{"id":3518,"date":"2018-10-31T08:25:54","date_gmt":"2018-10-31T08:25:54","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2018\/10\/31\/verarbeitung-von-musik-neu-gedeutet\/"},"modified":"2018-10-31T08:25:54","modified_gmt":"2018-10-31T08:25:54","slug":"verarbeitung-von-musik-neu-gedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2018\/10\/31\/verarbeitung-von-musik-neu-gedeutet\/","title":{"rendered":"Verarbeitung von Musik neu gedeutet"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\">31.10.2018 &#8212; Forscher und Forscherinnen vom Max-Planck-Institut f\u00fcr empirische \u00c4sthetik, der Aix-Marseille Universit\u00e9, der New York University und der Universit\u00e4t Genf fordern in einem gemeinsamen Leitartikel die \u00dcberarbeitung bisheriger Theorien zu neuronalen Mechanismen der zeitlichen Verarbeitung von Musik und Sprache.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\"><strong>31.10.2018 &#8212; Forscher und Forscherinnen vom Max-Planck-Institut f\u00fcr empirische \u00c4sthetik, der Aix-Marseille Universit\u00e9, der New York University und der Universit\u00e4t Genf fordern in einem gemeinsamen Leitartikel die \u00dcberarbeitung bisheriger Theorien zu neuronalen Mechanismen der zeitlichen Verarbeitung von Musik und Sprache.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\">Das Team stellt einen theoretischen Ansatz vor, der die Interaktion unterschiedlicher Hirnregionen in die bisherigen Verarbeitungsmodelle umfassend integriert. Der Ansatz erm\u00f6glicht erstmalig, sowohl periodische als auch aperiodische zeitliche Vorhersagen zu erkl\u00e4ren.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\">Das Erkennen von Zeitstrukturen und die Vorhersage des Zeitpunkts eines Signals sind grundlegende F\u00e4higkeiten des menschlichen Gehirns. Sie sind mehr noch eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr das Verstehen von Sprache oder die Verarbeitung von Musik, die \u00fcber das reine H\u00f6ren hinausgehen. Bisherige Forschung hat sich vor allem auf die neuronalen Mechanismen konzentriert, die es uns erlauben, periodische also regelm\u00e4ssig wiederkehrende Signale zu verarbeiten und aufgrund dieser zeitliche Vorhersagen zu treffen. Bisher wurde angenommen, dass dies durch neuronale Schwingungen, sogenannte Oszillationen, die im Gehirn auf ein sich wiederholendes Signal folgen, geschieht.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\">Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass das menschliche Gehirn auch in der Lage ist, aperiodische, also nicht regelm\u00e4ssige zeitliche Vorhersagen zu treffen. Diese Tatsache kann allein durch die Oszillationstheorie nur unzureichend erkl\u00e4rt werden. Mittels aperiodischer Vorhersagen ist das Gehirn zum Beispiel in der Lage, den Verlauf einer Bewegung abzusch\u00e4tzen oder die Dynamik eines Gespr\u00e4chs zu beurteilen. Dies legt nahe, dass aperiodische Prozesse f\u00fcr das Zurechtfinden im Alltag nicht minder entscheidend sind als periodische und deshalb \u2013 gest\u00fctzt durch ein fundiertes theoretisches Modell \u2013 gr\u00fcndlich erforscht werden sollten.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\">Bisherige Modelle basieren auf der Annahme unterschiedlicher Mechanismen f\u00fcr periodische und aperiodische Vorhersagen: Zum einen Stimulus-gesteuert, das heisst durch Oszillationen, welche durch ein Signal hervorgerufen werden, zum anderen einen von unserem Ged\u00e4chtnis geleiteten Mechanismus. Dagegen zeigt die aktuelle Forschung, dass neuronale Oszillationen im Gehirn von \u00fcbergeordneten Verarbeitungsstufen beeinflusst werden, die auch aperiodische Prozesse einschliessen. Dabei sind mehrere Hirnareale zugleich aktiv. \u00abEs ist wahrscheinlich, dass ein einheitlicher Mechanismus stattfindet, der auf neuronalen Oszillationen basiert, aber nicht rein Stimulus-gesteuert ist\u00bb, erkl\u00e4rt Hauptautorin Johanna Rimmele vom Max-Planck-Institut f\u00fcr empirische \u00c4sthetik. \u00abOszillationen scheinen f\u00fcr die Prozesse der neuronalen Verarbeitung nach wie vor eine zentrale Rolle zu spielen \u2013 umfassend erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen zeitliche Vorhersagen aber nur durch eine komplexere Betrachtung mehrerer miteinander korrespondierender Hirnareale\u00bb, f\u00fchrt die Neurowissenschaftlerin weiter aus.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\">Der Leitartikel schliesst mit offenen Fragen nach m\u00f6glichen Forschungsans\u00e4tzen, die auf das Modell aufbauen. Das Ziel m\u00fcsse sein, die neuen Erkenntnisse auf theoretischer Ebene weiter zu verfeinern und experimentell zu untermauern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\"> <strong>Originalpublikation:<\/strong><\/span><br \/><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\"> Rimmele, J. M., Morillon, B., Poeppel, D., &amp; Arnal, L. H. (2018). Proactive sensing of periodic and aperiodic auditory patterns. Trends in Cognitive Sciences. https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.tics.2018.08.003<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: small;\">31.10.2018 &#8212; Forscher und Forscherinnen vom Max-Planck-Institut f\u00fcr empirische \u00c4sthetik, der Aix-Marseille Universit\u00e9, der New York University und der Universit\u00e4t Genf fordern in einem gemeinsamen Leitartikel die \u00dcberarbeitung bisheriger Theorien zu neuronalen Mechanismen der zeitlichen Verarbeitung von Musik und Sprache.<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-3518","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3518","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3518"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3518\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3518"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3518"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3518"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}