{"id":343,"date":"2014-01-11T08:14:16","date_gmt":"2014-01-11T08:14:16","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musiker-haben-ein-recht-auf-lohn\/"},"modified":"2014-01-11T08:14:16","modified_gmt":"2014-01-11T08:14:16","slug":"musiker-haben-ein-recht-auf-lohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musiker-haben-ein-recht-auf-lohn\/","title":{"rendered":"Musiker haben ein Recht auf Lohn"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">04.08.2006 &#8212; Auf MP3-Playern und Harddisk-Recordern sollen die gleichen Abgaben an die Gesellschaften zur Verwertung von Urheberrechten entrichtet werden, wie sie f\u00fcr Leerkassetten, CD-R und DVD schon lange \u00fcblich sind (siehe <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind3.php?art=296\">Feature<\/a>). Mit ihnen kann einerseits daf\u00fcr gesorgt werden, dass Musikern, Literaten und Filmern zumindest ein Teil der durch privates und illegales Kopieren entgangenen Einnahmen verg\u00fctet werden. Anderseits erlaubt es das bew\u00e4hrte System, in Sachen Privatkopien urheberrechtlich gesch\u00fctzter Inhalte eine gewisse Grossz\u00fcgigkeit an den Tag zu legen. <\/p>\n<p> Dass die IT-Industrie sich gegen solche Begehrlichkeiten wehrt, ist nachvollziehbar. Vor dem Aufkommen digitaler Unterhaltungselektronik hatte sie kaum Ber\u00fchrungspunkte mit der Musik- und Filmindustrie. Sie betrachtet deren Probleme mit einem gewissen Recht nicht als die ihrigen. Ihr prim\u00e4res Interesse ist es, ihre Ware so billig wie m\u00f6glich an die Konsumenten zu bringen.<\/p>\n<p> Schwer nachvollziehbar ist hingegen, dass die Konsumentensch\u00fctzer sich gegen die Abgaben wehren. Die bew\u00e4hrte Praxis ist dank dem Schutz der Rechte in Sachen Privatkopien n\u00e4mlich deutlich konsumentenfreundlicher als es Alternativen je sein werden. Auch die Behauptung, mit der Verg\u00fctung w\u00fcrden Mehrfachbelastungen des Konsumenten in Kauf genommen, greift zu kurz. Mit den Abgaben werden ja nicht prim\u00e4r die regul\u00e4r gekauften digitalen Inhalte verg\u00fctet, sondern diejenigen, die sich aus illegalem oder privatem Gebrauch ergeben. Echte Mehrfachbelastungen erg\u00e4ben sich nur bei denjenigen Konsumenten, die tats\u00e4chlich nur k\u00e4uflich erworbene digitale Inhalte auf ihren Harddisk- und MP3-Playern nutzen w\u00fcrden. Solange das Unrechtsbewusstsein dazu noch sehr gering ist, wird dies aber f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit noch eine verschwindend kleine Minderheit bleiben.<\/p>\n<p> Die Forderung nach einer L\u00f6sung auf Basis von DRM-Systemen, die sowohl die Konsumentensch\u00fctzer als auch die IT-Industrie erheben, packt das Problem von der falschen Seite an, denn die grossen Schwierigkeiten, Raubkopien im grossen Stil zu unterbinden, stammen nicht davon, dass die Dateien ungen\u00fcgend gesch\u00fctzt w\u00e4ren. Das eigentliche Problem besteht in der Tatsache, dass mit dem Internet ein Distributionsmedium existiert, das im Schneeballsystem die blitzschnelle globale Verteilung von Raubkopien erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p> Selbst wenn perfekte digitale DRM-Systeme auf dem Markt sind, werden qualitativ gute Raubkopien relativ leicht erstellbar sein \u2013 in Sachen Musik notfalls mit der Hauruck-Methode, bei der ein Mikrophon wieder aufnimmt, was \u00fcber die Lautsprecher eines Homestudios abgespielt wird. Da kann ein Einzelner durchaus ein wenig Aufwand betreiben, um ein wirklich gutes, DRM-befreites Duplikat zu erstellen. Ein einziger solcher Abzug reicht aber eben aus, um innert k\u00fcrzester Zeit den ganzen Erdball mit Raubkopien zu \u00fcberziehen. Deshalb schiesst selbst der Vorwurf an die Musikindustrie, sie habe das Internet als Distributionsmedium viel zu sp\u00e4t entdeckt, ins Leere. Sie h\u00e4tte noch so fr\u00fch auf den Zug aufspringen k\u00f6nnen, das Problem der schnellen, einfachen und freien globalen Distribution privater Daten w\u00e4re heute genau dasselbe.<\/p>\n<p> Das System der Verg\u00fctungen auf den Datentr\u00e4gern ist sicherlich nicht perfekt. Es hat sich aber in der Praxis bew\u00e4hrt. Es ist deshalb eine Frage des Pragmatismus, dass man es vorl\u00e4ufig weiterf\u00fchrt. Daneben wird die Musikindustrie ohnehin nach Alternativen suchen, um die Geldfl\u00fcsse wieder selber unter Kontrolle zu bringen. Erst wenn diese wirklich ausgereift sind, sollte man \u00fcber eine Wachabl\u00f6sung der Leerkassettenverg\u00fctung diskutieren. Vorl\u00e4ufig ist es im Interesse aller, das System auch auf MP3-Player und Harddisk-Recorder auszuweiten. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Wissenschaftstheoretiker und Musikpublizist Wolfgang B\u00f6hler ist Produzent von Worldmusic- und Kammerjazz-Projekten und Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 04.08.2006 &#8212; Auf MP3-Playern und Harddisk-Recordern sollen die gleichen Abgaben an die Gesellschaften zur Verwertung von&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-343","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}