{"id":263,"date":"2014-01-10T11:00:21","date_gmt":"2014-01-10T11:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/thomas-quasthoffs-jazzalbum\/"},"modified":"2014-01-10T11:00:21","modified_gmt":"2014-01-10T11:00:21","slug":"thomas-quasthoffs-jazzalbum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/thomas-quasthoffs-jazzalbum\/","title":{"rendered":"Thomas Quasthoffs Jazzalbum"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/070223quasthoff.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>23.02.2007 &#8212;<\/em> Wenn K\u00fcnstler aus der klassischen Musik Ausfl\u00fcge in den Jazz unternehmen, ist h\u00e4ufig Skepsis oder gar Misstrauen angesagt. Die Vermutung, es k\u00f6nne sich um kalkulierte Selbstvermarktung handeln, wird unvermeidlich wach. Das \u00abJazzalbum\u00bb, das der Bassbariton Thomas Quasthoff in Zusammenarbeit mit dem deutschen Trompeter Till Br\u00f6nner vorlegt, zerstreut derartige Bedenken jedoch schnell. Das unaffektierte und von der Songauswahl sehr pers\u00f6nlich angelegte Album wirkt authentisch und in keiner Art anbiedernd.<\/p>\n<p> Die Auswahl der Songs umfasst unter anderem Klassiker von Gershwin (\u00abThere\u2019s A Boat That\u2019s Leavin\u2019\u00bb, \u00abThey All Laughed\u00bb), Stevie Wonder (\u00abYou And I\u00bb), Loewe (\u00abI\u2019ve Grown Accostumed To Her Face\u00bb), Rodgers (\u00abMy Funny Valentine\u00bb) und Ellington (\u00abIn My Solitude\u00bb) sowie die deutsche Nummer \u00abEins und eins, das macht zwei\u00bb von Charlie Niessen, die einer zweiten CD mit deutschen Titeln entstammt. <\/p>\n<p> Dass Till Br\u00f6nner ohne Abstriche bei der k\u00fcnstlerischen Klasse mehrheitsf\u00e4hige Musik zu produzieren vermag, hat er auch anderswo schon unter Beweis gestellt. Viel zum Charme der Aufnahmen mit Quasthoff tragen \u00fcberdies die hervorragenden Big-Band- und Orchester-Arrangements aus den Federn des Pianisten Alan Broadbent und der Dirigentin Nan Schwartz bei, und nat\u00fcrlich die geballte musikantische Spielfreude von Gr\u00f6ssen wie dem Drummer Peter Erskine und dem Bassisten Dieter Ilg als zuverl\u00e4ssigem Kern der Rhythm Section sowie dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin. <\/p>\n<p> Die Seriosit\u00e4t des Projektes und die brillanten Mitspieler auf dem Set k\u00f6nnen allerdings nicht dar\u00fcber hinweg t\u00e4uschen, dass das Album mit dem vollst\u00e4ndigen Titel \u00abThe Jazzalbum. Watch What Happens\u00bb vor allem eine durchaus sympathische Absichtserkl\u00e4rung des S\u00e4ngers darstellt. Seiner tiefen, metallisch gef\u00e4rbten Stimme fehlt die zugleich intime und opulente Sinnlichkeit, die m\u00e4nnlichen Jazzs\u00e4ngern in diesem Register in der Regel eigen ist. Quasthoffs doch recht enges Repertoire an jazztypischen individuellen Ausdrucksmitteln \u2013 gehaltene T\u00f6ne belebt er in den meisten F\u00e4llen auf vorhersehbare Weise bloss mit einem abschliessenden Vibrato \u2013 wirkt bald einmal recht monoton. Und sein akademisch korrektes, in den Vokalen aber doch etwa hell klingendes Englisch l\u00e4sst auch nicht unbedingt Club- oder Showb\u00fchnen-Atmosph\u00e4re aufkommen. <\/p>\n<p> Es kann aber durchaus auch sein, dass die Aufnahmetechnik, welche die Stimme im Vergleich zum orchestralen Hintergrund eher zu nahe und etwas trocken klingen l\u00e4sst, die Schw\u00e4chen des Gesangs betont und die zweifelsohne auch vorhandenen St\u00e4rken des in seinem angestammten Gebiet sehr wendigen S\u00e4ngers bricht. M\u00f6glicherweise h\u00e4tten ein paar weibliche Backgroundstimmen diese vokale Einf\u00f6rmigkeit aufzubrechen vermocht. <\/p>\n<p> So oder so macht die hochklassige und originelle Produktion neugerig auf die weitere Entwicklung Quasthoffs fern von Schubert-Liederzyklen und Wagner-Opern. <em>(wb)<\/em> <\/p>\n<p> <span style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-s-black\">Thomas Quasthoff: \u00abThe Jazzalbum. Watch What Happens\u00bb, Produziert von Til Br\u00fcnner, mit Alan Broadbent, Frank Chastenier, Peter Erskine, Dieter Ilg, Chuck Loeb, Karl Schloz u. a., Deutsche Grammophon 477 6644.<\/span><\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23.02.2007 &#8212; Wenn K\u00fcnstler aus der klassischen Musik Ausfl\u00fcge in den Jazz unternehmen, ist h\u00e4ufig Skepsis oder gar Misstrauen angesagt.&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-263","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=263"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}