{"id":472,"date":"2014-01-11T11:49:26","date_gmt":"2014-01-11T11:49:26","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/die-kreativen-und-der-starke-franken\/"},"modified":"2014-01-11T11:49:26","modified_gmt":"2014-01-11T11:49:26","slug":"die-kreativen-und-der-starke-franken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/die-kreativen-und-der-starke-franken\/","title":{"rendered":"Die Kreativen und der starke Franken"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">12.08.2011 &#8212; Was f\u00fcr Konsequenzen hat der zu starke Franken f\u00fcr die Kultur- und Kreativwirtschaft in der Schweiz? Kurzfristig leidet die Kulturwirtschaft, langfristig steigt die Bedeutung der Kreativen. Die Kulturwirtschaft \u2013 vor allem die Festivalveranstalter in Sachen klassischer Musik \u2013 d\u00fcrften \u00e4hnlich wie die Hotellerie einen R\u00fcckgang ausl\u00e4ndischer G\u00e4ste verzeichnen (die Bilanzen der laufenden Sommerfestivals wird dar\u00fcber Klarheit bringen. Die Festivals sind ja in gewisser Hinsicht Teil der stark leidenden Exportbranche, die ihren Umsatz paradoxerweise im Inland generiert. Statt dass sie zu ausl\u00e4ndischen Kunden gehen w\u00fcrde, kommen diese zu ihr). Ein Festival- oder Theaterbesuch in der Schweiz d\u00fcrfte f\u00fcr Deutsche, Briten und andere beliebte Stammg\u00e4ste heuer wesentlich teurer ausfallen \u2013 von den Amerikanern und anderen in Dollar rechnenden Globetrottern ganz zu schweigen.<\/p>\n<p> Langfristig kann die gesamte Kreativwirtschaft einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die national\u00f6konomischen Folgen des starken Frankens abzufedern. Es d\u00fcrfte n\u00e4mlich zu einer weiteren Welle der Deindustrialisierung des Landes kommen, die irgendwie kompensiert werden muss. Die Produkte der Schweizer Kreativwirtschaft finden sich in hochqualitativen Nischenm\u00e4rkten, in denen der Preis nicht die Bedeutung hat wie etwa f\u00fcr einen Zulieferer der Automobilindustrie oder den Hersteller von Maschinenteilen.<\/p>\n<p> Kreativwirtschaftler sehen sich zudem seit l\u00e4ngerem vermehrt gezwungen, ihren Lebensunterhalt mit selbst\u00e4ndiger unternehmerischer Arbeit zu verdienen. Sie sollten deshalb tendenziell fitter sein als der traditionelle KMU- und Grossunternehmens-Angestellte f\u00fcr das, was auf das Land zukommt. <\/p>\n<p> Die Kultur- und Kreativwirtschaften stehen vor drei grossen und eng zusammenh\u00e4ngenden Herausforderungen, wenn sie ihren Beitrag zum Wohl des Landes unter ver\u00e4nderten globalen Marktregeln leisten wollen. Zum ersten m\u00fcssten Unternehmen der Schweizer Kreativwirtschaft vermehrt lernen, in deutlich gr\u00f6sseren Dimensionen als bisher zu denken, und die in ihren Kreisen gerne gelebte, etwas eigenbr\u00f6tlerische Gen\u00fcgsamkeit \u00fcberwinden. Es gibt Chancen f\u00fcr Schweizer Firmen, sei es als Herstellerinnen erstklassiger G\u00fcter, sei es als Zuliefererinnen oder als Dienstleisterinnen, auf dem Weltmarkt mitzuspielen. Schweizer Qualit\u00e4t hat nach wie vor einen exzellenten Ruf. Und nicht nur das: Sie ist auch heute noch nicht einfach bloss Legende. <\/p>\n<p> Letzteres hat ganz wesentlich mit dem dualen Berufsbildungssystem zu tun, das unsch\u00e4tzbare Ressourcen im handwerklichen und administrativen Bereich garantiert. Zum zweiten muss also daf\u00fcr gesorgt werden, dass eine Berufskarriere \u00fcber eine Berufslehre nach wie vor sexy bleibt. F\u00fcr junge Schweizer Berufseinsteiger muss es genauso interessant sein, Feinmechaniker, B\u00e4cker oder Maurer zu lernen wie ein BWL-Studium oder eine Schauspielschule zu absolvieren.<\/p>\n<p> Das heisst, man muss die gesellschaftliche Hochachtung vor diesen Berufen wachhalten oder vitalisieren und f\u00fcr Durchl\u00e4ssigkeit der Strukturen sorgen. Ein erster Schritt dazu w\u00e4re, in den entsprechenden Verb\u00e4nden aufeinander zuzugehen, statt sich als Antagonisten zu verstehen.<\/p>\n<p> Drittens schliesslich muss man in der Kreativwirtschaft Berufskarrieren zum Normalfall machen, die nicht zwangsl\u00e4ufig in atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen enden. <\/p>\n<p> Der Franken ist stark, es gibt viel zu tun. Schade, dass von denen, die\u2019s am meisten anginge, dazu gar keine Impulse kommen: von den Berufsverb\u00e4nden, Gewerkschaften und Dachorganisationen der Kreativen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>cf<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 12.08.2011 &#8212; Was f\u00fcr Konsequenzen hat der zu starke Franken f\u00fcr die Kultur- und Kreativwirtschaft in&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-472","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=472"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/472\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}