{"id":515,"date":"2014-01-11T14:25:58","date_gmt":"2014-01-11T14:25:58","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/unsere-kulturausgaben-hoch-aber-nicht-spitze\/"},"modified":"2014-01-11T14:25:58","modified_gmt":"2014-01-11T14:25:58","slug":"unsere-kulturausgaben-hoch-aber-nicht-spitze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/unsere-kulturausgaben-hoch-aber-nicht-spitze\/","title":{"rendered":"Unsere Kulturausgaben: hoch, aber nicht Spitze"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">31.05.2013 &#8212; Ein neue Auslegeordnung der EU (<a href=\"http:\/\/www.culturalpolicies.net\/web\/statistics-funding.php?aid=232&amp;cid=80&amp;lid=en\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> zu finden) zu den europ\u00e4ischen Kulturausgaben erlaubt einen groben Quervergleich der L\u00e4nder, die Schweiz eingeschlossen. Interessant sind vor allem die Pro-Kopf-Ausgaben f\u00fcr Kultur \u2012 auch diese m\u00fcssen aber nat\u00fcrlich mit Vorsicht genossen werden. Die Berechnungsgrundlagen d\u00fcrften keinesfalls einheitlich sein. Und sie relativieren sich mit Blick auf Kaufkraft, Produktionskosten und so weiter.<\/p>\n<p> Die \u00f6ffentliche Hand hat in der Schweiz im Zeitraum 2010\/11 235 Euro pro Kopf f\u00fcr Kultur ausgegeben. Spitzenreiter sind in der Statistik Monaco mit 1610 Euro und Liechtenstein mit 711 Euro, Kleinststaaten mit spezieller Dynamik und damit wenig aussagekr\u00e4ftige Ausreisser, die wir gleich wegstreichen. <\/p>\n<p> Mit der Schweiz vergleichbare Zahlen erreichen Schweden (278 Euro), Norwegen (446 Euro), D\u00e4nemark (300), die Niederlande (338 Euro) und \u00d6sterreich (273 Euro). Von unseren restlichen Nachbarn erreicht Italien 117 Euro. F\u00fcr Frankreich gibt\u2019s keine Zahlen. Die Schlusslichter sind Georgien (9,3 Euro), Moldavien (7,7 Euro), die Ukraine (12,2 Euro) und Serbien (15 Euro). <\/p>\n<p> Die Schweiz ist in Europa also kein absoluter Spitzenreiter in Sachen staatlicher Kulturf\u00f6rderung, bewegt sich aber etwa so im oberen Drittel der Staaten. Gegen den Trend stellt sich das Land \u00fcberdies, wenn es um die zeitliche Entwicklung der Ausgaben geht. Sie hat diese (laut der EU-Statistik) von 2009 auf 2010\/11 deutlich erh\u00f6ht (von 207 auf 235 Euro pro Kopf).<\/p>\n<p> Zum Teil deutlich abgebaut haben im gleichen Zeitraum Kroatien, Georgien, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Portugal, Rum\u00e4nien und Serbien. Zugelegt haben Aserbeidschan, Tschechien, Griechenland (wir zitieren ja bloss die Statistik), Malta, Monaco, Norwegen, Polen und Schweden. Da zeigt sich kaum ein Muster, weshalb man vielleicht am besten davon Abstand nimmt, irgendwelche Trends konstruieren zu wollen. <\/p>\n<p> Wie kommentieren die EU-Verantwortlichen die Tabelle? Sie weisen darauf hin, dass das Zahlenmaterial zu wenig robust ist, dass es Aussagen dar\u00fcber erlauben w\u00fcrde, inwiefern die Wirtschaftskrisen die Kulturausgaben beeinflusst haben. Sie setzen sich aber daf\u00fcr ein, dass der Blickhorizont ausgeweitet wird. Wichtig sei zu verfolgen, wie sich der Zugang zu kulturellen Angeboten und die Partizipation entwickelten, wie breit abgest\u00fctzt das Kulturleben also ist. <\/p>\n<p> Ein spezielles <a href=\"http:\/\/www.culturalpolicies.net\/web\/intercultural-cities.php?aid=177&amp;cid=160\" target=\"\" rel=\"noopener noreferrer\">Ranking<\/a> misst \u00fcberdies, wie interkulturell vielf\u00e4ltig europ\u00e4ische St\u00e4dte sind. Den Spitzenrang unter den multikulturellen St\u00e4dten Europas hat \u2012 Neuenburg. Laut EU hat die Stadt dies der lokalen Politik zu verdanken, die der Interkulturalit\u00e4t konsequent Rechnung trage. Das ist interessant, hat die Stadt national doch eher den Ruf einer knausrigen Kulturf\u00f6rdererin. Wir lassen das mal so stehen. <\/p>\n<p> Gefolgt wird Neuenburg von Oslo, Z\u00fcrich und Kopenhagen. Z\u00fcrich loben die EU-Funktion\u00e4re unter anderem wegen der guten Durchmischung der Bev\u00f6lkerung; es gebe da kein monoethnischen Quartiere, sprich Parallelgesellschaften. Bem\u00e4ngelt wird das kulturell wenig differenzierte Medienangebot in der Limmatstadt. Die erste deutsche Stadt ist Dortmund auf dem neunten Rang. Weit, weit abgeschlagen ist Genf (unter den letzten elf). <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>cf<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 31.05.2013 &#8212; Ein neue Auslegeordnung der EU (hier zu finden) zu den europ\u00e4ischen Kulturausgaben erlaubt einen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-515","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=515"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}