{"id":378,"date":"2014-01-11T08:41:55","date_gmt":"2014-01-11T08:41:55","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musikinitiative-droht-ein-peinliches-fiasko\/"},"modified":"2014-01-11T08:41:55","modified_gmt":"2014-01-11T08:41:55","slug":"musikinitiative-droht-ein-peinliches-fiasko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musikinitiative-droht-ein-peinliches-fiasko\/","title":{"rendered":"Musikinitiative droht ein peinliches Fiasko"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">07.12.2007 &#8212; Viel Aufbruchstimmung herrschte im Juni, als der Startschuss f\u00fcr die vom Schweizer Musikrat getragene Initiative \u00abjugend + musik\u00bb offiziell lanciert wurde (die Homepage dazu: <a href=\"http:\/\/www.musikinitiative.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.musikinitiative.ch<\/a>). Nun droht das gutgemeinte Lobbying f\u00fcr die Anliegen der klingenden Kunst zum Fiasko zu werden: Informell hat man sich zum Ziel gesetzt, bereits bis Ende dieses Jahres 100&#8217;000 Unterschriften zusammenzubringen und bis Ende Juni 2008 die Anzahl zu verdoppeln. In einem Rundschreiben haben Hector Herzig und Mark Flury, die Koleiter der Projektgruppe \u00abInitiative\u00bb vor kurzem allerdings einen Hilferuf gesendet. Bis Ende Oktober sind offenbar bloss 15&#8217;000 Unterschriften auf der Gesch\u00e4ftsstelle des Musikrates eingetroffen, also bloss 15 Prozent der erhofften Anzahl.<\/p>\n<p> Rechnet man die Sammelfrequenz hoch, werden innerhalb der 18 Monate Frist bis zum Einreichen der Initiative nicht einmal 70&#8217;000 der notwendigen 100&#8217;000 Unterschriften vorliegen. Geht man davon aus, dass eine erheblich h\u00f6here Zahl gesammelt werden muss, weil nie alle Unterschriften als g\u00fcltig anerkannt werden, und dass mit den bis heute zusammengeklaubten Unterzeichnern das Potential der Enthusiasten weitgehend ausgesch\u00f6pft worden ist, dann zeichnet sich ein kl\u00e4gliches Scheitern des Vorhabens ab.<\/p>\n<p> \u00dcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr die drohende Pleite kann nur spekuliert werden. M\u00f6glicherweise war es naiv anzunehmen, dass alle aktiven Musiker sich automatisch hinter der Initiative scharen w\u00fcrden. Die dem Musikrat angeschlossenen Verb\u00e4nde z\u00e4hlen insgesamt rund 500&#8217;000 Mitglieder. Das heisst, mindestens jedes f\u00fcnfte m\u00fcsste das Anliegen aktiv unterst\u00fctzen. Das ist viel. Sehr gut m\u00f6glich ist, dass sich vor allem in den b\u00fcrgerlich gepr\u00e4gten Musikvereinen nicht alle gerne exponieren und sich dort kaum jemand findet, der oder die sich mit Elan und Durchsetzungskraft hinter das Sammeln macht.<\/p>\n<p> Das Rundschreiben sendet einen etwas naiv anmutenden Aufruf zur Solidarit\u00e4t aus und macht den Eindruck, da werde die Verantwortung nach unten delegiert. Vielleicht haben die Initianten die Anforderungen einer politischen Aktion massiv untersch\u00e4tzt. Eine R\u00fcckfrage bei Verb\u00e4nden und Organisationen, die mit der Realisierung von Initiativen Erfahrung haben (man sieht sie schon die H\u00e4nde verwerfen), h\u00e4tte da wohl einiges in etwas anderem Licht erscheinen lassen. Unterschriftensammeln ist echte Knochenarbeit und wird \u00fcberdies nicht selten von b\u00fcrokratischen H\u00fcrden behindert.<\/p>\n<p> Sollte die Initiative tats\u00e4chlich nicht zustandekommen, dann w\u00e4re der Imageschaden wohl mehr als nur empfindlich, und der Musikerziehung w\u00fcrde ein grosser B\u00e4rendienst erwiesen. Das Initiativkomitee ist jetzt gefordert. Es hat nun keine Wahl mehr und muss mit aller Kraft daf\u00fcr sorgen, dass das Projekt doch noch zu einem guten Abschluss kommt. Einfach auf den guten Willen der Basis zu hoffen, gen\u00fcgt da nicht. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 07.12.2007 &#8212; Viel Aufbruchstimmung herrschte im Juni, als der Startschuss f\u00fcr die vom Schweizer Musikrat getragene&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-378","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/378","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=378"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/378\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=378"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=378"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=378"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}