{"id":2639,"date":"2015-11-10T09:54:17","date_gmt":"2015-11-10T09:54:17","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/11\/10\/suisa-attacke-mit-durchsetzungs-interpellation\/"},"modified":"2015-11-10T09:54:17","modified_gmt":"2015-11-10T09:54:17","slug":"suisa-attacke-mit-durchsetzungs-interpellation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/11\/10\/suisa-attacke-mit-durchsetzungs-interpellation\/","title":{"rendered":"Suisa-Attacke mit Durchsetzungs-Interpellation"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>06.11.2015 &#8212; Der Tessiner Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri f\u00fchrt einen recht einsamen parlamentarischen Kampf gegen die Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr die Rechte der Urheber musikalischer Werke (Suisa). Im Juni 2014 hat er eine Interpellation eingereicht, f\u00fcr die er gerademal seine Lega-Kollegin Roberta Pantani als Mitunterzeichnerin hat gewinnen k\u00f6nnen. Er k\u00e4mpft dagegen, dass die Suisa das franz\u00f6sische Yacast-System zur Erhebung von gespielten Titeln in Diskotheken einsetzt. Es handelt sich dabei um eine Box, die in den Raum horcht, St\u00fccke erkennt und zur Abrechnung notiert. Der Bundesrat hat sich hinter den Entscheid der Suisa gestellt und die Interpellation abgeschrieben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler <br \/><\/em><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>06.11.2015 &#8212; Der Tessiner Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri f\u00fchrt einen recht einsamen parlamentarischen Kampf gegen die Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr die Rechte der Urheber musikalischer Werke (Suisa). Im Juni 2014 hat er eine Interpellation eingereicht, f\u00fcr die er gerademal seine Lega-Kollegin Roberta Pantani als Mitunterzeichnerin hat gewinnen k\u00f6nnen. Er k\u00e4mpft dagegen, dass die Suisa das franz\u00f6sische Yacast-System zur Erhebung von gespielten Titeln in Diskotheken einsetzt. Es handelt sich dabei um eine Box, die in den Raum horcht, St\u00fccke erkennt und zur Abrechnung notiert. Der Bundesrat hat sich hinter den Entscheid der Suisa gestellt und die Interpellation abgeschrieben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Nun doppeln Quadri und seine Mitunterzeichnerin Pantani mit einer weiteren Interpellation nach. Viel Neues f\u00fchrt Quadri allerdings nicht ins Feld. Er fragt etwa, weshalb die Suisa die Lokale nicht nennt, in denen die Boxen eingesetzt werden. Etwas Recherche h\u00e4tte dies von selber beantwortet: Um Manipulationen vorzubeugen, bleibt gar nichts anderes \u00fcbrig. Unterhaltungswert hat daf\u00fcr seine letzte Teilfrage: Ob es normal sei, dass die Suisa italienischsprachige Fragen auf Englisch beantworte? Wohl wirklich ein Fauxpas. Oder eher ein Fauxpaleinchen, um mal eine skurrile Wortneusch\u00f6pfung zu wagen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Das Monitoringsystem Yacast ist Work in Progress. Es wird auch von der deutschen Gema eingesetzt. Die Diskussionen rund um die Erfassung gespielter Titel zwecks Aussch\u00fcttung von Tantiemen ist aber generell eine trickreiche Sache. Sollte wirklich alles und jedes erfasst werden, das heisst auch Samples, Titel unabh\u00e4ngiger K\u00fcnstler und Kleinverlage und so weiter, m\u00fcsste ein Lokalbetreiber einen absurden Papierkleinkrieg absolvieren. Genau dies sollen Systeme wie Yacast verhindern. Allerdings sind sie (noch) nicht in der Lage, alle Feinheiten von Playlists eins zu eins abzubilden. Ihre Tiefensch\u00e4rfe ist begrenzr, das heisst, die bekanntesten Titel (in der Regel solche globaler Multis) werden problemlos erfasst, Randst\u00e4ndiges m\u00f6glicherweise \u00fcberh\u00f6rt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Die Konsequenz: Man muss mit so etwas wie einer faktischen Prozenth\u00fcrde f\u00fcr Urheberrechte leben k\u00f6nnen. Diejenigen, deren Anspr\u00fcche an Tantiemen sich eh bloss im Rappenbereich oder niederen Frankenbereich bewegen d\u00fcrften \u2012 die Anbieter im sogenannten Long Tail \u2012, gehen weitgehend leer aus. Daraus ergibt sich zugegebenermassen ein eher prinzipielles als pekuni\u00e4r wirklich folgenreiches Gerechtigkeitsproblem. Es ist der Preis f\u00fcr weniger B\u00fcrokratie im Musikgesch\u00e4ft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Man kann sich auch fragen, ob parlamentarischer Leerlauf (eine Art \u00abDurchsetzungs-Interpellation\u00bb zu einem Low-Interest-Thema zu kreieren) das Kl\u00e4ren auch noch der letzten Details einer technischen Frage rechtfertigt. Wie hoch sind die Verwaltungskosten f\u00fcr das Yacast-System, fragt Quadri etwa auch noch. Wie hoch sind die Kosten der Beantwortung solcher Fragen im Parlament? Fragt man sich dann auch noch.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>06.11.2015 &#8212; Der Tessiner Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri f\u00fchrt einen recht einsamen parlamentarischen Kampf gegen die Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr die Rechte der Urheber musikalischer Werke (Suisa). Im Juni 2014 hat er eine Interpellation eingereicht, f\u00fcr die er gerademal seine Lega-Kollegin Roberta Pantani als Mitunterzeichnerin hat gewinnen k\u00f6nnen. Er k\u00e4mpft dagegen, dass die Suisa das franz\u00f6sische Yacast-System zur Erhebung von gespielten Titeln in Diskotheken einsetzt. Es handelt sich dabei um eine Box, die in den Raum horcht, St\u00fccke erkennt und zur Abrechnung notiert. 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