{"id":500,"date":"2014-01-11T12:04:22","date_gmt":"2014-01-11T12:04:22","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/europas-plaene-fuer-kreative-und-kulturschaffende\/"},"modified":"2014-01-11T12:04:22","modified_gmt":"2014-01-11T12:04:22","slug":"europas-plaene-fuer-kreative-und-kulturschaffende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/europas-plaene-fuer-kreative-und-kulturschaffende\/","title":{"rendered":"Europas Pl\u00e4ne f\u00fcr Kreative und Kulturschaffende"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">05.10.2012 &#8212; Die Europ\u00e4ische Kommission hat vor einigen Tagen zuhanden des europ\u00e4ischen Parlamentes eine Mitteilung (COM(2012) 537) ver\u00f6ffentlicht. Sie soll laut Untertitel aufzeigen, wie \u00abdie Kultur- und Kreativwirtschaft als Motor f\u00fcr Wachstum und Besch\u00e4ftigung in der EU\u00bb genutzt werden k\u00f6nnte. Innovation, steht da nach den \u00fcblichen sch\u00f6ngeistigen Beschw\u00f6rungen der Bedeutung von Kultur, werde \u00abzunehmend von nichttechnologischen Faktoren wie Kreativit\u00e4t, Design und neuen Organisations- und Gesch\u00e4ftsmodellen vorangetrieben\u00bb. Sie sei in erheblichem Masse von kreativen \u00ab\u00d6kosystemen\u00bb abh\u00e4ngig, in denen \u00abdie Qualit\u00e4t und Vielfalt der Akteure sowie der sektor\u00fcbergreifenden Partnerschaften entscheidende Faktoren\u00bb seien. <\/p>\n<p> Dann wird eine statistische Kenngr\u00f6sse beschworen, die auf Basis sicherlich kluger Modelle aus Entwicklungszahlen rausgerechnet werden kann: Bei Unternehmen, die doppelt so viel Mittel in kreativen Input investieren wie der Durchschnitt, sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie Produktinnovationen hervorbr\u00e4chten, um 25 Prozent h\u00f6her als \u00fcblich.<\/p>\n<p> Nachgeschoben werden dann auch wieder die notorischen Kultur-rettet-die-Welt-Szenarien, wonach die Kreativen eine \u00abwichtige Ressource f\u00fcr gesellschaftliche Innovation und f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung grosser gesellschaftlicher Herausforderungen (zum Beispiel Klimawandel, nachhaltige Entwicklung, demografischer Wandel und kulturelle Vielfalt)\u00bb darstellten. Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den Kampf um die Gleichheit der Geschlechter, den Sieg \u00fcber den Welthunger, nachhaltigen Weltfrieden und Tilgung des Analphabetismus. Sei\u2019s drum. <\/p>\n<p> Voraussetzung erfolgreicher Strategien f\u00fcr die Kultur- und Kreativwirtschaft seien in der Regel \u00abdie vollst\u00e4ndige Erfassung und Mobilisierung der kulturellen und kreativen Ressourcen eines bestimmten Gebiets\u00bb, heisst\u2019s in der Mitteilung. Solche Strategien seien ganzheitlich angelegt, strebten den Aufbau von Partnerschaften zwischen verschiedenen Bereichen an (Kultur, Industrie, Wirtschaft, Bildung, Tourismus, Raumplanung usw.) und w\u00fcrden alle relevanten Stakeholder des \u00f6ffentlichen und privaten Sektors mit einbeziehen, um ein m\u00f6glichst breites Engagement zu erreichen. <\/p>\n<p> Die Europ\u00e4ische Kommission m\u00f6chte dazu Finanzinstitute (zur Finanzierung von Gesch\u00e4ftsmodellen und Projekten) st\u00e4rker in die Pflicht nehmen; sie m\u00f6chte auch Kooperationen zwischen den Kultur- und Kreativirtschaftsvertretern sowie Branchen wie Tourismus und Informations- und Kommunikationstechnologien anregen. <\/p>\n<p> Es braucht aber noch etwas mehr: In der F\u00f6rderung von Jungunternehmen m\u00fcssten vermehrt Modelle und Strategien ber\u00fccksichtigt werden, die den speziellen Anforderungen von Klein- und Kleinstunternehmen an der Basis der Kultur- und Kreativirtschaft entsprechen. <\/p>\n<p> Diese Firmen zeigen in der Regel eine langsamere Umsatzentwicklung und tiefere Margen als Industrieunternehmen, und sie florieren dank einer bunten Mischung an Produkten und Dienstleistungen, an Arbeitszeitmodellen und Mitarbeiterstrukturen. Solche Eigenschaften werden in der konventionellen Start-up-F\u00f6rderung gerne als Hypotheken betrachtet. <\/p>\n<p> M\u00f6glicherweise \u00fcberraschende Kooperationspotentiale sieht die Mitteilung der Europ\u00e4ischen Kommission auch zwischen dem Europ\u00e4ischen Landwirtschaftsfonds f\u00fcr die Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raums und den Kreativen \u2013 nicht zuletzt zur St\u00e4rkung l\u00e4ndlicher Gebiete. Da ist der Europ\u00e4ischen Kommission nur beizupflichten: Denken in Kontrasten wie innovative Urbanit\u00e4t vs. konservative Provinzialit\u00e4t sind heute so falsch wie hinderlich.<\/p>\n<p> Auch unter Schweizer Kulturschaffenden wird Innovation noch allzusehr mit Urbanit\u00e4t assoziiert. Dabei h\u00e4tten doch gerade wir Eidgenossen im Stadt-Land-Ausgleich und der Hochachtung vor l\u00e4ndlichen Kulturen Kompetenzen, dank denen wir einen bedeutenden Beitrag zu globalen Herausforderungen regionaler Entwicklungen beitragen k\u00f6nnten. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 05.10.2012 &#8212; Die Europ\u00e4ische Kommission hat vor einigen Tagen zuhanden des europ\u00e4ischen Parlamentes eine Mitteilung (COM(2012)&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-500","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=500"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/500\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}