{"id":331,"date":"2014-01-11T08:06:09","date_gmt":"2014-01-11T08:06:09","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/umfrage-zum-kunst-und-kulturbegriff\/"},"modified":"2014-01-11T08:06:09","modified_gmt":"2014-01-11T08:06:09","slug":"umfrage-zum-kunst-und-kulturbegriff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/umfrage-zum-kunst-und-kulturbegriff\/","title":{"rendered":"Umfrage zum Kunst- und Kulturbegriff"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"104\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">17.01.2006 &#8212; In den vergangenen Wochen haben wir Veranstaltern, Interpreten und Komponisten von Neuer Musik und Zeitgen\u00f6ssischem Jazz ein paar grundlegende Fragen zum Kulturbegriff, zur Kulturf\u00f6rderung und ihrem Verh\u00e4ltnis zum Publikum gestellt \u2013 in der Meinung, dass f\u00fcr die anstehende Diskussion zum geplanten neuen Schweizer Kulturf\u00f6rderungsgesetzes (KFG) begriffliche Kl\u00e4rungen hilfreich sein k\u00f6nnten. Die Antworten sind etwa so komplex und mehrdeutig wie alle Diskussionen im semantischen Minenfeld der Kunst- und Kulturdiskussion. Selbst die recht kleine und personell \u00fcbersichtliche Schweizer Szene aktuellen Kunstmusikschaffens hat keine Unit\u00e9 de Doctrine mit Blick auf grundlegende Konzepte des Kulturverst\u00e4ndnisses \u2013 mit andern Worten: <em>Die<\/em> Szene gibt es nicht, Neue Musik und Zeitgen\u00f6ssischer Jazz \u00e4ussern sich einem alten politischen Treppenwitz der Schweiz gem\u00e4ss, n\u00e4mlich von \u00abKanton zu Kanton verschieden\u00bb.<\/p>\n<p> Aus den Antworten lassen sich aber zumindest zwei Tendenzen ablesen: Zum einen bestehen die Befragten darauf, dass ihre Arbeit mehr ist als bloss abstrakte Art pour l\u2019art. Zum andern ist man offenbar eher der Meinung, dass Neue Musik nicht zum Vehikel politischer Anliegen werden sollte (m\u00f6glich, dass dies vor zwanzig Jahren noch anders gewesen w\u00e4re). Damit zeichnet sich ein grundlegender Konflikt zwischen Kulturf\u00f6rderern und \u2013schaffenden ab: Die Absicht, \u00fcber Institutionen der Aussenpolitik Kulturf\u00f6rderung auch als Ausdruck nationaler Identit\u00e4t zu verstehen und sie als Mittel der Standortf\u00f6rderung zu nutzen, scheint sich schlecht mit der Selbstdefinition der K\u00fcnstler und deren eigener Agenda vereinbaren zu lassen.<\/p>\n<p> Die Kommentare zum Kulturbegriff, der dem KFG zugrundeliegt, lassen \u00fcberdies eine weitere Dissonanz erahnen: Unter dem Dach der \u00abKultur\u00bb hat in den letzten Jahrzehnten so viel Unterschlupf gefunden, dass er unter dem Gewicht der eigenen Beliebigkeit zu kollabieren droht. Viele Musiker sehen sich als Vertreter einer selbstbewussten und autonomen Zunft des Kunstschaffens, das sie vom Jekami aus Lifestyle, Volkstum, Kunsthandwerk, Design und allgemeinem Lebensgef\u00fchl gerne klarer abgegrenzt s\u00e4hen. In der gut schweizerischen Tradition des Ausgleichs und Minderheitenschutzes kann Kulturf\u00f6rderung politisch aber nur gerechtfertigt werden, wenn sie irgendwie allen zugute kommt. <\/p>\n<p> Mit Interpretationen ist es allerdings so eine Sache. M\u00f6glich, dass andere aufgrund der Zahlen zu andern Schl\u00fcssen kommen als wir selber. Es ist deshalb jeder eingeladen, sich selber sein Bild zu machen: Die Resultate der Umfrage lassen sich <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/CodexfloresUmfrageJan06.pdf\">hier<\/a> herunterladen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Wissenschaftstheoretiker und Musikpublizist Wolfgang B\u00f6hler ist Produzent von Worldmusic- und Kammerjazz-Projekten und Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 17.01.2006 &#8212; In den vergangenen Wochen haben wir Veranstaltern, Interpreten und Komponisten von Neuer Musik und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-331","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/331","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=331"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/331\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=331"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}