{"id":260,"date":"2014-01-10T10:58:08","date_gmt":"2014-01-10T10:58:08","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/clara-haskil-und-mozarts-konzerte\/"},"modified":"2014-01-10T10:58:08","modified_gmt":"2014-01-10T10:58:08","slug":"clara-haskil-und-mozarts-konzerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/clara-haskil-und-mozarts-konzerte\/","title":{"rendered":"Clara Haskil und Mozarts Konzerte"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/070407haskil.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>07.04.2007 &#8212;<\/em> Clara Haskil gilt auch heute noch als eine singul\u00e4re Pianistin, die folgenden Generationen in Sachen Mozartspiel die Messlatte sehr, sehr hoch gesetzt hat. Die Rede ist dabei nicht von fingertechnischer Perfektion (die sie auch besass) oder klanglich-rhythmischer Brillanz, sondern von der F\u00e4higkeit, die Musik des Salzburger Meisters auf einzigartige Weise zum Sprechen zu bringen. So muss denn \u2013 hat man heutige Einspielungen im Ohr \u2013 bei den hier vorliegenden Aufnahmen von Mozarts Klavierkonzerten Nr. 19 und Nr. 24 aus den Jahren 1957 und 1956 radikal umgedacht werden.<\/p>\n<p> Nichts da mit der heute \u00fcblichen, klanglich auf brillante Perfektion getrimmten und rhythmisch unter Hochspannung stehenden Routine. Die Aufnahmen zweier Konzerte im Th\u00e9\u00e2tre de Beaulieu in Lausanne mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne unter Victor Desarzens wirken in ihrer sperrigen und herben Art auf moderne Ohren schon fast wie ein Schock: Zu h\u00f6ren ist ein Klavier, das \u2013 hat der Stimmer eine Auszeit genommen? \u2013 die buntesten Glockent\u00f6ne von sich gibt, dabei aber viel interessanter und lebendiger klingt als mancher Fl\u00fcgel des 21. Jahrhunderts. Auch das Orchesterklangbild t\u00f6nt so anders als gewohnt. Den Boden legt nicht der heute alles \u00fcberzuckernde Streicherschmelz, vielmehr scheint der Klang von den ungemein lebendigen und plastischen Bl\u00e4serpartien her aufgebaut, in die sich das Klavier Haskils wunderbar differenziert und harmonisch einf\u00fcgt.<\/p>\n<p> Einem Text des Haskil-Biografen J\u00e9r\u00f4me Spicket in dem Booklet ist zu entnehmen, dass die Aufnahmen aus urheberrechtlichen Gr\u00fcnden so lange Zeit unver\u00f6ffentlicht geblieben sind. Er h\u00e4tte sie gerne 1972 herausgegeben, nachdem sie ihm von den Schwestern der Pianistin in deren Appartement in Vevey vorgespielt worden waren, musste aber wegen \u00abden damals unl\u00f6sbaren Problemen mit den Rechten\u00bb darauf verzichten.<\/p>\n<p> Aufnahmen der beiden Konzerte Mozarts mit Haskil sind zwar in mehreren Varianten greifbar, mit Dirigenten wie Schuricht, Karajan, Hindemith und Klemperer, dennoch sind die Zeugnisse der beiden Konzerte in Lausanne bedeutende Dokumente, stammen sie doch aus den letzten Monaten, ja Wochen vor einer schweren Erkrankung, welche die Ausnahmepianistin monatelang zum Pausieren zwang und nach der sie nie wieder zur alten Kraft zur\u00fcckfand. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"><em>Clara Haskil, Orchestre de Chambre de Lausanne (Victor Desarzens (Leitung): Live Recordings, Mozart 19 &amp; 24, RSR Claves 50-2617<\/em> <\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>07.04.2007 &#8212; Clara Haskil gilt auch heute noch als eine singul\u00e4re Pianistin, die folgenden Generationen in Sachen Mozartspiel die Messlatte&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-260","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=260"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}