{"id":381,"date":"2014-01-11T09:20:08","date_gmt":"2014-01-11T09:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/kulturkonzepte-hueben-und-drueben\/"},"modified":"2014-01-11T09:20:08","modified_gmt":"2014-01-11T09:20:08","slug":"kulturkonzepte-hueben-und-drueben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/kulturkonzepte-hueben-und-drueben\/","title":{"rendered":"Kulturkonzepte h\u00fcben und dr\u00fcben"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p> <center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">18.01.2008 &#8212; Kultur ist integraler Teil des kommunalen Lebens. Diese Einsicht scheint sich mehr und mehr durchzusetzen, und so werden denn auch allerorten Kulturkonzepte eingef\u00fchrt oder \u00fcberarbeitet. L\u00f6blicherweise geschieht das in den meisten F\u00e4llen unter Mitwirkung der Bev\u00f6lkerung (so sie sich denn dazu motivieren l\u00e4sst). Beispiele gef\u00e4llig? In B\u00fclach sind am kommenden 24. Januar die B\u00fcrger eingeladen, \u00fcber die Grunds\u00e4tze eines geplanten Kulturkonzeptes der Stadt zu diskutieren. Kulturelles Schaffen trage zur Identit\u00e4t eines Gemeinwesens bei, versichern die Stadtoberen, und ein Begegnungszentrum steht auf der Wunschliste. Der Gemeinderat der Berner Vorortsgemeinde K\u00f6niz hat soeben ein Konzept vorgelegt, wie er \u00abdie Kultur im Spannungsfeld zwischen Stadt und Land in den kommenden vier Jahren\u00bb f\u00f6rdern will. Die vier Jahre, die ja auch im geplanten nationalen Kulturf\u00f6rderungsgesetz eine bedeutende Rolle spielen, scheinen zu einer Art eigener Masseinheit der Kulturzyklen zu werden.<\/p>\n<p> Im Kanton Thurgau hat die Stiftung Think Tank Thurgau die Diskussion um ein Kulturkonzept angestossen, und der Chef des kantonalen Kulturamtes hat eine Untersuchung der Z\u00fcrcher Hochschule Winterthur zur Organisation der F\u00f6rderung im Kanton als \u00aboberfl\u00e4chliche Analyse zur\u00fcckgewiesen\u00bb. Aber auch in St. Gallen tut sich einiges. Ein Kulturkonzept 2009-2012 (vier Jahre!) soll \u00abeine Grundlage f\u00fcr die kulturpolitischen Entscheide der n\u00e4chsten Legislaturperiode bieten\u00bb.<\/p>\n<p> Die St. Galler Regsamkeit hat eine Vorgeschichte. Sie geht letztlich auf ein Postulat der Parlamentarier Peter D\u00f6rflinger, Patrizia Adam-Allensbach und Heidi Gerster Wolf (als Erstunterzeichner) zur\u00fcck. Die drei haben im Februar 2007 festgestellt, dass der Kanton sich tendenziell aus der breiten F\u00f6rderung\u00bb zur\u00fcckzieht und auch die Gemeinden kulturelle Anliegen aus finanziellen Gr\u00fcnden immer wieder zur\u00fcckstellen. <\/p>\n<p> Auch die Stadt Baden werkelt an einem \u00abKulturkonzept 2010\u00bb, das unter anderem \u00abdie Beziehungen zwischen der Wirtschaft und der Kultur\u00bb analysieren und m\u00f6gliche Strategien aufzeigen soll, \u00abwie diese im Interesse beider Seiten verst\u00e4rkt werden k\u00f6nnten.\u00bb Und sogar der Kanton Ausserrhoden hat seit neuestem eines \u2212 ein Kulturkonzept.<\/p>\n<p> Kulturkonzepte k\u00f6nnen auch einem Streit entspringen. Dies war etwa in Wettingen der Fall, wo ein geplantes Projekt \u00abKunstraum Wettingen\u00bb neben Bef\u00fcrwortern auch vehemente Gegner auf den Plan rief. Eine Entscheidung f\u00fcr oder gegen das Projekt w\u00e4re eine punktuelle, vielleicht sogar zuf\u00e4llige Entscheidung geblieben, und so schuf ein Kulturkonzept die Grundlage f\u00fcr eine ganzheitliche Sicht auf die unterschiedlichen kulturellen Interessen.<\/p>\n<p> Was regeln solche Kulturkonzepte? Zum einen bilden sie die Grundlagen, um Verwaltung und Pflege von Museen, Denkm\u00e4lern und anderen Kulturg\u00fctern zu sichern \u2212 sie haben damit also eine eher b\u00fcrokratische Aufgabe. Im einen oder andern Konzept finden sich aber auch Perlen: So etwa im ausserrhodischen: Der Leitsatz 6 lautet da etwa: \u00abDie Kulturf\u00f6rderung soll Freir\u00e4ume schaffen und erm\u00f6glichen.\u00bb<\/p>\n<p> Dein Wort in Gottes Ohr, h\u00e4tte man in weniger s\u00e4kularisierten Zeiten gesagt (und sagt man im Appenzell vielleicht noch immer). Die meisten Zeichen deuten zur Zeit in eine andere Richtung, auf eine Kultur die zunehmend zum glamour\u00f6sen Ornament von Wirtschaft und Standortmarketing wird. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 18.01.2008 &#8212; Kultur ist integraler Teil des kommunalen Lebens. 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