{"id":436,"date":"2014-01-11T10:18:21","date_gmt":"2014-01-11T10:18:21","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/eine-kulturkonferenz-zum-welt-vegetariertag\/"},"modified":"2014-01-11T10:18:21","modified_gmt":"2014-01-11T10:18:21","slug":"eine-kulturkonferenz-zum-welt-vegetariertag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/eine-kulturkonferenz-zum-welt-vegetariertag\/","title":{"rendered":"Eine Kulturkonferenz zum Welt-Vegetariertag"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">26.03.2010 &#8212; Das h\u00e4tte man sich ja nicht tr\u00e4umen lassen, dass man sich einmal Pascal Couchepin als Kulturminister zur\u00fcckw\u00fcnschte. Kaum ist der grosse Kater aus dem Haus, tanzen aber die M\u00e4useriche, da vermisst man pl\u00f6tzlich das feine N\u00e4schen des Waadtl\u00e4nders f\u00fcr administrative \u00d6konomie. <\/p>\n<p> Wir erinnern uns: In der Fr\u00fchjahrs-Session 2009 ging es im Nationalrat darum, die Institution eines Kulturrates im Kulturf\u00f6rderungsgesetz zu verankern. Der damalige Bundesrat goss Hohn und Spott \u00fcber das Ansinnen. Couchepin z\u00e4hlte auf, von welchen Gremien die Kultur bereits repr\u00e4sentiert wird, n\u00e4mlich \u00abvon der Konferenz der Schweizer St\u00e4dte f\u00fcr Kulturfragen, der Konferenz der kantonalen Kulturbeauftragten, Suisseculture und den Branchenorganisationen, die in die Dutzende gehen\u00bb. Wenn man da ein Gremium mehr ins Leben rufe, mokierte er sich, leiste man bloss der kulturellen Frustration Vorschub. Ein solches w\u00e4re doch bloss ein Ort der \u00abBitterkeit, Ohnmacht und Verzweiflung\u00bb (so steht\u2019s w\u00f6rtlich in den Ratsprotokollen).<\/p>\n<p> Nun, was macht das Bundesamt f\u00fcr Kultur (BAK), kaum ist der Ritter von der nicht gar so traurigen Gestalt gegens Gremien-Gr\u00fcnden gegangen? Es ruft eine <em>Nationale Kulturkonferenz<\/em> ins Leben! Eine solche soll j\u00e4hrlich, und zwar immer am 1. Oktober, Vertreter von Bund, St\u00e4dten, Kantonen und weitere national relevante Akteure in der Kulturf\u00f6rderung zusammenbringen. <\/p>\n<p> Weshalb der 1. Oktober? Weil die Konferenz so mit dem Weltvegetariertag zusammenf\u00e4llt? Will man symbolisieren, dass nach Couchepins Prophezeiung die Kultur nun ins Gras beissen muss? Oder wird am UNO-Tag der \u00e4lteren Menschen zum Trost daran erinnert, dass der b\u00fcrokratisch \u00fcberfl\u00fcssige Kulturrat der Wunsch \u00abvon etwas \u00e4lteren Kulturschaffenden\u00bb gewesen sein soll, wie ein FDP-Vertreter in der selbigen Fr\u00fchjahrs-Session mutmasste?<\/p>\n<p> Das BAK begeht mit der Ank\u00fcndigung einen Ideologiebruch; es hat dar\u00fcberhinaus gezeigt, mit welcher Klasse es die Register der symbolischen Diplomatie zu ziehen in der Lage ist. Vorgestellt hat es das obrigkeitliche Projekt n\u00e4mlich zum 10-Jahre-Jubil\u00e4um des Forums Kultur und \u00d6konomie (<a href=\"http:\/\/www.kulturundoekonomie.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.kulturundoekonomie.ch<\/a>). Die organisch gewachsene Basisorganisation bringt j\u00e4hrlich Vertreter von Bund, St\u00e4dten, Kantonen und weitere national relevante Akteure in der Kulturf\u00f6rderung zusammen.<\/p>\n<p> Das Forum ist eine Art WEF der Schweizer Kulturf\u00f6rderung, mit einer \u00e4hnlichen Problematik: Seine Mitglieder repr\u00e4sentieren nach eigener Einsch\u00e4tzung rund zweieinhalb Milliarden Franken j\u00e4hrliche F\u00f6rdergelder, oder anders gesagt so ziemlich alles, was in der Schweiz an Knete f\u00fcr Kultur aufgeworfen wird (schade, dass es Suisseculture noch nicht in den Sinn gekommen ist, dazu ein begleitendes Open Forum einzufordern).<\/p>\n<p> Die Mitglieder des exklusiven Kreises entscheiden allerdings nicht \u00fcber ihr eigenes Geld, sondern \u00fcber solches, das ihnen zu treuen H\u00e4nden anvertraut wird. Sie sind im Schweizer Kulturtheater also nicht die Regisseure, S\u00e4nger und Schauspielerinnen, sondern die Kulissenschieber, Kabeltr\u00e4ger und Garderobieren. Am j\u00e4hrlichen Klassentreffen, heuer im Luzerner S\u00fcdpol, hat man den Eindruck erhalten, sie seien sich dessen durchaus bewusst.<\/p>\n<p> Ob eine von oben verordnete Nationale Kulturkonferenz von \u00e4hnlichen Grunds\u00e4tzen geleitet werden wird? Oder ob da bloss Rosinante und Sancho Pansa etwas besser im Auge behalten werden sollen? Seine Dulcinea hat der Ritter nie zu Gesicht bekommen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 26.03.2010 &#8212; Das h\u00e4tte man sich ja nicht tr\u00e4umen lassen, dass man sich einmal Pascal Couchepin&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-436","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=436"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=436"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=436"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}