{"id":490,"date":"2014-01-11T11:59:07","date_gmt":"2014-01-11T11:59:07","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/sondersession-zu-fragen-des-urheberrechts\/"},"modified":"2014-01-11T11:59:07","modified_gmt":"2014-01-11T11:59:07","slug":"sondersession-zu-fragen-des-urheberrechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/sondersession-zu-fragen-des-urheberrechts\/","title":{"rendered":"Sondersession zu Fragen des Urheberrechts"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">18.05.2012 &#8212; Es ist ein Megathema, und m\u00f6glicherweise stehen wir vor einem fundamentalen Paradigmawechsel mit weitreichenden Konsequenzen. Die Ausgestaltung der Urheberrechte besch\u00e4ftigt. Die politische und gesellschaftliche Diskussion scheint aber noch nicht wirklich in Gang gekommen zu sein. Typisch f\u00fcr solche tiefgreifenden Umw\u00e4lzungen: Zur Zeit sind vor allem Bem\u00fchungen zu beobachten, die vorhandenen Strukturen zu sch\u00fctzen. Oder gleich ganz zu schleifen.<\/p>\n<p> Wer soll f\u00fcr welche geistigen Sch\u00f6pfungen auf welche Weise wieviel Entgelt erhalten? Die Frage durchzieht auch das Programm der anstehenden Sommersession der Schweizer Legislative \u2013 ohne dass es zu einer Gesamtschau kommen w\u00fcrde. Leider ist das Thema nicht allzu publikumswirksam, es sei denn man verbindet es mit skurrilen Vorstellungen in der Art der Piratenparteien oder mit Attacken gegen die Ressourcen der \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien von rechtsb\u00fcrgerlicher Seite.<\/p>\n<p> Gewerbe, Dienstleister und Industrien abseits der Kreativwirtschaft, das heisst m\u00e4chtige Lobbys, haben kein Interesse daran, das Thema aufs Tapet zu bringen. Sie bef\u00fcrchten, dass unter dem Strich f\u00fcr sie bloss (noch) mehr Abgaben anfallen w\u00fcrden. Gegen einschl\u00e4gige Geb\u00fchren (Suisa, Pro Litteris, Billag) machen sie eh schon Front, und weitere Zusch\u00fcsse, etwa in der Art der deutschen K\u00fcnstlersozialkasse, versuchen sie um jeden Preis zu vermeiden. Da erstickt man die ganze Diskussion doch gleich lieber im Keim.<\/p>\n<p> So stehen denn in Bundesbern verschiedene Vorst\u00f6sse mehr oder weniger unverbunden nebeneinander. Da verlangt etwa Nationalrat Balthasar Gl\u00e4ttli in einem Postulat (12.3173), dass der Bundesrat eine \u00abangemessene Entsch\u00e4digung von Kulturschaffenden unter Einhaltung der Privatsph\u00e4re der Internetnutzenden\u00bb pr\u00fcfen soll. Sein Kollege Luc Recordon m\u00f6chte mit Hilfe eines weiteren Postulates (12.3327), dass \u00abdie sehr schwierige Situation der Schweizer Literatur und des Buchs in der Schweiz\u00bb zum Thema wird. <\/p>\n<p> St\u00e4nder\u00e4tin Geraldine Savary hat im St\u00f6ckli ein Postulat zur Situation auf dem Buchmarkt eingereicht (12.3195), und die Staatspolitische Kommission des Nationalrates verlangt mit einer Motion, dass ein \u00abF\u00f6rderkonzept zur St\u00e4rkung der staats- und demokratiepolitischen Bedeutung der Medien\u00bb erarbeitet wird. Es geht auch da um angemessene Abgeltung kreativer Leistungen.<\/p>\n<p> Wie wirr die Debatte zur Zeit noch ist, zeigen schon die zum Teil diametral auseinanderklaffenden Analysen des Ist-Zustandes. Beklagen die einen \u2013 etwa Recordon \u2013 den scheinbar \u00fcberaus steinigen Boden f\u00fcr Schweizer Kulturschaffende, diagnostizieren andere eine \u00dcberversorgung mit F\u00f6rdermitteln. Auch der materielle Wert kultureller Leistungen wird sehr unterschiedlich eingesch\u00e4tzt. <\/p>\n<p> Das alles w\u00e4re Stoff f\u00fcr eine Sondersession zu Urheberschaft, geistigem Eigentum und Finanzierungsmodellen. Aber wie gesagt, leider ist das Thema f\u00fcr Politiker zu wenig attraktiv. Diejenigen, die sich dezidiert f\u00fcr eine echte Kulturpolitik einsetzen m\u00f6chten, beklagen im privaten Kreis, dass sie sich mit solchen Anliegen im Politzirkus marginalisieren und beim W\u00e4hler nicht punkten k\u00f6nnen. <\/p>\n<p> Es ist seltsam, mit welcher Nochalance diese Themen untersch\u00e4tzt werden. Zu recht weist man immer wieder darauf hin, dass Bildung und Forschung die Zukunft des Landes bedeuten. Da k\u00f6nnte man sich ruhig etwas dezidierter mit den Rahmenbedingungen besch\u00e4ftigen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 18.05.2012 &#8212; Es ist ein Megathema, und m\u00f6glicherweise stehen wir vor einem fundamentalen Paradigmawechsel mit weitreichenden&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-490","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/490","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=490"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/490\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=490"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=490"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=490"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}