{"id":266,"date":"2014-01-10T11:03:00","date_gmt":"2014-01-10T11:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/natasha-korsakova-opera-fantasies\/"},"modified":"2014-01-10T11:03:00","modified_gmt":"2014-01-10T11:03:00","slug":"natasha-korsakova-opera-fantasies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/natasha-korsakova-opera-fantasies\/","title":{"rendered":"Natasha Korsakova: \u00abOpera Fantasies\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/070112korsakova.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>12.01.2007 &#8212;<\/em> Wenn eine Musikerin einen solchen Namen tr\u00e4gt, dann stellt sich nat\u00fcrlich sofort <em>die<\/em> Frage. Um das gleich abzuhaken: Ja, Natasha Korsakova <em>ist<\/em> mit Nikolaj Rimskij-Korsakov verwandt, wenn auch \u00fcber mehrere Ecken: Sie ist eine Ururgrossnichte des Komponisten. Weitaus bedeutender jedoch ist die Tatsache, dass sie als Geigerin ihr fr\u00fch erkanntes Talent buchst\u00e4blich in die H\u00e4nde ihres Grossvaters Boris Korsakov und ihres Vaters Andrej Korsakov, eines fr\u00fch verstorbenen Violinvirtuosen, legen konnte. Ihr Spiel zeugt damit auch von der tiefen Verwurzelung in der authentischen russischen Virtuosenschule des 20. Jahrhunderts. Ihr K\u00f6nnen perfektionierte sie bei Ulf Klausenitzer in N\u00fcrnberg und Saschko Gawriloff in K\u00f6ln.<\/p>\n<p> Mit der CD \u00abOpera Fantasies\u00bb best\u00e4tigt sie ihre k\u00fcnstlerische Herkunft ebenso, wie sie sich davon emanzipiert: Versammelt sind hier n\u00e4mlich keineswegs bloss Schaust\u00fccke zum Z\u00fcnden geigerischer Feuerwerke, vielmehr ist eine Tour d\u2019Horizon durch die Kunst der geistreichen Bearbeitung von Opernklassikern angesagt, welche die Nachfahrin eines Tonsch\u00f6pfers, der selber 15 Opern verfasst hat, mit aller k\u00fcnstlerischer Ernsthaftigkeit begegnet.<\/p>\n<p> Der Bogen reicht dabei von Henri Vieuxtemps klassischer Fantaisie brillante \u00fcber Themen aus Verdis \u00abErnani\u00bb und Franz Drdlas ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammender Fantasie \u00fcber Offenbachs \u00abHoffmanns Erz\u00e4hlungen\u00bb bis zur anachronistischen Wiederaufnahme der Bearbeitungstradition durch den 1937 geborenen russischen Geiger Igor Frolov. Ihm verdanken wir eine farbige Konzertfantasie \u00fcber Gershwins \u00abPorgy and Bess\u00bb.<\/p>\n<p> In allen klanglichen Farben und Formen schillert auch Castelnuovo-Tedescos \u00fcberaus witzige Rossini-Fantasie mit Motiven aus \u00abFigaro\u00bb und \u00abDer Barbier von Sevilla\u00bb. Schliesslich finden sich auf der CD eine Fantasie \u00fcber Verdis \u00abTraviata\u00bb aus der Feder des 1897 in Mailand verstorbenen Antonio Bazzini und eine Suite von Bearbeitungen der erw\u00e4hnten Gershwin-Oper durch Jascha Heifetz. Drdlas und Bazzinis Fantasien sind laut Angaben auf dem CD-Cover erstmals \u00fcberhaupt auf Tontr\u00e4ger eingespielt worden.<\/p>\n<p> Natasha Korsakova verf\u00fcgt \u00fcber ein hoch differenziertes klangliches und gestalterisches Repertoire und zwingt ihr Publikum mit ihrem kompromisslosen Spiel zum aufmerksamen Zuh\u00f6ren, ohne je in anbiedernde Sentimentalit\u00e4ten zu verfallen. Die St. Petersburger Pianistin Kira Ratner ist der jungen Russin eine kongeniale Partnerin. <\/p>\n<p> Das zugleich disziplinierte und hochsensible Spiel Korsakovas macht neugierig, wie sie ein in einer \u00e4hnlichen Virtuosentradition stehendes St\u00fcck angehen w\u00fcrde \u2013 Ravels \u00abTzigane\u00bb. Die beiden m\u00fcssten ein explosives Duo ergeben, aber im Repertoire scheint die junge Virtuosin das St\u00fcck (noch) nicht zu f\u00fchren. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-s-black\">Natasha Korsakova (Violine), Kira Ratner (Klavier): Opera Fantasies, Solo SM 101.<\/span><\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.01.2007 &#8212; Wenn eine Musikerin einen solchen Namen tr\u00e4gt, dann stellt sich nat\u00fcrlich sofort die Frage. 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