{"id":506,"date":"2014-01-11T14:21:07","date_gmt":"2014-01-11T14:21:07","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/srf-das-web-und-der-verlegerverband\/"},"modified":"2014-01-11T14:21:07","modified_gmt":"2014-01-11T14:21:07","slug":"srf-das-web-und-der-verlegerverband","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/srf-das-web-und-der-verlegerverband\/","title":{"rendered":"SRF, das Web und der Verlegerverband"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">11.01.2013 &#8212; Wir fragen uns ja, wie die Zeitungs-Verleger auf die Idee kommen, ihnen geh\u00f6re auch das Online-Gesch\u00e4ft und sie h\u00e4tten da die Deutungshoheit. Mit Blick auf die Aufgaben der \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien benehmen sie sich (respektive der nicht unumstrittene Pr\u00e4sident der Verbandes Schweizer Medien) zumindest so, als h\u00e4tten sie da das Sagen und nicht die Politik. An einschl\u00e4gigen Branchentreffen, die (wegen des Dreik\u00f6nigstages) sinnigerweise als eine Art \u00abK\u00f6nigstagungen\u00bb gelabelt sind, wird gefuttert und gewettert (egal in welcher Reihenfolge). Was f\u00fcr Kleider tragen diese K\u00f6nige? In Sachen Onlinejournalismus sind die Zeitungsdrucker auch bloss Besatzungsmacht. Die Printverleger usurpieren und domestizieren den neuen Kanal, der sich autonom und unabh\u00e4ngig von alten Brancheninteressen entfalten k\u00f6nnen sollte. Das ist keineswegs im Interesse der Medienvielfalt.<\/p>\n<p> F\u00fcr Onlinejournalismus gelten mit Blick auf \u00f6ffentlich-rechtliche Aufgaben dieselben \u00dcberlegungen wie in Sachen Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Der Staat, das heisst der B\u00fcrger, das heisst <em>wir<\/em>, haben ein Interesse an einem verantwortungsvollen, nicht kommerziell motivierten Webmedien-Angebot mit dem wir uns staatsb\u00fcrgerlich identifizieren k\u00f6nnen, das in Sachen Qualit\u00e4t die Latte legen kann und als mediales Gravitiationszentrum eine Vielfalt an Drittleistungen und -projekten zu erm\u00f6glichen hat, so wie dies SRF in Sachen Radio und Fernsehen tun. <\/p>\n<p> Dar\u00fcber hat die Politik zu entscheiden und nicht die Verlegerlobby. Es gilt deshalb zu verhindern, dass der Verband (traditioneller) Schweizer Medien sich zum massgebenden Ansprechpartner und Moderator der entsprechenden Diskussion machen kann. Es gilt, den Vorwurf, den der Verband dem Schweizer Radio und Fernsehen macht, auf ihn selber zu projizieren: Drucker, bleib bei den Bleilettern. Die gedruckten Zeitungen, Lokalradios und -fernsehen sind nicht die Interessensvertreter der Onlinebranche, sie sind ihre etablierte Konkurrenz, die \u2013 hat sie das Sagen \u2013 zukunftstr\u00e4chtige Entwicklungen und Innovationen verhindert, weil es ihr in erster Linie darum geht, r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Publikations- und Gesch\u00e4ftsmodelle zu sch\u00fctzen und die Machtverh\u00e4ltnisse zu erhalten. <\/p>\n<p> Man kann sich allerdings auf den Standpunkt stellen, dass auch das \u00f6ffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen im Grunde nach den gleichen Argumenten nicht die richtige Instanz ist, um ein autonomes \u00f6ffentlich-rechtliches Angebot im Web aufzubauen. Die Dinge sind allerdings etwas komplizierter, weil die verschiedenen Kan\u00e4le miteinander interagieren. Die Medienkonvergenz hat ja bereits dazu gef\u00fchrt, dass sich Radio- und Fernsehmacher zusammengeschlossen haben. <\/p>\n<p> Staatsphilosophisch korrekt w\u00e4re es dennoch, wenn der Staat (also wir B\u00fcrger) ein unabh\u00e4ngiges \u00f6ffentlich-rechtliches Internetmedium initiieren w\u00fcrde, mit dem Auftrag, analog zum Radio- und Fernseh- ein Internetangebot aufzubauen. Ein solcher grosser und vision\u00e4rer Wurf ist heute politisch leider, leider nicht vorstellbar. Man kann deshalb immerhin damit leben, dass das bestehende SRF die Aufgabe \u00fcbernimmt und so als grosser Player ein Umfeld schafft, in dem sich eine unabh\u00e4ngige private Webjournalismus-Branche entfalten kann. Die einzige Investition, die SRF sch\u00fctzen muss, ist n\u00e4mlich die Verantwortung gegen\u00fcber den Staatsb\u00fcrgern. Die Shareholder der privaten Verleger haben partikul\u00e4re Interessen, die das Gemeinwohl nicht unbedingt einschliessen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>cf<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 11.01.2013 &#8212; Wir fragen uns ja, wie die Zeitungs-Verleger auf die Idee kommen, ihnen geh\u00f6re auch&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-506","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=506"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/506\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}