{"id":411,"date":"2014-01-11T09:37:21","date_gmt":"2014-01-11T09:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/basel-stadt-gibt-sich-ein-foerdergesetz-zur-kultur\/"},"modified":"2014-01-11T09:37:21","modified_gmt":"2014-01-11T09:37:21","slug":"basel-stadt-gibt-sich-ein-foerdergesetz-zur-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/basel-stadt-gibt-sich-ein-foerdergesetz-zur-kultur\/","title":{"rendered":"Basel-Stadt gibt sich ein F\u00f6rdergesetz zur Kultur"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">27.03.2009 &#8212; Die Kommission f\u00fcr Wissenschaft, Bildung und Kultur des St\u00e4nderates hat die Beratung des Kulturf\u00f6rderungsgesetzes im Rat \u2212 voraussichtlich in der kommenden Sommersession \u2212 vorbereitet und einige Differenzen zu den Beschl\u00fcssen des Nationalrates vordefiniert (siehe <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/nachrichten_ind2.php?art=5987\">Nachricht<\/a>). Es wird also sicher zum Differenzbereinigungsverfahren zwischen den R\u00e4ten kommen. Ob das Gesetz dieses Jahr endg\u00fcltig unter Dach und Fach ist, bleibt also noch offen. Aber auch auf Kantonsebene tut sich in Sachen Gesetzgebung zur Kulturf\u00f6rderung einiges.<\/p>\n<p> Die Kantone Aargau und Basel-Land arbeiten an F\u00f6rdergesetzen, und der zust\u00e4ndige Regierungsrat hat vor einigen Tagen ein Kulturf\u00f6rderungsgesetz f\u00fcr den Kanton Basel-Stadt verabschiedet. In einem Ratschlag an den Grossen Rat gibt er sich \u00fcberzeugt, dass die wachsende Bedeutung der Kultur \u00abnicht nur als Grundbed\u00fcrfnis der Menschen, sondern auch als gesellschaftspolitisches Thema, als Wirtschafts-, Tourismus- und Standortfaktor, ernst zu nehmen\u00bb ist.<\/p>\n<p> Kultur, so der Regierungsrat weiter, sei kein Luxus, sondern \u00abin einem zunehmend globalisierten Umfeld eine Grundvoraussetzung f\u00fcr ein demokratisches Zusammenleben und eine nachhaltige Entwicklung\u00bb. Kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Innovationen seien gleichwertige Pfeiler einer kreativen Gesellschaft. Wie wahr.<\/p>\n<p> Auch der Kanton Basel-Stadt muss sich nat\u00fcrlich die Frage stellen, wie und an wen er die zur Verf\u00fcgung stehenden staatlichen Mittel f\u00fcr kulturelles und k\u00fcnstlerisches Schaffen verteilen will. Vom Giesskannenprinzip habe sich der Kanton, erkl\u00e4rt der Regierungsrat dazu, schon l\u00e4nger verabschiedet, zumal eine erfolgreiche Kulturf\u00f6rderung nur durch Selektion m\u00f6glich sei. Eine Schwerpunktf\u00f6rderung erm\u00f6gliche einen nachhaltigen Einsatz \u00f6ffentlicher F\u00f6rdermittel.<\/p>\n<p> Zum Thema wird damit nat\u00fcrlich der in der Kulturf\u00f6rderung st\u00e4ndig pr\u00e4sente Grundkonflikt zwischen Freiheit der Kunst mit all den Schwierigkeiten, Wert und Wirkung eines aktuellen Schaffens beurteilen zu k\u00f6nnen, auf der einen Seite und der Definition bevorzugter Entwicklungen \u2212 Schwerpunkten eben \u2212 auf der andern. Wie der Nationalrat auf Bundesebene verwirft der Regierungsrat auf Kantonsebene die Schaffung eines Kulturbeirates \u2212 etwa nach dem Vorbild des Aargauer Kuratoriums, der hier Hilfestellungen h\u00e4tte geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> Eine Garantie, dass in der F\u00f6rderung immer richtig entschieden wird, gibt es naturgem\u00e4ss nicht. Das wissen auch die Kulturverantwortlichen der Stadt Basel. Sie wollen deshalb Wert darauf legen, dass ihre F\u00f6rderpolitik dank \u00bbklarer Strukturen und Transparenz ihrer Entscheidungen\u00bb m\u00f6glichst koh\u00e4rent sind. Die Vergabeentscheide des Kantons sollen sich deshalb nach einem \u00f6ffentlich publizierten Kulturleitbild richten, das periodisch (was immer das heissen mag) immer wieder neu festgelegt werden soll.<\/p>\n<p> Das F\u00f6rdergesetz der Stadt Basel ist eine Antwort auf eine Motion der ehemaligen Grossr\u00e4tin Verena Herzog. Sie hatte auch verlangt, dass eine externe Studie \u00fcber die Bedeutung der Kultur als Standortfaktor und die durch Kultur generierten wirtschaftlichen R\u00fcckfl\u00fcsse in Auftrag gegeben wird. Die Resultate h\u00e4tten dann die Basis f\u00fcr die Formulierung des F\u00f6rdergesetzes bilden sollen. Damit hat sich der Regierungsrat schwer getan.<\/p>\n<p> Es gibt ein \u00e4hnliches, nach wie vor offenes Begehren der Ex-Grossr\u00e4tin Fabienne Vulliamoz, zu dem sich der Regierungsrat vor gut einem Jahr ge\u00e4ussert hat. Sein Kommentar ist bemerkenswert: \u00abEbenfalls bezweifeln wir\u00bb, schreibt die Exekutive, \u00abdass teuer erkaufte Allgemeinaussagen, n\u00e4mlich dass Kultur wie eingangs erw\u00e4hnt neben ihrem ideellen Gewinn auch eine gewisse \u00f6konomische Bedeutung im Sinne eines &#8218;Return on investment&#8216; hat, sich als unerwartetes neues Argumentationsinstrument f\u00fcr die Anliegen der Kulturf\u00f6rderung nutzen liesse, bzw. bestehende Strukturen in der staatlichen Kulturf\u00f6rderung \u00e4ndern w\u00fcrde. Es ist nicht zu erwarten, dass auf Grund solcher Erkenntnisse dann k\u00fcnftig Mittel aus der Wirtschafts- oder Standortf\u00f6rderung in die Kultur fliessen w\u00fcrden. <em>Wenn das der politische Wille des Parlaments w\u00e4re, k\u00f6nnte dies ohne weiteres bereits auf Grund der heute zur Verf\u00fcgung stehenden Daten gefordert werden.<\/em>\u00bb (die entscheidende Passage haben wir selber kursiv gesetzt).<\/p>\n<p> Es ist offenbar weder auf Kantons- noch auf Bundesebene in den K\u00f6pfen der Politiker, dass ein lebendiges Kulturleben nicht nur wirtschaftliche Chancen bietet, sondern die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Landes in Zukunft entscheidend mitpr\u00e4gen wird. <\/p>\n<p> Kulturf\u00f6rderung einmal nicht mehr bloss als Kostenfaktor zu sehen, sondern auch zum Thema der Wirtschafts- und Jungunternehmensf\u00f6rderung zu machen, ist mit Blick auf die Umw\u00e4lzungen der Weltwirtschaft nicht bloss \u00abnice to have\u00bb, sonden eine zwingende \u00f6konomische Notwendigkeit. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 27.03.2009 &#8212; Die Kommission f\u00fcr Wissenschaft, Bildung und Kultur des St\u00e4nderates hat die Beratung des Kulturf\u00f6rderungsgesetzes&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-411","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=411"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/411\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=411"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=411"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}