{"id":489,"date":"2014-01-11T11:58:23","date_gmt":"2014-01-11T11:58:23","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/in-was-fuer-haeusern-wollen-wir-leben\/"},"modified":"2014-01-11T11:58:23","modified_gmt":"2014-01-11T11:58:23","slug":"in-was-fuer-haeusern-wollen-wir-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/in-was-fuer-haeusern-wollen-wir-leben\/","title":{"rendered":"In was f\u00fcr H\u00e4usern wollen wir leben?"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">04.05.2012 &#8212; Der Heimatschutz der Schweiz ist gefordert. Unter Strom setzt ihn die Energiepolitik. Sie sorgt unter anderem daf\u00fcr, dass sogar altehrw\u00fcrdige Bauernh\u00e4user blau, blau, blau zu bl\u00fchen beginnen \u2013 dank Solarpanels. Zudem gibt\u2019s Druck von der Tourismusbranche. Die lebt n\u00e4mlich hierzulande (anders als in Bilboa, Berlin oder Dubai) vom bl\u00fcemlete Tr\u00f6gli. So wird dann halt eine Kapellbr\u00fccke in Luzern wieder rekonstruiert, wenn sie abbrennt, und auf den Weissenstein bei Solothurn (da sind wir zuhause) muss es unbedingt die historische Sesselibahn sein. Eine neue hat halt nicht den gleichen Charme und dokumentarischen Wert in Sachen Schweizer Bergtransport-Mittel. Und die Stadt Bern steht als Weltkulturerbe eh schon lange unter dem Schutz der UNESCO.<\/p>\n<p> Der fr\u00fchere Stadtpr\u00e4sident von Biel tr\u00e4gt den Namen einer urschweizerischen historischen H\u00e4usergattung. Ausgerechnet er hat als Nationalrat ein Postulat eingereicht, das den Bundesrat beauftragen m\u00f6chte, \u00abdie Basis f\u00fcr ein F\u00f6rderkonzept bez\u00fcglich der zeitgen\u00f6ssischen Architektur und der aktuellen Baukultur insgesamt zu schaffen\u00bb. Der mittlerweile zum St\u00e4nderat mutierte Hans St\u00f6ckli stellt darin fest, dass \u00abf\u00fcr die Pflege und f\u00fcr spezifische Projekte des Heimatschutzes und der Denkmalpflege 85 Millionen Franken vorgesehen\u00bb sind, die zeitgen\u00f6ssische Baukultur hingegen leer ausgeht. <\/p>\n<p> In einer Stellungnahme erkl\u00e4rt der Bundesrat n\u00fcchtern, im Rahmen der Beratungen der Kulturbotschaft seien \u00abverschiedene Einzelantr\u00e4ge zur F\u00f6rderung der Baukultur abgelehnt\u00bb worden. Und ein F\u00f6rderungskonzept f\u00fcr eine umfassende Unterst\u00fctzung der zeitgen\u00f6ssischen Baukultur lasse sich mangels Rechtsgrundlagen im Kulturf\u00f6rderungsgesetz nicht umsetzen. <\/p>\n<p> Aufgepasst! Die Sache ist aus Sicht der Kreativen komplexer, als man vermuten k\u00f6nnte. Geht\u2019s um die F\u00f6rderung der Kreativit\u00e4t im Land, sind bemerkenswerte \u00e4sthetische Entscheidungen in der Baukultur eine zweischneidige Sache. Am kreativsten geht\u2019s in der Regel an st\u00e4dtebaulichen Unorten zu und her, weil diese keine Vorpr\u00e4gungen darstellen und Ver\u00e4nderungsimpulse anregen. Das ist das Erfolgskonzept so spektakul\u00e4r erfolgreicher Kreativwirtschaftler wie der Br\u00fcder Freitag (die mit den Taschen aus Lastwagenblachen). <\/p>\n<p> Stilvolle und trendige Umgebungen sind in der Regel eher kreativit\u00e4tshemmend. Um so richtig Luft f\u00fcr neue Ideen zu haben, solllte eine Gegend weder mit historisch wertvollen noch designpreisgekr\u00f6nten Kunstbauten \u00fcberstellt werden. In gewisser Hinsicht zeugt das Postulat St\u00f6cklis von einem gut gemeinten Denkfehler.<\/p>\n<p> Wir unterstellen dem als Stadtpr\u00e4sident sehr erfolgreich gewesenen Landschaftsplaner die richtige Absicht, n\u00e4mlich St\u00e4dte und D\u00f6rfer lebenswerter zu machen. Dazu braucht es aber nicht bessere Architekturen, sondern Quartierplanungen, die Begegnungen erm\u00f6glichen, emotionale und intellektuelle Anregungen bieten und vielleicht sogar akustische Stadtraumgestaltung. Nicht Dinge, Funktionen sind entscheidend. Weil diese aber nicht so unmittelbar sichtbar werden, befassen sich Politiker nicht so gerne damit. Die streben lieber Resultate an, die ihre Leistungen unmittelbar sichtbar machen. Sozusagen in Stein gemeisselt.<\/p>\n<p> Seit St\u00f6ckli ins St\u00f6ckli gewechselt hat, ist seine Parteikollegin Josiane Aubert f\u00fcr das Anliegen zust\u00e4ndig. Das Postulat ist noch einger\u00fcstet. Und wer sich nun fragt,was das alles mit Musik zu tun hat&#8230; \u00f6\u00f6h &#8230;nichts!? <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 04.05.2012 &#8212; Der Heimatschutz der Schweiz ist gefordert. Unter Strom setzt ihn die Energiepolitik. 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