{"id":3301,"date":"2017-08-23T09:18:15","date_gmt":"2017-08-23T09:18:15","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2017\/08\/23\/simone-rubios-immortal-bach\/"},"modified":"2017-08-23T09:18:15","modified_gmt":"2017-08-23T09:18:15","slug":"simone-rubios-immortal-bach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2017\/08\/23\/simone-rubios-immortal-bach\/","title":{"rendered":"Simone Rubios \u00abImmortal Bach\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2017\/170819immortal.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"99\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>19.08.2017 &#8212; Kaum eine Instrumentengruppe ist so eng mit dem 20. Jahrhundert verbunden wie die Perkussion. Und weil sie ihr Selbstverst\u00e4ndnis so eng aus der eigenen, nicht gesanglich-skalisch gepr\u00e4gten Klanglichkeit zieht, scheint es schwierig, sie an die \u00c4sthetiken fr\u00fcherer Epochen anzudocken. Genau dies scheint aber ein Bed\u00fcrfnis der Schlagzeuger zu sein, m\u00f6glicherweise um aus dem eigenen Kreis (oder modern der eigenen Social Bubble) auszubrechen, um das grosse Publikum zu erreichen. D\u00fcnnes Eis wird da betreten. Man denkt an Abst\u00fcrze wie Martin Grubingers Kombination von Gregorianik und Perkussion, \u00fcber die man mit Vorteil das M\u00e4ntelchen der Barmherzigkeit legt. Auch Simone Rubinos Unterfangen, eine Bach-Cellosuite f\u00fcr Marimba zu adaptieren, dr\u00e4ngt sich nicht gerade auf, auch wenn die Interpretationskunst des Ausnahmeschlagzeugers unbestritten hohes Niveau erreicht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2017\/170819immortal.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Buch\" width=\"100\" height=\"99\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>19.08.2017 &#8212; Kaum eine Instrumentengruppe ist so eng mit dem 20. Jahrhundert verbunden wie die Perkussion. Und weil sie ihr Selbstverst\u00e4ndnis so eng aus der eigenen, nicht gesanglich-skalisch gepr\u00e4gten Klanglichkeit zieht, scheint es schwierig, sie an die \u00c4sthetiken fr\u00fcherer Epochen anzudocken. Genau dies scheint aber ein Bed\u00fcrfnis der Schlagzeuger zu sein, m\u00f6glicherweise um aus dem eigenen Kreis (oder modern der eigenen Social Bubble) auszubrechen, um das grosse Publikum zu erreichen. D\u00fcnnes Eis wird da betreten. Man denkt an Abst\u00fcrze wie Martin Grubingers Kombination von Gregorianik und Perkussion, \u00fcber die man mit Vorteil das M\u00e4ntelchen der Barmherzigkeit legt. Auch Simone Rubinos Unterfangen, eine Bach-Cellosuite f\u00fcr Marimba zu adaptieren, dr\u00e4ngt sich nicht gerade auf, auch wenn die Interpretationskunst des Ausnahmeschlagzeugers unbestritten hohes Niveau erreicht. <\/span><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Phrasierung, Klanglichkeit (etwa in den eher pianistischen Arpeggien) rekonstruieren das Atmen und Intonieren auf Cello oder Klavier, so dass seine Wiedergabe der Suite Nr. 3 BWV 1009 anmutet, als h\u00f6re man unter Wasser einem versierten Pianisten zu. Radikalere Ans\u00e4tze, Bach auf die Plop-Plop-Plop-Perkussion abzubilden, h\u00e4tten da vielleicht andere R\u00e4ume ge\u00f6ffnet. Wie das gehen k\u00f6nnte, zeigt auf der CD etwa Knut Nystedts Werk \u00abImmortal Bach\u00bb (eigentlich ein Chorwerk), in dem Bachs Choral \u00abKomm s\u00fcsser Tod\u00bb von vier Marimbas kunstvoll filetiert wird. Bei sich zuhause sind die Perkussionsinstrumente ganz im B-Teil von Iannis Xenakis \u00abRebonds\u00bb und John Cages \u00abThird Construction\u00bb, das Rubino (wie Nystedts Werk) mit dem von ihm gegr\u00fcndeten Quartett Esegesi eingespielt hat. Aber auch sie treten kaum in Dialog mit den vom argentinischen Lautenisten Eduardo Eg\u00fcez zweifelssohne kundig erstellten Adaption der Bach-Suite f\u00fcr Marimba. Etwas r\u00e4tselhaft bleibt, wie Bachs Instrumentalangabe \u00absolo senza Basso\u00bb zur Suite im Booklet zu \u00abund Basso Continuo\u00bb wird. <em>(wb) <\/em><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>Info:<\/strong> Immortal Bach, Simone Rubio (Percussion), Werke von Bach, Bocca, Boccadoro, Nystedt, Xenakis, Cage, Genuin classics Leipzig 2017<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2017\/170819immortal.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"99\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>19.08.2017 &#8212; Kaum eine Instrumentengruppe ist so eng mit dem 20. Jahrhundert verbunden wie die Perkussion. Und weil sie ihr Selbstverst\u00e4ndnis so eng aus der eigenen, nicht gesanglich-skalisch gepr\u00e4gten Klanglichkeit zieht, scheint es schwierig, sie an die \u00c4sthetiken fr\u00fcherer Epochen anzudocken. Genau dies scheint aber ein Bed\u00fcrfnis der Schlagzeuger zu sein, m\u00f6glicherweise um aus dem eigenen Kreis (oder modern der eigenen Social Bubble) auszubrechen, um das grosse Publikum zu erreichen. D\u00fcnnes Eis wird da betreten. Man denkt an Abst\u00fcrze wie Martin Grubingers Kombination von Gregorianik und Perkussion, \u00fcber die man mit Vorteil das M\u00e4ntelchen der Barmherzigkeit legt. 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