<\/em> auch beide Opernauff\u00fchrungen von Enescus <em>Oedipe<\/em> \u2013 ein Meisterwerk, das er zuvor in Br\u00fcssel und demn\u00e4chst in London an dem Royal Opera House in Covent Garden in der Produktion von <em>La Fura dels Baus<\/em> mit der Inszenierung von von \u00c0lex Oll\u00e9 dirigieren wird.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>Es gibt noch viel zu entdecken<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Dass George Enescu ein grosser und \u00e4usserst komplexer Musiker mit charismatischer Pers\u00f6nlichkeit gewesen ist als Komponist, Dirigent, Geiger und P\u00e4dagoge, der die letzten Jahre seines Lebens fern seiner ersehnten Heimat verbringen musste und 1955 in Paris starb, das liess ihn eine Galionsfigur der rum\u00e4nischen Kultur von europ\u00e4ischem Format und universeller Tragweite werden. Dies war wohl\u00a0 entscheidend f\u00fcr die reiche Entwicklung der rum\u00e4nischen Musik, die er in Gang gesetzt hat und nach ihm folgte. Das Festival hat Kostproben davon in der Serie mit Konzerten zeitgen\u00f6ssischer Musik und das Niveau einiger der Komponisten aus verschiedenen Generationen sowie das breite Spektrum ihrer Kreativit\u00e4t gezeigt. Dabei muss man ahnen, dass noch viel zu entdecken w\u00e4re \u2013 von der Musik eines Mihail Jora, Constantin Silvestri, Theodor Rogalski, Paul Constantinescu oder Sigismund Todu\u021b\u0103, die hier kaum Erw\u00e4hnung fanden, \u00fcber Stefan Niculescu, Aurel Stroe, Tiberiu Olah, Anatol Vieru, Miriam Marb\u00e9, Cornel \u021a\u0103ranu, Pascal Bentoiu, Liviu Glodeanu, Octavian Nemescu, C\u0103lin Ioachimescu, Corneliu Dan Georgescu, Nicolae Br\u00e2ndu\u0219 oder Dan Buciu bis hin zu Adrian Iorgulescu, Doina Rotaru, Dan Dediu oder Livia Teodorescu-Cioc\u0103nea um nur einige Beispiele zu nennen. <\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Die Sch\u00e4tze aus der F\u00fclle der Musik, die rum\u00e4nische Komponisten nach Enescu geschrieben haben und weiterhin noch schreiben, verst\u00e4rkt und nachhaltig zu pflegen, w\u00e4re w\u00fcnschenswert f\u00fcr eine k\u00fcnftige Entwicklung des Enescu-Festivals. Der Bau eines neuen Konzertsaals in Bukarest hiesse sicherlich ein Zeichen zu setzten, dass man der Kultur in diesem Land einen Raum gibt f\u00fcr die Zukunft. Ob das wirklich geschehen wird, das bleibt eine offene Frage. Einen neuen k\u00fcnstlerischen Leiter des Festivals hat man noch nicht genannt, daf\u00fcr aber den k\u00fcnftigen Ehrenpr\u00e4sidenten: Zubin Mehta.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>Webseite des Festivals:<\/strong> <a href=\"festivalenescu.ro\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">festivalenescu.ro<br \/><\/a><em>*Ana Popescu von B\u00fclow ist freie Korrespondentin. Die Kosten ihres Aufenthaltes am Enescu Festival hat die K\u00f6lner Agentur Schimmer PR \u00fcbernommen.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0 <\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: x-small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/151007enescu.JPG\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"597\" height=\"337\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" \/><br \/><em>Der Saal des Bukarester Athen\u00e4um, eine der Spielst\u00e4tten des Enescu Festivals (Foto: Catalina Filip\/Enescu Festival)<\/em><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Mit Ovationen des mehr als dreitausend Seelen z\u00e4hlenden Publikums in der Grossen Halle des Palastes von Bukarest ging ein Konzert des Royal Concertgebouw Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons in Bukarest zu Ende. Damit endete sowohl die XXII. 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