{"id":265,"date":"2014-01-10T11:02:20","date_gmt":"2014-01-10T11:02:20","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/yundi-li-konzerte-von-liszt-und-chopin\/"},"modified":"2014-01-10T11:02:20","modified_gmt":"2014-01-10T11:02:20","slug":"yundi-li-konzerte-von-liszt-und-chopin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/yundi-li-konzerte-von-liszt-und-chopin\/","title":{"rendered":"Yundi Li: Konzerte von Liszt und Chopin"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/070125li.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>26.01.2007 &#8212;<\/em> Der junge chinesische Pianist Yundi Li sieht sich beim Aufbau seiner Karriere im Spannungsfeld von mehreren \u2013 teils heftigen \u2013 Kontroversen in der Welt der klassischen Musik. Zum einen verk\u00f6rpert er neben Lang Lang den aufstrebenden Typ des Supervirtuosen aus dem Reich der Mitte mit einer technischen Souver\u00e4nit\u00e4t, wie sie bislang nur grosse Ausnahmek\u00f6nner in dem Gesch\u00e4ft eigen war. Dabei kniet es sich gleich ins grosse romantische Repertoire. Die hierzulande \u00fcbliche Ochsentour durch die barocke und klassische Literatur, mit der sich der \u00abseri\u00f6se\u00bb Nachwuchs zun\u00e4chst ein bequemes Polster an k\u00fcnstlerischer Glaubw\u00fcrdigkeit zulegt, l\u00e4sst er aus \u2013 mit einer kleinen Ausnahme: Auf einer Rezital-CD hat er allerdings auf das Mozart-Jahr hin neben einem Werk von Liszt auch Mozarts Sonate KV 330 und Scarlatti-Pi\u00e8cen eingespielt.<\/p>\n<p> Zum andern hat er im Jahr 2000 als j\u00fcngster Sieger in der Geschichte in Warschau den renommierten, aber auch ber\u00fcchtigten Internationalen Chopin-Wettbwerb gewonnen. Erstmals nach 15 Jahren (will sagen nach drei Durchf\u00fchrungen) wurde dabei mal wieder die Goldmedaille vergeben.<\/p>\n<p> Der Chopin-Wettbewerb steht immer wieder im Verdacht, Prot\u00e9g\u00e9s von Jury-Mitgliedern zu bevorzugen. So trat etwa 1980 Martha Argerich aus Protest gegen das Ausscheiden Ivo Pogorelichs aus dem Gremium aus. Den damaligen Gewinner kennt man heute nicht einmal mehr dem Namen nach, was man von Pogorelich nun wirklich nicht behaupten kann. Auch die bislang letzte Auflage des Wettbewerbs im Jahr 2005 war von polemischen Nebent\u00f6nen begleitet. In der polnischen Presse heftig kritisiert wurde vor allem das Ausscheiden der Teilnehmerin Aleksandra Mikulska, die in der Jury keinen \u00abBetreuer\u00bb hatte. Sie erhielt aus Protest einen von der Pianistin Barbara Bukowska gestifteten inoffiziellen Trostpreis.<\/p>\n<p> Solche Rahmenbedingungen sind einer lupenreinen Virtuosenkarriere nicht unbedingt f\u00f6rderlich. Der Gewinn des Warschauer Wettbewerbs brachte Yundi Li aber immerhin einen Vertrag mit der Deutschen Grammophon ein, f\u00fcr die er bereits mehrere CD \u2013 vor allem mit Werken von Chopin und Liszt \u2013 eingespielt hat. Auf der j\u00fcngsten Aufnahme pr\u00e4sentiert er sich erstmals mit Orchester und mit dem ersten Klavierkonzert Chopins, mit dem er 2000 auch in Warschau angetreten war. Auf der vorliegenden Aufnahme wird Li vom Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Andrew Davis begleitet. Die Einspielung ist im Juli 2006 im Londoner Watford Colosseum realisiert worden.<\/p>\n<p> Gleich in den ersten Takten des im Vergleich zum eher lyrischen Chopin-Konzert recht kurzen, aber leidenschaftlichen Liszt-Werk macht Li klar, dass er die Klaviertechnik im Traum beherrscht und auch \u00fcber einen starken gestalterischen Willen verf\u00fcgt. Dennoch bewegt sich die Wiedergabe der beiden romantischen Pi\u00e8ces de resistance in recht konventionellen Bahnen. Da ist man gespannt, in welche Richtung die zweifelsohne \u00fcberaus begabte Nachwuchshoffnung sich in den kommenden Jahren bewegen wird. <em>(wb)<\/em> <\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><em> <span class=\"txt-s-black\">Yundi Li (Klavier), Philharmonic Orchestra (Leitung Andrew Davis): Franz Liszt Klavierkonzert Nr.1, Fr\u00e9d\u00e9ric Chopin, Klavierkonzert Nr. 1, Deutsche Grammophon 477 6402<\/span><\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>26.01.2007 &#8212; Der junge chinesische Pianist Yundi Li sieht sich beim Aufbau seiner Karriere im Spannungsfeld von mehreren \u2013 teils&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-265","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=265"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/265\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}