{"id":54,"date":"2014-01-06T10:34:43","date_gmt":"2014-01-06T10:34:43","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/06\/wagners-welten-in-muenchen\/"},"modified":"2014-01-06T10:34:43","modified_gmt":"2014-01-06T10:34:43","slug":"wagners-welten-in-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/06\/wagners-welten-in-muenchen\/","title":{"rendered":"\u00abWagners Welten\u00bb in M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p>08.11.2003<\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><strong>Richard Wagner gewidmet ist eine umfangreiche Ausstellung im M\u00fcnchner Stadtmuseum, die bis zum 25. Januar 2004 dauert. \u00abWagners Welten\u00bb entrollt ein breit angelegtes Panorama, das auf Wagner bezogen Musik und Theater, Gesellschaft, Philosophie und Politik des 19. und 20. Jahrhunderts er\u00f6rtert. Leitlinie der optisch und akustisch \u00fcppig inszenierten Schau ist die \u00abenthusiastische Ambivalenz\u00bb, die Thomas Mann zum Schaffen und zur Person des Musikdramatikers einnahm. <\/strong><\/p>\n<p> M\u00fcnchen, die \u00abRichard-Wagner-Stadt\u00bb, war auch die \u00abHauptstadt der Bewegung\u00bb. Am 10. Februar 1933 hielt Thomas Mann an der M\u00fcnchner Universit\u00e4t aus Anlass von Wagners 50. Todestag den Vortrag \u00abLeiden und Gr\u00f6sse Richard Wagners\u00bb. Mitte April publizierten die \u00abM\u00fcnchner Neuesten Nachrichten\u00bb den \u00abProtest der Richard-Wagner-Stadt M\u00fcnchen\u00bb, einen vom Bayerischen Staatsoperndirektor Hans Knappertsbusch initiierten Schm\u00e4hartikel, den unter vielen anderen auch Richard Strauss, Hans Pfitzner und Olaf Gulbransson unterzeichneten. Der Schlusssatz: \u00abWer sich selbst als dermassen unzuverl\u00e4ssig und unsachverst\u00e4ndig in seinen Werken offenbart, hat kein Recht auf Kritik wertbest\u00e4ndiger deutscher Geistesriesen.\u00bb <\/p>\n<p> Allerdings war es letztlich nicht, wie Ausstellung und Katalog suggerieren, diese Hasstirade, die den in der Schweiz weilenden Dichter zum Verzicht auf die R\u00fcckkehr ins nationalsozialistische Deutschland bewog; vorangegangen waren der Reichstagsbrand, die Beschuldigung des \u00abgeistigen Landesverrats\u00bb und Manns Austritt aus der Sektion f\u00fcr Dichtung der Preussischen Akademie der K\u00fcnste. Immerhin teilt Thomas Mann mit Richard Wagner das Schicksal, aus M\u00fcnchen, wo er seit 1894 gewohnt hatte, vertrieben worden zu sein. <\/p>\n<p> <strong>Zwischen Bewunderung und Abneigung<\/strong><\/p>\n<p> \u00abLeidend und gross, wie das Jahrhundert, dessen vollkommener Ausdruck sie ist, das neunzehnte, steht die geistige Gestalt Richard Wagners mir vor Augen\u00bb \u2013 so beginnt Thomas Mann den Essay \u00abLeiden und Gr\u00f6sse Richard Wagners\u00bb (1933). Die Idee, den Wagner-Kenner Thomas Mann (1875\u20131955) durch die Ausstellung im M\u00fcnchner Stadtmuseum f\u00fchren zu lassen (sie stammt vom ehemaligen M\u00fcnchner Kulturreferenten J\u00fcrgen Kolbe), erweist sich als lohnend. Denn der 1929 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Dichter, in dessen Schaffen Person und Wirkung Wagners von den \u00abBuddenbrooks\u00bb \u00fcber \u00abTristan\u00bb und \u00abW\u00e4lsungenblut\u00bb bis zum \u00abDoktor Faustus\u00bb unverkennbare Spuren hinterlassen haben, reflektiert Wagner, \u00abwahrscheinlich das gr\u00f6sste Talent aller Kunstgeschichte\u00bb (1927), im Spannungsfeld zwischen Enthusiasmus und Antipathie, Bewunderung und Abneigung (\u00abGewiss, es ist viel &#8218;Hitler&#8216; in Wagner\u00bb, 1950). <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.codexflores.ch\/bilder\/Wagner2081103.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Keine Hagiographie ist dementsprechend die Ausstellung, die in Thomas Manns differenzierter Reflexion (zu komplex und ambivalent f\u00fcr an Schlagworten sich ausrichtende einfache Gem\u00fcter) einerseits zwar Ann\u00e4herung, andrerseits Abstand zu Wagner dokumentiert, jedenfalls und durchg\u00e4ngig Zwiesp\u00e4ltigkeit zu ihrem Thema macht, Disharmonien, die in der Pers\u00f6nlichkeitsstruktur wie im Werk offenbar werden. Dies in der Darstellung und Beschriftung der Exponate wie in der Gliederung der Schau aufzudecken, in Hunderten von Selbstzeugnissen und von Meinungen Dritter zur Sprache zu bringen, ist kein geringes Verdienst des Teams, das \u00abWagners Welten\u00bb gestaltet und den Materialienkatalog verfasst hat \u2013 in einer Rekordzeit von nur acht Monaten. <\/p>\n<p> Die F\u00fclle des Ausgebreiteten \u2013 \u00fcber 600 Exponate \u2013 und die enge Verbindung von Objekten und Zitaten sperren sich gegen einen Eilgang durch die R\u00e4ume, fordern von den Besuchenden die Bereitschaft, sich ohne Hast einzulassen auf Geniales, weit Ausstrahlendes, auch auf Fragw\u00fcrdiges, Disparates, auf Zweifel, auf Verunsicherung. <\/p>\n<p> <strong>Wagner und M\u00fcnchen<\/strong><\/p>\n<p> M\u00fcnchen, die \u00abRichard-Wagner-Stadt\u00bb. Dort und in deren N\u00e4he hatte der Meister 1864\/65 am Beginn der bis zu seinem Tod 1883 dauernden K\u00f6nigsfreundschaft mit Ludwig II. gewohnt. In M\u00fcnchen waren \u00abDas Rheingold\u00bb, \u00abDie Walk\u00fcre\u00bb, \u00abTristan und Isolde\u00bb und \u00abDie Meistersinger von N\u00fcrnberg\u00bb (postum zudem \u00abDie Feen\u00bb) uraufgef\u00fchrt worden. 1901 wurde in Konkurrenz zu Bayreuth das Prinz-Regenten-Theater (\u00abamphitheatralischer Zuschauerraum, versenktes Orchester\u00bb) als Richard-Wagner-Festspielhaus eingeweiht. M\u00fcnchen bildet einen Schwerpunkt in \u00abWagners Welten\u00bb.<\/p>\n<p> Wagner und M\u00fcnchen: Zur Darstellung kommen in diesem Raum die Wagner-Pflege, das antisemitische Pamphlet \u00abDas Judenthum in der Musik\u00bb, welches Wagner 1850 unter dem Pseudonym K. Freigedank publizierte und 1869 unter seinem Namen in erweiterter Form nochmals auflegte. Aus d\u00fcsterer Epoche: die Reaktionen auf Thomas Manns Festrede \u00abLeiden und Gr\u00f6sse Richard Wagners\u00bb, Wagner und sein Werk im Dritten Reich. <\/p>\n<p> <strong>Der k\u00f6nigliche M\u00e4zen<\/strong><\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.codexflores.ch\/bilder\/Wagner3081103.jpg\" border=\"0\" align=\"right\" \/>Die Beziehung Wagners zu Ludwig II. \u2013 er bestieg als 19-j\u00e4hriger 1864 den Thron \u2013 wird im angrenzenden Saal thematisiert. Seine unb\u00e4ndige Wagner-Schw\u00e4rmerei liess der M\u00e4rchenk\u00f6nig sich (bzw. seine Untertanen) ein Heidengeld kosten. Doch alles ist relativ: F\u00fcr sein Schlafzimmer in Herrenchiemsee wandte er 652.000 Mark auf, immerhin 90.000 mehr als insgesamt f\u00fcr Wagner, dem er mit grossz\u00fcgigen Geldmitteln die Vollendung des k\u00fcnstlerischen Werks, den Bau der Villa Wahnfried und das Festspielhaus in Bayreuth sichern half. Den opulent ornamentierten Prunkschrank gilt es zu bewundern, in dem Ludwig diverse Wagner-Partituren h\u00fctete, darunter \u00abDas Rheingold\u00bb und \u00abDie Walk\u00fcre\u00bb. Die Handschriften wurden 1939 durch die Deutsche Industrie erworben und Hitler geschenkt; im F\u00fchrerbunker der Reichskanzlei sind sie 1945 verschollen. Gezeigt werden aber kann als kostbarstes Exponat die Originalpartitur der \u00abMeistersinger\u00bb.<\/p>\n<p> Das Bauprojekt Ludwigs II. f\u00fcr Wagners \u00abRing des Nibelungen\u00bb gedieh nicht \u00fcber das Modellstadium hinaus: 1864 gab der K\u00f6nig bei Gottfried Semper \u00abein grosses steinernes Theater\u00bb in Auftrag, das n\u00f6rdlich des Maximilianeums zu stehen kommen sollte. Eine grossfl\u00e4chige Videosimulation f\u00fchrt das gescheiterte Theaterbauprojekt eindr\u00fccklich vor Augen. <\/p>\n<p> <strong>Wagner-Devotionalien<\/strong><\/p>\n<p> Bereits zu Lebzeiten des Komponisten begann die industrielle Verwertung seines Mythos. \u00abWagner f\u00fcr alle\u00bb und f\u00fcr einmal zum Schmunzeln: Ansichtskarten, Sammelbildchen (Liebig\u2019s Fleisch-Extrakt, Dr. Thompson\u2019s Seifenpulver), Porzellanfiguren, Wagner-K\u00f6pfe zwecks Klavierkr\u00f6nung, Briefbeschwerer, Lohengrin-Schale und Tannh\u00e4user-Papiertheater-Figurenbogen, h\u00f6lzerne Marionetten, Wagner-Melodien f\u00fcr die Spieldose, f\u00fcr das mechanische Piano und die Kirmes-Orgel, Wagner als Aschenbecher und als Kerze, dramatische Szenen aus Wagner-Opern auf Dachkantenteilen eines Karussells. Popularisierende Verniedlichungen f\u00fcr den bourgeoisen Geschmack. Und Wagner-Musik als emotionale Droge: Dass sich Filmregisseure immer wieder nutzbringend beim Bayreuther Meister bedienen, f\u00fchren Beispiele aus Werken wie Chaplins \u00abThe Great Dictator\u00bb (1940), Coppolas \u00abApocalypse Now\u00bb (1979) und Luhrmanns \u00abRomeo and Juliet\u00bb (1996) vor. <\/p>\n<p> Richard Wagner, Musiktheatergenie, Egozentriker und pomp\u00f6ser Selbstdarsteller, politischer Revoluzzer und speichelleckend unterw\u00fcrfiger \u00abUnterthan\u00bb Ludwigs II.: In f\u00fcnfzehn Stationen auf zwei Stockwerken mit einer Ausstellungsfl\u00e4che von 2000 Quadratmetern werden die wesentlichen Facetten von Leben und Wirken beleuchtet, verst\u00e4ndlich auch f\u00fcr Wagner-Novizen. Zitate aus B\u00fcchern, Reden und Briefen Thomas Manns sind nicht die einzigen schriftlichen Zeugnisse, die sich als verbindendes Element durch die Ausstellung ziehen; es kommentiert Wagner selber, und es \u00e4ussern sich ber\u00fchmte Zeitgenossen und Nachgeborene \u2013 eine spannungsvolle Meinungs-Collage von Wagner-Verehrern und -Ver\u00e4chtern. <\/p>\n<p> <strong>\u00abAnh\u00e4nger der Umsturzparthei\u00bb<\/strong><\/p>\n<p> Werkbezogen in chronologischer Ordnung erschliessen sich Wagners Kosmen, beginnend mit dem fr\u00fchen Schaffen (\u00abDie Feen\u00bb, \u00abDas Liebesverbot\u00bb, \u00abRienzi\u00bb), mit Vorbildern und dem Hauptfeind Giacomo Meyerbeer, der den jungen Komponisten nachdr\u00fccklich unterst\u00fctzte, daf\u00fcr dessen Hass erntete, und mit dem entbehrungsvollen ersten Paris-Aufenthalt. Anschliessende Kabinette sind dem \u00abFliegenden Holl\u00e4nder\u00bb gewidmet \u2013 von ihm liegt der Klavierauszug mit eigenh\u00e4ndigen Regiebemerkungen Wagners auf (M\u00fcnchen 1864) \u2013, dem \u00abTannh\u00e4user\u00bb und \u00abLohengrin\u00bb.<\/p>\n<p> Kapellmeister Wagner, \u00abSozialist und Kulturoptimist\u00bb (Thomas Mann), hatte sich, obzwar sp\u00e4ter von ihm in Abrede gestellt, wohl in vorderer Linie an der Seite Michail Bakunins am Mai-Aufstand 1849 in Dresden beteiligt. Die \u00aberhabene G\u00f6ttin Revolution\u00bb (Wagner) scheiterte, die alte Oper brannte aus; in seine \u00abAnnalen\u00bb notierte Wagner: \u00abOpernhaus nun abgebrannt: Sonderbares Behagen\u00bb. <\/p>\n<p> Liszt besorgte ihm falsche Papiere, und Wagner fl\u00fcchtete mitsamt H\u00fcndchen und Papagei ins Exil in die Schweiz. Zeugen in der Ausstellung sind Steckbriefe gegen Richard Wagner: \u00abeiner der hervorragendsten Anh\u00e4nger der Umsturzparthei\u00bb, \u00abtr\u00e4gt eine Brille\u00bb. Erst 1862 ist Wagner amnestiert worden. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.codexflores.ch\/bilder\/Wagner4081103.jpg\" border=\"0\" align=\"middle\" \/><\/p>\n<p>Auch im weiteren Gang durch Wagners Leben und \u0152uvre \u00fcberraschen Vielfalt und Vielseitigkeit der Dokumente, darunter eine Menge Rarit\u00e4ten, zur Verf\u00fcgung gestellt von \u00fcber vierzig Leihgebern aus dem In- und dem Ausland: Figurinen, B\u00fchnenbildentw\u00fcrfe und -modelle, Szenenbilder, Theaterzettel, Fotografien, Portr\u00e4ts, B\u00fcsten, Karikaturen, Wagner-Instrumente (darunter die Beckmesser-Harfe, die Tristan-Trompete, das T\u00e1rogat\u00f3 als Englischhorn-Ersatz in \u00abTristan\u00bb), Prunkschalen und Bilder mit Szenenfolgen und all die modellierten Helden und Schw\u00e4ne, die der K\u00f6nig f\u00fcr seine Schl\u00f6sser anfertigen liess. <\/p>\n<p> Mit klingenden Exempeln ges\u00e4ttigt ist diese von Norbert G\u00f6tz, Max Oppel und Manfred Wegner realisierte Schau: In Tonr\u00e4umen hinter schweren Vorh\u00e4ngen taucht man ein in Szenen aus Wagners Musikdramen vom \u00abHoll\u00e4nder\u00bb bis zum \u00abParsifal\u00bb, h\u00f6rt Ausschnitte, betrachtet hier eine Videoaufnahme, dort B\u00fchnenbildentw\u00fcrfe oder Requisiten. <\/p>\n<p> Die \u00abRing\u00bb-Tetralogie, von Wagner konzipiert f\u00fcr das Festspielhaus in Bayreuth, dessen Bau mit Pl\u00e4nen und Modellen dokumentiert wird, dient als Beispiel f\u00fcr den Wandel des B\u00fchnenbild- und Inszenierungsstils von der Urauff\u00fchrung 1876 bis heute, aufschlussreich zu verfolgen am \u00abWalk\u00fcre\u00bb-Felsen. Fazit: Das Bem\u00fchen um die Originalgestalt darf subjektive Sichtweisen nicht ausschliessen, denn jede von kreativen Kr\u00e4ften getragene Auff\u00fchrung ist kritische Auseinandersetzung, ist aktualisierende Vermittlung zwischen den Epochen, hat das Werk f\u00fcr die jeweilige Gegenwart zu erschliessen. <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.codexflores.ch\/bilder\/Wagner5081103.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Apropos \u00abRing\u00bb: Mit dreissig szenischen Darstellungen aus der \u00abRing\u00bb-Tetralogie liess Ludwig II. seine M\u00fcnchner Residenz ausstaffieren. Michael Echter schuf zwischen 1864 und 1867 die grossen Fresken; Wagner nahm auf des Monarchen Wunsch im Entwurfsstadium Einfluss auf deren Inhalt und Gestaltung. Der Nibelungengang, etwa 31 Meter lang und 3,5 Meter breit, wurde 1944 zerst\u00f6rt \u2013 erhalten geblieben jedoch sind 29 Gouachen, Kopien, die Franz Heigel im Auftrag des K\u00f6nigs erstellte. Erstmals nun kann dieser interessante Korpus in seiner Gesamtheit pr\u00e4sentiert werden. <\/p>\n<p> <strong>Freunde und Frauen<\/strong><\/p>\n<p> Ber\u00fchmte Zeitgenossen s\u00e4umen Wagners Lebensweg, die wichtigsten in Bild und Text auch den Gang durch die Ausstellung: der Exilant Heinrich Heine (Wagner vertonte 1839 dessen Gedicht \u00abLes deux grenadiers\u00bb und wurde von Heine mit der Sage des \u00fcber die Ozeane irrenden Holl\u00e4nders vertraut gemacht), Schopenhauer (Thomas Mann: \u00abDie Bekanntschaft mit der Philosophie Arthur Schopenhauers ist das grosse Ereignis im Leben Wagners\u00bb), Franz Liszt, der stets hilfreiche Freund und Schwiegervater, Giuseppe Verdi, der italienische Antipode Wagners, und Friedrich Nietzsche (\u00abWir waren Freunde und sind uns fremd geworden\u00bb), Charles Baudelaire, Avantgardist des Wagnerismus in Frankreich, der britische Grafiker Aubrey Beardsley mit \u00abVenus and Tannh\u00e4user\u00bb, Wagner-Dirigenten und, quasi als Ensemble, Wagner-Interpretinnen und -interpreten. <\/p>\n<p> Und nat\u00fcrlich: Wagners Frauen, Minna Planer und Cosima Liszt, aber auch eine Reihe von Gef\u00e4hrtinnen, mit denen der Meister liiert war, darunter Mathilde Wesendonck, deren Wagner geschenkte Goldene Feder samt Tintenfass ausgestellt ist. In einem diskreten Kabinett in zwei von Portr\u00e4ts dieser Frauen und Familienbildern umgebenen Vitrinen Kleider, H\u00fcte, Stiefel und Accessoires von Richard und Cosima Wagner. <\/p>\n<p> Und am Ende: Tod in Venedig. Wagners Totenmaske. Das Kondolenzschreiben aus der Hand des K\u00f6nigs. \u00abLeichenbeg\u00e4ngniss\u00bb und Beisetzung in Bayreuth. <\/p>\n<p> Ein Tod, der nicht vers\u00f6hnt, eine kontroverse Ausstellung: Geniales und Dilettantisches, Liebe und Hass, Zauber und Grauen.<\/p>\n<p> <span class=\"txt-s-black\">Bilder (aus dem Ausstellungskatalog): <br \/> Richard Wagner (1813\u20131883). Portr\u00e4t von Caesar Willich (1862; \u00d6l auf Leinwand, 35 x 26 cm). <br \/> K\u00f6nig Ludwig II. in Uniform (um 1867; \u00d6l auf Leinwand, 73 x 61 cm). <br \/> Lohengrin mit dem Schwan. Bemalte Porzellanfigur, Entwurf von Caspar Clemens von Zumbusch (1865; Manufaktur Meissen, 40 x 50 x 22 cm). <br \/> \u00abRheingold\u00bb, 1. Szene. Gouache von Franz Heigel nach Michael Echter (1865; 64,5 x 48 cm).<\/p>\n<p> Der von J\u00fcrgen Kolbe herausgegebene reichhaltige Katalog mit Einf\u00fchrungstexten zu den Ausstellungsstationen, 344 farbigen und 94 schwarzweissen Abbildungen umfasst 372 Seiten. Edition Minerva, Wolfratshausen 2003. 28 Euro. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>08.11.2003 Richard Wagner gewidmet ist eine umfangreiche Ausstellung im M\u00fcnchner Stadtmuseum, die bis zum 25. 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