{"id":269,"date":"2014-01-10T11:05:18","date_gmt":"2014-01-10T11:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/wissenswertes-zum-liedgut-des-mittelalters\/"},"modified":"2014-01-10T11:05:18","modified_gmt":"2014-01-10T11:05:18","slug":"wissenswertes-zum-liedgut-des-mittelalters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/wissenswertes-zum-liedgut-des-mittelalters\/","title":{"rendered":"Wissenswertes zum Liedgut des Mittelalters"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/061201manesse.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>01.12.2006 &#8212;<\/em> Jazzmusiker schleppen gerne wuchtige, meist ringgeheftete W\u00e4lzer mit sich herum, in denen sich zu jedem nur erdenklichen Standard der gehobenen popul\u00e4ren Musik ein Notenblatt findet. Eine der beliebtesten dieser h\u00e4ufig \u00abFakebooks\u00bb genannten Sammlungen ist zum Great American Songbook geworden, welches das kanonische Song-Repertoire der amerikanischen Jazz- und Show-Literatur umfasst. Eine solche Sammlung ist auch aus dem deutschen Mittelalter \u00fcberliefert: Das \u00abGreat Medieval Fakebook\u00bb ist unter dem Titel Codex Manesse bekanntgeworden, wird aber gerne auch als Grosse Heidelberger Liederhandschrift bezeichnet.<\/p>\n<p> Den Namen verdankt die Kollektion aus 5240 Liedstrophen von insgesamt 140 verschiedenen Dichtern der Z\u00fcrcher Familie Manesse. Der 1304 verstorbene R\u00fcdiger Manesse und sein 1298 entschlafener Sohn Johannes waren passionierte Sammler mittelhochdeutscher Lyrik und legten vermutlich den Grundstein zu der Liederhandschrift. Und wie so h\u00e4ufig bei solchen \u00abBest of\u00bb-Gesamtausgaben entstand der Codex zu einer Zeit, als die Hochbl\u00fcte der darin konservierten Liedkultur ihren H\u00f6hepunkt bereits \u00fcberschritten hatte.<\/p>\n<p> Zum Codex Manesse haben die Capella Antiqua Bambergensis und die Kunsthistorikerin Birge Tetzner ein \u00fcberaus ansprechend gestaltetes, informatives und unterhaltendes Album aus zwei CD inklusive Booklet geschaffen. Auf der einen CD findet sich ein Schulradio-taugliches H\u00f6rspiel, das die Entstehungsgeschichte der Liederhandschrift dokumentiert und allerlei Informatives zum Zeitgeist der Epoche und zu f\u00fcnf der mit ihren Werken im Codex vertretenen Minnes\u00e4nger erz\u00e4hlt. Ihre Auftritte haben da der Tannh\u00e4user, Neidhart, Ulrich von Liechtenstein, Otto von Botenlauben und Walther von der Vogelweide. <\/p>\n<p> Auf der zweiten CD spielt die Capella unter anderem Werke von Neidhart, Guillaume de Machaut, Walther von der Vogelweide sowie aus den Codices Montpellier und Montecassino. Schiebt man die Silberscheibe ins Laufwerk eines Computers, hat man \u00fcberdies Zugriff auf eine multimediale Pr\u00e4sentation von Geschichte und Inhalten des Codex Manesse sowie Systematisches zu den f\u00fcnf erw\u00e4hnten S\u00e4ngern, dem Buch selber und den mittelalterlichen Instrumenten, welche die Capella spielt. <\/p>\n<p> Die Aufnahmen zu der CD sind dieses Jahr auf Schloss Wernsdorf realisiert worden, das Team, das f\u00fcr Inhalte, H\u00f6rspiel und Multimediateile verantwortlich zeichnet, k\u00f6nnte hochkar\u00e4tiger nicht sein: Neben der Capella und der Kunsthistorikerin Tetzner sind die Schauspieler Christian \u00abdie Stimme\u00bb Br\u00fcckner, Jan Burdinski, Wolfgang Grindemann und Harry K\u00fchn zu h\u00f6ren. Ein massgebender wissenschaftlicher Beirat garantiert f\u00fcr historische Korrektheit. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><em> <span class=\"txt-s-black\">Codex Manesse. Das Musik-H\u00f6rspiel zur Grossen Heidelberger Liederhandschrift. Von Birge Tetzner und der Capella Antiqua Bambergensis, gesprochen von Christian Br\u00fcckner u.a., 2 CD, Cab Records CAB-10.<\/span> <\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>01.12.2006 &#8212; Jazzmusiker schleppen gerne wuchtige, meist ringgeheftete W\u00e4lzer mit sich herum, in denen sich zu jedem nur erdenklichen Standard&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-269","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=269"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/269\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}