{"id":275,"date":"2014-01-10T11:09:44","date_gmt":"2014-01-10T11:09:44","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/james-galway-my-magic-flute\/"},"modified":"2014-01-10T11:09:44","modified_gmt":"2014-01-10T11:09:44","slug":"james-galway-my-magic-flute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/james-galway-my-magic-flute\/","title":{"rendered":"James Galway: My Magic Flute"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/060908galway.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>08.09.2006 &#8212;<\/em> James Galway hat auf eine charakteristische Art ein Problem gel\u00f6st, das sich einem Fl\u00f6tisten im Mozart-Jahr zwangsl\u00e4ufig stellt: Dabei sein muss man nat\u00fcrlich, dummerweise hatte der Salzburger Meister aber erkl\u00e4rtermassen eine Abneigung gegen\u00fcber dem Instrument. Eine Briefpassage l\u00e4sst daran kaum Zweifel offen. 1778 schrieb Mozart, gem\u00fcnzt auf das Blasinstrument, an seinen Vater, dass er immer \u00abgleich stuff\u00bb sei, wenn er f\u00fcr ein Instrument schreiben solle, das er nicht leiden k\u00f6nne. So sind im K\u00f6chel-Verzeichnis denn auch bloss ein paar Fl\u00f6ten-Quartette und -Konzerte gelistet \u2013 eine Ausbeute, die sich kaum mit dem Paradies messen kann, das sich da Geigern, Pianisten und Orchester- oder Opernliebhabern bietet. <\/p>\n<p> Was tun die Liebhaber der Spezialinstrumente in einem solchen Fall? Sie machen sich auf die Suche nach Bearbeitungen. Auf solche greift denn Galway f\u00fcr seine CD \u00abMy Magic Flute\u00bb auch zur\u00fcck. Als Originalwerk findet sich auf der Silberscheibe gerade mal das musikalisch nicht unbedingt zu den Glanzpunkten des mozartschen Schaffens geh\u00f6rende Konzert KV 299 f\u00fcr Fl\u00f6te, Harfe und Orchester. Daneben sind das Andante aus dem Klavierkonzert KV 467 und Thema und Variationen aus der Klaviersonate KV 331 in Bearbeitungen von Andreas N. Tarkmann zu h\u00f6ren. Im weiteren finden sich eine Bearbeitung Matthias Spindlers der Arie \u00abRuhe sanft, mein holdes Leben\u00bb aus der Oper \u00abZaide\u00bb sowie zwei Showpieces f\u00fcr zwei Fl\u00f6ten und Orchester \u2013 ein Zauberfl\u00f6te-Medley sowie das Rondo alla turca aus der Klaviersonate KV 331 \u2013 aus der Feder des Arrangeurs David Overton. <\/p>\n<p> Als Harfenistin ist auf der Einspielung Catrin Finch zu h\u00f6ren, die zweite Fl\u00f6te spielt Galways Frau Lady Jeanne Galway. Beim Orchester handelt es sich um die Sinfonia Varsovia. Aufgenommen worden ist das Programm im Januar dieses Jahres denn auch in den Studios des polnischen Radios. Matthias Spindler wirkte dabei als Produzent. Wie im Fall von Bearbeitungen \u00fcblich wirkt das eine gelungener als das andere, alles in allem ist \u00abMy Magic Flute\u00bb aber eine h\u00f6chst anregende Begegnung mit der hohen Kunst des Fl\u00f6ten- und Harfenspiels und den eher galanten Seiten von Mozarts musikalischem Kosmos.<\/p>\n<p> Ohne Einschr\u00e4nkung \u00fcberzeugt die Adaption des durch den schwedischen Film \u00abElvira Madigan\u00bb von 1967 popul\u00e4r gewordenen Andante aus der Sonate KV 467. Das kantable, fl\u00f6tengerechte St\u00fcck erh\u00e4lt durch die Korrespondenzen des Soloinstrumentes mit den Orchesterbl\u00e4sern eine strukturelle Dimension mehr als das Klavieroriginal, und auch die Registerwechsel \u2013 von den dunkeln und f\u00fclligen Tiefen zu glockenhellen H\u00f6hen \u2013 bringen eine weitere faszinierende Dimension in das St\u00fcck. Die Harfe beschr\u00e4nkt sich weitgehend auf die Wiedergabe der Figuren der linken Hand des Klavierparts.<\/p>\n<p> Diese Aufgabenteilung zwischen Fl\u00f6te und Harfe wirkt im Falle des Andantes stimmig. Etwas weniger gl\u00fccklich mutet sie im Fall der Variationen aus der Klaviersonate KV 331 an, in denen das Herausstreichen der Melodiefragmente durch die Fl\u00f6te dem Ganzen doch ein wenig von der Spannung nimmt, die den Wechsel zwischen kantablen Elementen und virtuosen Spielfiguren in der Klavierversion mit sich bringt. Auch die Adaption der \u00abZaide\u00bb-Arie geht ein wenig auf Kosten des Gleichgewichtes von Solist und Orchester, allerdings ergeben sich da teils faszinierende Klangmixturen in der Parallelf\u00fchrung von Fl\u00f6te und Orchesterinstrumenten, die beim Kolorieren der originalen Singstimme einen ganz anderen Zweck verfolgen. <\/p>\n<p> Das dreis\u00e4tzige (laut Booklet k\u00e4me ein vierter noch dazu) Medley \u00abThe Magic Flutes\u00bb ger\u00e4t zum heiteren Melodienraten mit etwas asthmatischen Abfolgen von Melodiefetzen aus Werken aller m\u00f6glichen Gattungen \u2013 bis hin zum \u00abMusikalischen Spass\u00bb und der \u00abKleinen Nachtmusik\u00bb. Das Arrangement ist offensichtlich auf die Wirkung angelegt, die zwei miteinander kokettierende Fl\u00f6ten im Liveauftritt erzeugen und d\u00fcrfte im Konzertsaal auch zum h\u00f6chst effektvollen Showst\u00fcck werden. Auf der CD kann die nicht unbedingt schl\u00fcssige grosse Form dagegen nicht unbemerkt bleiben. Die CD schliesst mit einem eher gem\u00e4chlichen, aber durchaus gef\u00e4lligen Rondo alla Turca. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-s-black\">James Galway: \u00abMy Magic Flute\u00bb, Werke von Mozart mit James Galway und Lady Jeanne Galway (Fl\u00f6ten), Catrin Finch (Harfe), Sinfonia Varsovia, Deutsche Grammophon 2006, DG 00289 477 6233.<\/span> <\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>08.09.2006 &#8212; James Galway hat auf eine charakteristische Art ein Problem gel\u00f6st, das sich einem Fl\u00f6tisten im Mozart-Jahr zwangsl\u00e4ufig stellt:&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-275","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=275"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=275"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}