{"id":288,"date":"2014-01-10T21:52:52","date_gmt":"2014-01-10T21:52:52","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/freie-software-fuer-die-musikwelt\/"},"modified":"2014-01-10T21:52:52","modified_gmt":"2014-01-10T21:52:52","slug":"freie-software-fuer-die-musikwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/freie-software-fuer-die-musikwelt\/","title":{"rendered":"Freie Software f\u00fcr die Musikwelt"},"content":{"rendered":"<p>10.06.2005 &#8212; <span class=\"txt-m-black\">In Rahmen des Agnula-Projektes (\u00abA GNU\/Linux Audio distribution\u00bb) haben findige und unabh\u00e4ngige Softwaret\u00fcftler f\u00fcr Musikanwendungen unentgeltliche und urheberrechtsfreie Software entwickelt. Zust\u00e4ndig f\u00fcr das originelle Unternehmen ist heute der in Florenz t\u00e4tige Andrea Glorioso. Codex flores hat sich mit ihm \u00fcber Geschichte, Zweck und Zukunft des Vorhabens unterhalten.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><strong>In Rahmen des Agnula-Projektes (\u00abA GNU\/Linux Audio distribution\u00bb) haben findige und unabh\u00e4ngige Softwaret\u00fcftler f\u00fcr Musikanwendungen unentgeltliche und urheberrechtsfreie Software entwickelt. Zust\u00e4ndig f\u00fcr das originelle Unternehmen ist heute der in Florenz t\u00e4tige Andrea Glorioso. Codex flores hat sich mit ihm \u00fcber Geschichte, Zweck und Zukunft des Vorhabens unterhalten.<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><strong><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><strong>Codex flores:<\/strong> <\/span><\/span><\/strong><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><em>Wo liegen die Wurzeln des Agnula-Projektes?<\/em><\/span><\/span><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><br \/> <strong>Andrea Glorioso: <\/strong>In den neunziger Jahren sah sich eine Reihe von professionellen Musikern und Programmierern von Audio Software mit einem Problem konfrontiert: Es existierte eine grosse Zahl an freien Software-Programmen f\u00fcr Komposition, Analysis und experimentielle Zwecke, die allerdings nicht miteinander verbunden waren. Das Handling der Programme nahm viel Zeit in Anspruch, man wollte aber eigentlich einfach Musik machen, es sollte nicht viel Zeit mit der Vorbereitung der Werkzeuge verbracht werden. Man entschied sich deshalb dazu, eine sogenannte Distribution zu schaffen. <\/p>\n<p><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; <br \/>Die Weblinks<br \/> Agnula-Webseite:<br \/> <a href=\"http:\/\/www.agnula.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> www.agnula.org<\/a><br \/> Firenze Tecnologia\/Media Innovation Unit:<br \/> <a href=\"http:\/\/www.miu-ft.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> www.miu-ft.org<\/a> <br \/> IST-Programm der Europ\u00e4ischen Kommission:<br \/> <a href=\"http:\/\/europa.eu.int\/information_society\/index_en.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">europa.eu.int\/information_society\/index_en.htm<\/a> <br \/> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><br \/> <em>Was muss man sich darunter vorstellen?<\/em><br \/> Der Ausdruck wird in der freien Softwarewelt verwendet. Es handelt sich dabei um ein vollst\u00e4ndiges Betriebssystem, das verschiedene Softwarepakete in einer einfach handhabbaren Form zusammenf\u00fchrt. Bekannte Distributionen sind etwa Red Hat Linux oder Suse Linux. Im Grunde genommen sind es einfach Software-Sammlungen, die zusammen mit einem \u00fcbergeordneten Installierprogramm auf einer CD zusammengefasst werden. Der Endbenutzer schiebt die CD in das Laufwerk seines Computers, startet diesen, worauf das System im Prinzip automatisch installiert wird.<\/p>\n<p> Der erste Prototyp des sp\u00e4teren Agnula-Projektes war \u00abLAOS\u00bb \u2013 das Linux Audio Operating System \u2013 von Marco Trevisani, das immer noch benutzt wird. Als es kreiert wurde, war das Interesse daran allerdings nicht so gross, dass es zu einem massenmarkttauglichen Produkt geworden w\u00e4re. Marco, Maurizio de Cecco und Fran\u00e7ois D\u00e9chelle begr\u00fcndeten deshalb die Debian Multimedia Distribution oder kurz DeMuDi.<\/p>\n<p> <em>Weshalb Debian?<\/em><br \/> Debian ist selber ein freies Software Projekt. Es besteht allerdings aus rund 15&#8217;000 verschiedenen Softwarepaketen, von denen die meisten f\u00fcr Musiker und Audio-Spezialisten aus der Wissenschaft nicht von Interesse sind. Die grosse Menge an Paketen macht es f\u00fcr sie aber sehr schwierig, zu \u00fcberblicken, welche davon sie nun brauchen und welche nicht. Schon nur, um zu verstehen, was die 15\u2019000 Pakete individuell leisten, braucht es viel Zeit. F\u00fcr DeMuDi wurden daraus die f\u00fcr Musiker n\u00fctzlichen und wichtigen Pakete ausgesondert und zu einer auf Audioanwendungen fokussierten Distribution zusammengestellt.<\/p>\n<p> Die Anf\u00e4nge der freien Audio-Software<\/p>\n<p> <em>Wann ist DeMuDi verf\u00fcgbar gemacht worden?<\/em><br \/> An der internationalen Computer Music Conference von 2001 wurde der erste Prototyp, DeMuDi 0.1 pr\u00e4sentiert und stiess auch gleich auf grosses Interesse. Im selben Jahr wurde die Idee ins Spiel gebracht, den Fortgang des Projektes im Rahmen von Programmen der Europ\u00e4ischen Kommission (EC) zu finanzieren. Das sp\u00e4ter \u00abGruppe der Gr\u00fcnder\u00bb genannte Kollektiv bestand aus dem Centro Tempo Reale \u2013 einer Forschungs-, Produktions- und Lehrinstitution f\u00fcr Musik in Florenz, die 1987 von Luciano Berio ins Leben gerufen worden ist und dessen Forschungsabteilung von Nicola Bernardini geleitet wird \u2013 und der Free Software Foundation Europe, die als eine Art wissenschaftliche Beraterin fungierte. Sie sorgte daf\u00fcr, dass die im Rahmen des Projektes entwickelte Software auch tats\u00e4chlich den Status von freier Software f\u00fcr sich in Anspruch nehmen konnte. <\/p>\n<p> <em>Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der Europ\u00e4ischen Kommission?<\/em><br \/> Nachdem der erste Prototyp vorgestellt worden war, wurde das Projekt in die IST-Linie der EC, die Information Society Technologies, eingegliedert. Wir definierten ein Konsortium, das haupts\u00e4chlich aus Personen bestand, die bereits an DeMuDi gearbeitet hatten und sich gut kannten. Die Federf\u00fchrung lag beim Centro Tempo Reale. Die andern Mitglieder waren die Free Software Foundation Europe, das Ircam Paris, die Universitat Pompeu Fabra von Barcelona, das Swedish Royal Institute of Technology und Red Hat Frankreich.<\/p>\n<p> <em>Das Ziel war eine Weiterentwicklung von DeMuDi?<\/em><br \/> Die urspr\u00fcngliche Idee bestand darin, zwei Distributionen zu realisieren. Neben DeMuDi auch noch ReMuDi, auf der Basis von Red Hat Linux. Dem Unternehmen stand mit 1,7 Millionen Euro eine f\u00fcr solche Projekte ungewohnt hohe Summe an Geld zur Verf\u00fcgung. Es startete offiziell am ersten April 2002 und endete am 31. M\u00e4rz 2004.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2glorioso050527.jpg\" border=\"0\" alt=\"Sequenz: Andrea Glorioso im Gespr\u00e4ch\" width=\"380\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"380\"><center><span class=\"txt-s-black\">\u00abF\u00fcr DeMuDi wurde f\u00fcr Musiker n\u00fctzliche und wichtige Software zu einem Komplettpaket zusammengestellt.\u00bb<br \/><\/span><\/center><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><br \/> <em>Wann stiessen Sie zum Projektteam?<\/em><br \/> Ich begann meine Arbeit am Anfang des Jahres 2003. F\u00fcr die ersten zehn Monate des EC-Projektes war Marco Trevisani der Projektleiter. Er arbeitete von Puerto Rico aus, was wegen der Zeitverschiebung Probleme mit der Koordination mit sich brachte. Ich wurde deshalb vom Centro Tempo Reale zur \u00dcbernahme dieser Funktion angestellt. Ich hatte diese bis zum offiziellen Projektende inne.<\/p>\n<p> <em>Und heute?<\/em><br \/> Nach dem Auslaufen der EC-Finanzierung riefen wir eine neue Abteilung ins Leben, die Media Innovation Unit, die Firenze Tecnologia, einem Teil der florentinischen Handelskammer, untersteht. Der Pr\u00e4sident und Direktor von Firenze Tecnologia zeigte sich bereit, das Projekt bis September 2005 zu finanzieren. Dass eine Handelskammer an so ein Projekt glaubt und es direkt unterst\u00fctzt, ist aussergew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p> Weg in eine ungewisse Zukunft<\/p>\n<p> <em>Was geschieht nach dem September?<\/em><br \/> Das ist schwierig zu sagen. Wir arbeiten aktiv daran, weitere Quellen der Finanzierung zu finden. Es handelt sich bei Agnula \u00fcberdies nicht um das einzige Vorhaben, an dem unsere Abteilung arbeitet. Wir m\u00fcssen deshalb gut abw\u00e4gen, welche Ressourcen wir daf\u00fcr freimachen k\u00f6nnen und k\u00f6nnen uns nicht ausschliesslich auf Agnula konzentrieren.<\/p>\n<p> <em>Wieviel Zeit wenden Sie f\u00fcr die Geldsuche auf?<\/em><br \/> Wesentlich mehr als mir lieb ist. Die Geldsuche ist nicht wirklich sexy, muss aber gemacht werden. ich w\u00fcrde sch\u00e4tzen, dass ich heute etwa f\u00fcnfzig Prozent meiner Zeit daf\u00fcr einsetze, Bittbriefe zu schreiben oder potentielle Partnerschaften abzukl\u00e4ren, vielleicht sogar sechzig Prozent.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"154\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/3glorioso050527.jpg\" border=\"0\" alt=\"Andrea Glorioso\" \/><\/td>\n<td align=\"left\" valign=\"bottom\" width=\"120\"><span class=\"txt-s-black\">\u00abViele Musiker haben begonnen, DeMuDi und die damit verbundenen kreativen Werkzeuge f\u00fcr ihre Arbeit zu nutzen.\u00bb<br \/><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> <em>Ich m\u00f6chte gerne ein wenig \u00fcber die Ziele des Agnula-Projektes sprechen. Sind diese k\u00fcnstlerisch motiviert, etwa in dem Sinn, dass die Art, wie Audio-Software genutzt wird, ver\u00e4ndert werden soll?<\/em><br \/> Diese Frage ist schwierig zu beantworten, zun\u00e4chst einmal, weil das Agnula-Projekt von Beginn weg sehr technisch verstanden worden ist. Ein Erfolg stellt sich insofern ein, als dass sehr viele Leute begonnen haben, DeMuDi und die damit verbundenen kreativen Werkzeuge f\u00fcr ihre Arbeit zu nutzen. Aber fragen Sie mich nicht nach Details dar\u00fcber, was damit genau getan wird. Es w\u00e4re sehr schwierig, das herauszufinden, weil Musiker, die Audio-Software benutzen, in der Regel nicht kommunizieren, welche genau sie f\u00fcr ein Werk oder Projekt verwenden.<\/p>\n<p> <em>Gibt es wenigstens indirekte Hinweise?<\/em><br \/> Wir wissen, dass unsere Diskussions-Mailingliste 355 Abonnenten hat. Die Ank\u00fcndigungsmailings sind von 188 Interessenten subskribiert worden. Erfahrungsgem\u00e4ss nimmt eine gr\u00f6ssere Menge Leute die Informationen zur Kenntnis. Grob gesch\u00e4tzt d\u00fcrften es etwa 500 bis 1000 Personen sein, die mit DeMuDi aktiv arbeiten. Seit Beginn unserer Z\u00e4hlungen im Jahr 2003 ist die Distribution zwischen 3000 und 3500 Mal heruntergeladen worden. Wenn man bedenkt, dass von einem einzelnen Download lokal beliebig viele Kopien erzeugt werden k\u00f6nnen und damit die Zahl der ausgelieferten Pakete noch wesentlich h\u00f6her sein d\u00fcrfte, kann man sicher von einem grossen Erfolg sprechen.<\/p>\n<p> Im Gespr\u00e4ch mit Komponisten und Musikern<\/p>\n<p> <em>Und wo sind die Schwachstellen?<\/em><br \/> Was wir vermissen, ist eine gute Verbindung zwischen den Entwicklern der Werkzeuge und denjenigen die sie nutzen oder nutzen m\u00f6chten. Wenn ich mit Komponisten oder Musikern spreche, dann habe ich immer den Eindruck, dass sie Bed\u00fcrfnisse haben, die von DeMuDi gut abgedeckt werden k\u00f6nnten. Sie wissen es bloss nicht. Auf der andern Seite ist es f\u00fcr uns ab und zu schwierig, herauszufinden, welche W\u00fcnsche sie an m\u00f6gliche Weiterentwicklungen der Software h\u00e4tten. Ich selber bin nicht Musiker, das heisst, die Musik ist nicht mein Beruf, und so tappe ich in Sachen praktische Anwendung von Agnula etwas im Dunkeln.<\/p>\n<p> <em>Bieten die Agnula-Werkzeuge freie Gegenst\u00fccke zu den kommerziellen Softwareangeboten oder verfolgen sie einen ganz eigenen Ansatz?<\/em><br \/> Momentan, glaube ich, sind die freien Software-Werkzeuge f\u00fcr Musik und Audioanwendungen denjenigen der kommerziellen Anbieter von propriet\u00e4rer Software sehr \u00e4hnlich. Wirklich einzigartig ist das Jack Audio Connection Kit (Jack), das Paul Davis geschrieben hat. Jack macht es m\u00f6glich, dass verschiedene Applikationen miteinander sprechen k\u00f6nnen. Eine Jack-kompatible Applikation kommuniziert mit einem Jack-Server. Ihr Audio-Output kann so zum Input einer andern Jack-kompatiblen Applikation werden. Der Output dieser Applikation wiederum kann zu einer dritten \u00fcbertragen werden. Jack ist ein sehr machtvolles Werkzeug.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"bottom\" width=\"150\"><span class=\"txt-s-black\">\u00abWenn niemand sich daran macht, freie Software anwenderfreundlich und einfach nutzbar zu machen, dann wird sie nie jemand nutzen.\u00bb<\/span><\/td>\n<td width=\"182\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/5glorioso050527.jpg\" border=\"0\" alt=\"Andrea Glorioso\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> <em>\u00c4hnliche Schnittstellen gibt es auch in propriet\u00e4ren Produkten.<\/em><br \/> Nicht wirklich. Propriet\u00e4re Applikationen sind im Grunde genommen monolitisch. Es gibt kein \u00fcbergeordnetes Konzept des Datentausches zwischen den Applikationen verschiedener Anbieter. Es existieren einige Standards, aber sie sind nicht so einfach nutzbar \u2013 aus offensichtlichen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p> <em>Auf der andern Seite sind propriet\u00e4re Applikationen mittlerweile sehr benutzerfreundlich und k\u00f6nnen intuitiv gesteuert werden.<\/em><br \/> Sie sind sehr einfach zu handhaben, aber immer nur in einem sehr speziellen Bereich und f\u00fcr sehr spezielle Aufgaben. Und damit ist auch eine Gefahr verbunden: Die Benutzer beginnen, in einer von den Werkzeugen vorgegebenen Richtung zu denken.<\/p>\n<p> <em>Das ist immer noch besser, als eine Software \u00fcberhaupt nicht zu verwenden, weil sie scheinbar allzu kryptisch daherkommt.<\/em><br \/> Wenn niemand sich daran macht, freie Software anwenderfreundlich und einfach nutzbar zu machen, dann wird sie nie jemand nutzen, das ist richtig. Man muss den Begriff der intutiven Nutzung aber auch relativieren. Die meisten Anwender haben sich an die Windows-Welt gew\u00f6hnt und finden sie deshalb intuitiv. Wenn sie jemanden, der niemals einen Computer benutzt hat, auf einem freien Softwaresystem schulen, wird er oder sie aber keine Probleme haben, es zu nutzen.<\/p>\n<p> <em>Das gilt auch f\u00fcr Audio-Anwendungen?<\/em><br \/> Wir sind \u00fcberzeugt, dass freie Software f\u00fcr Audio-Applikationen speziell geeignet ist. Wenn etwas sehr eng mit kreativen Prozessen verbunden ist, dann will man, dass seine Verwendung auch ein Maximum an Freiheit erlaubt.<\/p>\n<p> Tradition der gegenseitigen Hilfe<\/p>\n<p> <em>Wenn man nun aber vom Gesch\u00e4ft des Programmierens nichts oder kaum etwas versteht, wie kann man das vorhandene Potential dann tats\u00e4chlich nutzen? Wer hilft einem dabei?<\/em><br \/> In der Open Source Gemeinde gibt es eine lange Tradition der gegenseitigen Unterst\u00fctzung. Die meisten Mitglieder sind ausgesprochen professionell und nett. Wenn man die Fragen in der richtigen Art stellt, dann erh\u00e4lt man auch problemlos eine Antwort. Wenn ich Musiker w\u00e4re und m\u00fcsste ein grosses Projekt durchziehen, dann w\u00fcrde ich einen Entwickler bezahlen, der mir die Applikationen entsprechend anpassen oder konfigurieren kann. Das w\u00e4re im Bereich propriet\u00e4rer Software nicht m\u00f6glich. F\u00fcr Hersteller propriet\u00e4rer Software sind einzelne Anwender kein Markt und stossen deshalb mit ihren individuellen Anliegen auch nicht auf Interesse. Die Entwickler von offener Software geben Support \u2013 sie haben sich damit eine wichtige Einkommensquelle erschlossen.<\/p>\n<p> <em>Aber selbst mit dem Support durch Dritte bleibt die Dokumentation der Applikationen in der Open-Source-Welt ein Problem. Die Musiker vermissen die gewohnten Nachschlagewerke und scheuen die Lernkurve des Umgangs mit offenen Systemen.<\/em><br \/> Das Problem der Dokumentation ist nicht nur in Sachen Audio-Applikationen, sondern in der freien Softwarewelt allgemein eine hartn\u00e4ckige Sache. Allerdings besteht da ein kommerzielles Interesse und einige Verleger haben deshalb begonnen, kompetente Autoren anzustellen, um die fehlenden Handb\u00fccher explizit schreiben zu lassen.<\/p>\n<p> <em>Gilt dies auch auf dem Gebiet der Audio-Software?<\/em><br \/> F\u00fcr unser Projekt haben wir Dave Philips engagiert, der zuvor schon das ausf\u00fchrlichste Buch \u00fcber Musik- und Audioapplikationen auf Linux-Basis geschrieben hat. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><strong><br \/><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.06.2005 &#8212; <span class=\"txt-m-black\">In Rahmen des Agnula-Projektes (\u00abA GNU\/Linux Audio distribution\u00bb) haben findige und unabh\u00e4ngige Softwaret\u00fcftler f\u00fcr Musikanwendungen unentgeltliche und urheberrechtsfreie Software entwickelt. Zust\u00e4ndig f\u00fcr das originelle Unternehmen ist heute der in Florenz t\u00e4tige Andrea Glorioso. 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