{"id":2658,"date":"2015-11-23T15:03:30","date_gmt":"2015-11-23T15:03:30","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/11\/23\/13-symposium-der-schweizerischen-gesellschaft-fuer-musik-medizin\/"},"modified":"2015-11-23T15:03:30","modified_gmt":"2015-11-23T15:03:30","slug":"13-symposium-der-schweizerischen-gesellschaft-fuer-musik-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2015\/11\/23\/13-symposium-der-schweizerischen-gesellschaft-fuer-musik-medizin\/","title":{"rendered":"SMM-Symposium \u00abStress und Musizieren\u00bb"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2015\/151123smm.jpg\" border=\"0\" width=\"515\" height=\"355\" style=\"vertical-align: baseline;\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: x-small;\"><em>SMM-Pr\u00e4sidentin Martina Berchtold-Neumann schickt ihr Publikum im Workshop<br \/> zur Burn-out-Pr\u00e4vention auf innere Reisen. (Bild: Codex flores)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">23.11.2015 &#8212; Lampenfieberforschung und Burn-out-Pr\u00e4vention. Dies waren zwei der zentralen Themen am 13. Symposium der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musik-Medizin (SMM) im Grossen Saal der Musik-Akademie Basel zum Thema \u00abStress und Musizieren\u00bb.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span>Stell\u2018 dir das Publikum nackt vor. Nerv\u00f6sen Deb\u00fctierenden ist in der Musikausbildung oft so ein Ratschlag mitgegeben worden, wenn sie mit Auftritts\u00e4ngsten k\u00e4mpften. Das wirkt in der Regel auch. Die Strategien zur Bek\u00e4mpfung von Auftritts\u00e4ngsten sind heute aber wesentlich differenzierter. Sie bedienen sich mehrheitlich derselben Taktik: Es gilt, bedeutungsschweren Aufgaben und Anspannungen mit Humor etwas von ihrer emotionalen Sch\u00e4rfe zu nehmen. Eine ganze Reihe solcher Vorgehensweisen explizierte die M\u00fcnchner Pianistin und Musikpsychologin Adina Mornell am Symposium der SMM, das heuer dem Thema \u00abStress und Musizieren\u00bb gewidmet war und mit knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einmal mehr \u00fcberaus gut besucht war. Scheinbar unl\u00f6sbare, be\u00e4ngstigende Aufgaben in l\u00f6sbare und lustvolle zu verwandeln, schien dabei das Grundmuster. Unklare Ziele m\u00fcssten etwa, so Mornell, durch klare Teilziele ersetzt werden. Zu hohen Selbstanspr\u00fcchen wiederum k\u00f6nne durch \u00abSelbstbehinderungen\u00bb die Spitze gebrochen werden: Extra weniger \u00fcben als m\u00f6glich sei zum Beispiel geeignet, sich nach Fehlern sagen zu k\u00f6nnen, man h\u00e4tte es ja besser gekonnt, wenn man nur\u2026<\/span><\/p>\n<p><span>\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Verbreitete Lampenfieber-Mythen r\u00fcckte Horst Hildebrandt vom Schweizerischen Hochschulzentrum f\u00fcr Musikphysiologie ins rechte Licht. In Training und Beratung angehender Berufsmusiker mache man an den Musikhochschulen die Erfahrung, dass sehr viel, was Studierende zun\u00e4chst als schicksalhafte Auftritts\u00e4ngste erlebten, von weitaus den meisten mit geeigneten Mitteln des Selbstmanagements selber in den Griff bek\u00e4men. Nur sehr wenige der Ratsuchenden bed\u00fcrften tats\u00e4chlich eines pers\u00f6nlichen Coachings oder gar einer Therapie. Hilfreich sei es, so Hildebrandt sinngem\u00e4ss, sich bewusst zu werden, dass die meisten Begleiterscheinungen von Lampenfieber \u2012 Schwitzen, Herzklopfen, Einengung des Horizontes und so weiter \u2012 v\u00f6llig normale Reaktionen auf ein \u00f6ffentliches Ausgestelltsein darstellten. Letzteres werde evolution\u00e4r als Gefahrensituation beurteilt und der K\u00f6rper entprechend mobilisiert. Es gehe also nicht darum, solche Reaktionen zum Verschwinden zu bringen, sondern Techniken zu entwickeln, sich von ihnen nicht behindern zu lassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Praktische Strategien gegen \u00c4ngste, Stress und \u00dcberbeanspruchung boten zwei Workshops. Die SMM-Pr\u00e4sidentin Martina Berchtold-Neumann demonstrierte Hypnosetechniken und schickte ihr Publikum auf eine innere Reise \u2012 gef\u00fchlte f\u00fcnf Minuten lang, w\u00e4hrend in Tat und Wahrheit zwanzig verstrichen. Und die Psychotherapeutin Ines Schweizer thematisierte die Angst vor der Angst, will sagen dem Lampenfieber, dass dieses erst zerst\u00f6rerisch werden l\u00e4sst. Wird man sich bewusst, dass sich Auftritts\u00e4ngste auf zahlreichen Ebenen \u2012 den Gedanken, Gef\u00fchlen und dem K\u00f6rper \u2012 \u00e4ussern, wird es m\u00f6glich, diese auch produktiv zu nutzen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Der Kardiologe Sebastian Kerber wies in einem \u00fcberaus humorvollen Beitrag darauf hin, dass der Fokus mit Blick auf Musiker-Erkankungen zu Unrecht fast ausschliesslich auf dem Skelett und dem Nervensystem liegt. Dabei werde das Herz-Kreislaufsystem vernachl\u00e4ssigt. Musik ist in buchst\u00e4blicher Art auch eine \u00abHerzensangelegenheit\u00bb: Zur gesamtheitlichen Gesundheitsvorsorge von Musikern geh\u00f6rt deshalb genauso auch die Diagnose von Blutdruck und Herzrhythmusst\u00f6rungen. Auch in dieser Hinsicht lassen sich pr\u00e4ventiv Massnahmen definieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Der Z\u00fcrcher Psychologe Victor Candia wies schliesslich darauf hin, dass wir sehr viele Bewegungsmuster lernern, ohne uns dessen bewusst zu sein. Viel virtuoses K\u00f6nnen, etwa das Halten von Gleichgewicht beim Gehen, provoziert keinerlei mentalen Stress. Ganz anders im Falle des Musizierens, das wir bewusst erlernen m\u00fcssen und das deshalb Quelle von mentaler Anspannung ist, die wiederum physischen Stress nach sich zieht. Hervorragend organisiert war das Symposium einmal mehr von der SMM-Gr\u00fcnderin Pia Bucher und gewohnt souver\u00e4n moderiert vom Tessiner Arzt Adrian Sury.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>Stress und Musizieren Ursachen \u2013 Pr\u00e4vention &#8211; Bew\u00e4ltigung, 13. Symposium der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musik-Medizin SMM und der Schweizerischen Interpretenstiftung SIS, 24. Oktober 2015, Musik-Akademie Basel.<\/em><br \/><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SMM-Pr\u00e4sidentin Martina Berchtold-Neumann schickt ihr Publikum im Workshop zur Burn-out-Pr\u00e4vention auf innere Reisen. 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