{"id":516,"date":"2014-01-11T14:26:26","date_gmt":"2014-01-11T14:26:26","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/von-birnensaeften-und-filmarchiven\/"},"modified":"2014-01-11T14:26:26","modified_gmt":"2014-01-11T14:26:26","slug":"von-birnensaeften-und-filmarchiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/von-birnensaeften-und-filmarchiven\/","title":{"rendered":"Von Birnens\u00e4ften und Filmarchiven"},"content":{"rendered":"<p><center><em>Von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<table align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"70\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\">14.06.2013 &#8212; Die Probleme, welche die Bundespolitik besch\u00e4ftigen, wirken manchmal etwas skurril. So haben National- und St\u00e4nder\u00e4te in der laufenden Session die Staatsrechnung 2012 und den Voranschlag 2013 abgesegnet. Die finanzpolitischen Aussichten lassen sich auf eine Kurzformel bringen: Wir haben einerseits einmal mehr einen \u00dcberschuss produziert und die Staatsquote gesenkt, daf\u00fcr aber einen R\u00fcckgang des Wirtschaftswachstums zu beklagen. Andererseits hat die Schweiz zu viel Birnensaft. <\/p>\n<p> Wir zitieren aus dem entsprechenden Antrag A2310.0148: Die Grossernte im Jahr 2011 hat dazu gef\u00fchrt, dass der Marktpreis beim Birnensaftkonzentrat zusammengebrochen ist. Die Branche verfolgt verschiedene Massnahmen, um den Absatz von Birnensaft und Birnensaftprodukten zu st\u00e4rken. Der (\u2026) Einzelantrag (\u2026) fordert (\u2026) eine einmalige Erh\u00f6hung der Beihilfen zum Abbau der Lagerbest\u00e4nde. <\/p>\n<p> Wir leben im gl\u00fccklichsten Land der Welt. Seine gr\u00f6sste Sorge angesichts der Staatsfinanzen scheint, dass wir unsere Lager an Hochstammobstsaft-Konzentrat abbauen sollten. Dar\u00fcber ist in der Debatte gef\u00fchlt am meisten diskutiert worden, da hinein ist am meisten politisches Herzblut (oder Birnensaft) geflossen: Man rette doch bitte das Hochstammobst, will heissen die eidgen\u00f6ssische Birne. Es ist notabene um 2,5 Millionen Franken gegangen. Die Gesamtsumme der Nachtragskredite zum Voranschlag 2013 hat rund 340 Millionen Franken betragen. <\/p>\n<p> Die aktuellen Auseinandersetzungen um die Staatsrechnung spiegeln auch die Tatsache, dass in Sachen Kulturpolitik im Moment wahrlich nicht die grossen W\u00fcrfe angesagt sind (die gibt\u2018s dann wieder mit der Kulturbotschaft 2016 bis 2019). Mindestens ein Randproblem der Kultur findet sich aber in den Antr\u00e4gen zu den Nachtragskrediten. Zur Diskussion gestanden ist ein solcher f\u00fcr die Rekapitalisierung der Pensionskasse Cin\u00e9math\u00e8que. Die Altersvorsorge der Mitarbeiter des Schweizerischen Filmarchivs hat einen Deckungsgrad von gerademal 62,2 Prozent. Schlimm, schlimm. <\/p>\n<p> \u00c4sthetische Inspirationen sind nicht unbedingt das Ding der Bundespolitik. Darum besorgt ist das Fussvolk in den Amtsstuben. Des Bundesparlamentariers Hauptanliegen: Man ist auch dort gut versichert. Man t\u00e4usche sich trotz des episodischen Charakters solcher Debatten aber nicht: Die Details der Staatsrechnungen \u2012 das sind die tats\u00e4chlichen Triebkr\u00e4fte der Politik und der zuverl\u00e4ssigste Spiegel dessen, was die B\u00fcrger draussen wirklich besch\u00e4ftigt. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 420px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Der Musikphilosoph Wolfgang B\u00f6hler (M.A.) studierte an der Universit\u00e4t Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang B\u00f6hler \u00a0 14.06.2013 &#8212; Die Probleme, welche die Bundespolitik besch\u00e4ftigen, wirken manchmal etwas skurril. 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