{"id":456,"date":"2014-01-11T11:37:38","date_gmt":"2014-01-11T11:37:38","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/ist-die-schweiz-ein-land-der-kulturexporte\/"},"modified":"2014-01-11T11:37:38","modified_gmt":"2014-01-11T11:37:38","slug":"ist-die-schweiz-ein-land-der-kulturexporte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/ist-die-schweiz-ein-land-der-kulturexporte\/","title":{"rendered":"Ist die Schweiz ein Land der Kulturexporte?"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">07.01.2011 &#8212; Der Schweizer Franken wird immer st\u00e4rker, darunter leidet die Exportindustrie, und man kann sich an den Fingern abz\u00e4hlen, dass traditionelle helvetische Exportbranchen \u2013 etwa die Zubeh\u00f6rlieferanten der Auto- und Flugzeugindustrie \u2013 einen immer schwereren Stand haben werden. Da wird naheliegenderweise der Ruf nach dem einfachen Rezept einer Abwertung der Schweizer W\u00e4hrung laut. Wenn der Franken zu teuer wird, muss man ihn halt verbilligen. Dummerweise funktioniert das nicht. Wenn Schwingerk\u00f6nig Kilian Wenger im Fliegengewichts-Boxen antreten will, erntet er auch nur ein m\u00fcdes L\u00e4cheln. <\/p>\n<p> Solider sind Massnahmen, die davon ausgehen, dass die Schweiz auf dem Weltmarkt k\u00fcnftig vor allem mit Produkten im Hochqualit\u00e4tsbereich wird punkten k\u00f6nnen. Das hat ziemlich viel mit \u00e4sthetischer und kultureller Kompetenz zu tun. Hochklassige Produkte werden von hochgebildeten, einfallsreichen, innerlich freien und vielseitig interessierten Menschen hergestellt. Sie k\u00f6nnen aber sogar auch direkt aus der Kreativ- und Kulturwirtschaft stammen.<\/p>\n<p> Wie sieht denn die \u00e4sthetische Aussenhandelsbilanz der Schweiz heute aus? Die Unctad, die Konferenz f\u00fcr Handel und Entwicklung der Vereinten Nationen, hat dazu die Zahlen: Zwischen 2000 und 2005, in der Periode, f\u00fcr die solche vorliegen, hat die Schweiz mehr Kulturg\u00fcter importiert als exportiert. Das Ungleichgewicht hat sich sogar noch st\u00e4rker in Richtung Importe verschoben. <\/p>\n<p> 2005 erreichten die Einfuhren einen Wert von knapp 10 Milliarden Dollar, die Ausfuhren 6 Milliarden. Die Schweiz unterscheidet sich da etwa von Deutschland, das sich in dieser Periode von einem Kulturimport- in ein Kulturexportland gewandelt hat \u2013 f\u00fcr Frankreich ist\u2019s gerade umgekehrt. \u00d6sterreich ist (trotz Mozartkugeln) ebenfalls ein Kulturimportland geblieben, Italien hingegen war und blieb ein starker Kulturexporteur. <\/p>\n<p> Erfreulich ist f\u00fcr die Schweiz, dass die Kulturexporte absolut gesehen zugenommen haben: Sie beliefen sich 2000 auf gut 4 Milliarden Dollar, 2005 auf 6 Milliarden Dollar. Das ist laut Bundesamt f\u00fcr Statistik etwa gleich viel wie die Kunststoffindustrie ins Ausland verscherbelt und dreimal soviel wie die Textilindustrie und zw\u00f6lfmal soviel wie die K\u00e4sehersteller. Kulturg\u00fcter sind ein Exportfaktor und d\u00fcrften es mit dem starken Franken noch vermehrt werden.<\/p>\n<p> Kultur, suggerieren die Massenmedien, scheint darin zu bestehen, immer wieder eine neue Sau durchs Dorf zu treiben und alles ausser der neusten Mode als sowas von Out zu betrachten. Seri\u00f6se Kulturschaffende wissen, dass das Bl\u00f6dsinn ist. Ein neues Buch, eine neue Inszenierung oder frische Ideen in der bildenden Kunst und in Design sind bloss Bausteinchen eines sich kontinuierlich, aber nicht sprunghaft ver\u00e4ndernden Kulturlebens. In der Kultur werden wie in der Natur keine Spr\u00fcnge gemacht, es sei denn solche der Freude \u2013 ab und zu. <\/p>\n<p> Dasselbe gilt f\u00fcr die Wirtschaftsstruktur eines Landes. Die Schweiz wird nicht von heute auf morgen von einem Industrie- und Finanzplatz zum Weltzentrum der Kreativwirtschaft (schade eigentlich). Tendenziell d\u00fcrfte letztere aber im Mix der Branchen in unserem Land in naher und mittlerer Zukunft eine wichtigere Rolle spielen \u2013 und m\u00f6glicherweise gar einen strategischen Beitrag zum materiellen Wohlergehen und zur globalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit leisten. Scheinbar von alleine bewegen sich hierzulande allerdings bloss Tinguelys Maschinen. In der Politik m\u00fcssen Interessierte nach wie vor schon selber Hand anlegen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 07.01.2011 &#8212; Der Schweizer Franken wird immer st\u00e4rker, darunter leidet die Exportindustrie, und man kann sich&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-456","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/456","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=456"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/456\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=456"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=456"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=456"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}