{"id":32,"date":"2014-01-06T10:07:37","date_gmt":"2014-01-06T10:07:37","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/06\/escom5-weltgipfel-der-musikpsychologie\/"},"modified":"2014-01-06T10:07:37","modified_gmt":"2014-01-06T10:07:37","slug":"escom5-weltgipfel-der-musikpsychologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/06\/escom5-weltgipfel-der-musikpsychologie\/","title":{"rendered":"Escom5: Weltgipfel der Musikpsychologie"},"content":{"rendered":"<p>16.09.2003<\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><strong>W\u00e4hrend die Feuilletons der deutschen Tages- und Wochenzeitungen voll waren mit Beitr\u00e4gen zum 100. Todestag des Philosophen und Musiksoziologen Theodor W. Adorno, ging an der Hochschule f\u00fcr Musik und Theater Hannover zwischen 8. und 13. September medial kaum bemerkt einer der weltweit gr\u00f6ssten Anl\u00e4sse zu Grundfragen der Musiktheorie und \u2013praxis \u00fcber die B\u00fchne, die f\u00fcnfte Konferenz der Escom (European Society for the Cognitive Sciences of Music).<\/strong><\/p>\n<p> In rund dreihundert Forschungsberichten und anderen wissenschaftlichen Beitr\u00e4gen \u2013 verteilt \u00fcber jeweils f\u00fcnf parallel laufende Sitzungen in mehreren Staffeln \u2013 wurde ein Querschnitt durch s\u00e4mtliche Gebiete geboten, die Musiktheoretiker, -psychologen, -ethnologen, -biologen, -mediziner und \u2013therapeuten zur Zeit besch\u00e4ftigen. Eine Herkulesarbeit f\u00fcr die Organisatoren Reinhard Kopiez, Andreas Lehmann und Irving Wolther sowie das Heer an Helferinnen und Helfern, die ihnen zur Seite standen.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/center><center><strong>Die Weblinks<\/strong><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">Webseite der Konferenz:<a href=\"http:\/\/www.escom5.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.escom5.de<\/a><br \/> Escom-Webseite: <a href=\"http:\/\/musicweb.hmt-hannover.de\/escom\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/musicweb.hmt-hannover.de\/escom<\/a> <br \/> Webseite der DGM: <a href=\"http:\/\/www.music-psychology.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.music-psychology.de <\/a> <br \/><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> Dass das Treffen solch ungew\u00f6hnliche Ausmasse hat annehmen k\u00f6nnen, liegt unter anderem in der Tatsache begr\u00fcndet, dass die alle drei Jahre stattfindende Konferenz der Escom mit dem Jahrestreffen der deutschen Gesellschaft f\u00fcr Musikpsychologie zusammengelegt wurde.<\/p>\n<p> Den hervorragend organisierten Anlass rundeten drei originelle Konzerte ab, eines unter dem Thema \u00abComposed \u2013 Improvised\u00bb, in dem klassisch interpretierte Klavierst\u00fccke Improvisationen \u00fcber dasselbe Material gegen\u00fcbergestellt wurden, ein Rezital des vietnamesischen Obertons\u00e4ngers Tran Quang Hai und eines der Thereminspielerin Lydia Kavina.<\/p>\n<p> <strong>Keynotes als Angelpunkt<\/strong><\/p>\n<p> Um zu verhindern, dass die Konferenz wegen der F\u00fclle an indivduellen Sitzungen zum anonymen Anlass geraten k\u00f6nnte, drehte sich das Geschehen jeden Tag um eine Keynote vor dem Plenum. Die \u00abVollversammlungen\u00bb zeigten auch das \u00fcberaus breite Themen- und Methodenspektrum der Konferenz auf: Timothy Griffith referierte am Montag \u00fcber die j\u00fcngsten Entwicklungen in der neurologischen Forschung zu Fragen der Musikverarbeitung. Am Dienstag setzte sich Tia DeNora mit der Soziologie des Musikh\u00f6rens im Alltag auseinander. Helga de la Motte-Haber zeigte auf, wie die akustische Wahrnehmung auch durch andere Sinne beeinflusst wird. Simha Arom skizzierte als Vertreter der Musikethnologie die Funktionsweise polyrhythmischer Strukturen in der Musik Afrikas. Den biologischen Grundlagen des Musizierens sp\u00fcrte Bj\u00f6rn Merker nach, und Holger H\u00f6ge gab schliesslich Auskunft \u00fcber die Methoden der experimentellen \u00c4sthetik.<\/p>\n<p> <strong>Das Einzelne und das Ganze<\/strong><\/p>\n<p> \u00abEscom5\u00bb, wie die f\u00fcnfte Ausgabe der Escom-Konferenz kurz genannt wurde, stand unter dem allgemeinen Motto \u00abExp[ear]ience &#8211; Music in Science &#8211; Science in Music\u00bb und brachte einen Konferenz-Marathon, der von Montagabend bis Samstagmorgen praktisch keine Ruhepause g\u00f6nnte (am Donnerstagnachmittag gabs eine Stadtf\u00fchrung, respektive einen Rundgang durch das Institut f\u00fcr Musikphysiologie und Musikermedizin). Ein allgemeines Fazit ist ob der Multidisziplinarit\u00e4t schwierig zu ziehen. Die Konferenz intensivierte unter den Teilnehmenden aber sicher den Gedankenaustausch und wenn nicht immer das gegenseitige Verst\u00e4ndnis, so doch zumindest die allgemeine Kenntnis von Methoden und Fragestellungen ausserhalb des eigenen Faches.<\/p>\n<p> Wie ein roter Faden durchzog den ganzen Anlass \u00fcberdies immer wieder das Ringen um eine gemeinsame methodische Basis. Gegen\u00fcber standen sich dabei in der Regel die angels\u00e4chsisch gepr\u00e4gten, an den naturwissenschaftlichen empirischen Methoden orientierten Neurologen und experimentellen Psychologen und die soziologisch, ethnomusikalisch oder musikwissenschaftlich fundierten Geisteswissenschaftler, die im Gegensatz dazu ganzheitliche Ans\u00e4tze verfolgen.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.09.2003 W\u00e4hrend die Feuilletons der deutschen Tages- und Wochenzeitungen voll waren mit Beitr\u00e4gen zum 100. 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