{"id":543,"date":"2014-01-11T14:50:10","date_gmt":"2014-01-11T14:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/bachs-motetten-6-plus-2\/"},"modified":"2014-01-11T14:50:10","modified_gmt":"2014-01-11T14:50:10","slug":"bachs-motetten-6-plus-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/bachs-motetten-6-plus-2\/","title":{"rendered":"Bachs Motetten: 6 plus 2"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/motetten100104.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>10.01.2004 &#8212; Nur eine zahlenm\u00e4ssig bescheidene Gruppe machen in Bachs Schaffen die Motetten aus. Doch sie sind die einzigen Vokalwerke, die nach dem Tod des Komponisten nicht in der Versenkung verschwanden \u2013 in erster Linie dank dem Thomanerchor. Nebenbei bemerkt: In einer Leipziger Auff\u00fchrung der Motette \u00abSinget dem Herrn ein neues Lied\u00bb hatte Mozart auf der Reise nach Berlin anno 1789 sein z\u00fcndendes Bach-Erlebnis. <\/p>\n<p> Nicht f\u00fcr alle Motetten konnte bisher der Anlass ihrer Entstehung eruiert werden; klar ist, dass es sich bei den meisten um f\u00fcr Trauer- und Ged\u00e4chtnisfeiern geschriebene Werke handelt. Den vielen Fragen, die dieser Korpus aufwirft, geht Klaus Hofmann, hauptamtlicher Leiter des G\u00f6ttinger Bach-Instituts, in seiner Einf\u00fchrung in Bachs Motetten nach. Er nimmt die Lesenden mit auf eine ebenso umsichtig wie scharfsinnig geleitete Erkundung, in der er die Wege der wissenschaftlichen Forschung und die teils widerspr\u00fcchlichen Hypothesen, Befunde und Ergebnisse dargelegt, den aktuellen Erkenntnisstand und die offenen Probleme festh\u00e4lt. Dass er die auf den ersten Blick trockene Materie ebenso pr\u00e4zis wie unverkrampft nahe zu bringen versteht, macht das Buch zu einer spannenden Lekt\u00fcre. <\/p>\n<p> Im ersten Teil f\u00fchrt Hofmann ins Thema ein mit Beitr\u00e4gen zu Bachs Motetten, zum Werkbestand, zum Gattungsbegriff, zur Auff\u00fchrungspraxis (Singstimmen allein; mit Generalbass; mit colla parte gehenden Instrumenten und Generalbass). Geschichte und Formprinzipien der Motette vor Bach erhellt er an Beispielen von Palestrina, Sch\u00fctz, Melchior Franck, Schein, Briegel, Hassler und Johann Michael Bach. <\/p>\n<p> Im Hauptteil mit den Einzeldarstellungen behandelt der Autor den Kernbestand (sechs Werke BWV 225 bis 230): \u00abSinget dem Herrn ein neues Lied\u00bb, \u00abDer Geist hilft unser Schwachheit auf\u00bb, \u00abJesu, meine Freude\u00bb, \u00abF\u00fcrchte dich nicht, ich bin bei dir\u00bb, \u00abKomm, Jesu, komm\u00bb und \u00abLobet den Herrn, alle Heiden\u00bb. Zudem zwei weitere: \u00abIch lasse dich nicht, du segnest mich denn\u00bb (BWV Anh. 159) und \u00abJauchzet dem Herrn, alle Welt\u00bb (BWV Anh. 160). Beide Werke wurden fr\u00fcher als unecht bezeichnet, heute wird Bachs Autorschaft trotz Einw\u00e4nden und Bedenken als nicht unwahrscheinlich eingestuft. Was daf\u00fcr, auch was eher dagegen spricht, wirft Hofmann, nicht ohne Stellung zu beziehen, in die Diskussion. <\/p>\n<p> Die acht detaillierten Portr\u00e4ts der Motetten werden er\u00f6ffnet durch das Incipit und die vertonte Textvorlage, gefolgt von \u00dcberlegungen zur Entstehung des Werks. Im Folgenden analysiert der Verfasser anhand von Notenbeispielen und Formpl\u00e4nen Teil f\u00fcr Teil, Satz f\u00fcr Satz die kompositorischen Sachverhalte und deren enge Beziehung zum Text. Unerl\u00e4sslich f\u00fcr ein vertieftes Studium ist der Beizug der Partituren. <\/p>\n<p> Klaus Hofmann hat aus eminenter Kenntnis und mit didaktischem Talent ein Buch geschaffen, das auch \u00fcber die Motetten-Gattung hinaus wesentliche Elemente bachschen Komponierens beleuchtet (Formprinzipien, musikalische Sprachkunst, thematische Konstruktion, Harmonik, Bild- und Affektdarstellung). <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3761814992\/codexflores-21\">Klaus Hofmann: Johann Sebastian Bach, Die Motetten<\/a>. B\u00e4renreiter Werkeinf\u00fchrungen. B\u00e4renreiter Verlag, Kassel 2003. 263 Seiten, mit Illustrationen und Notenbeispielen. \u20ac 16.95. Fr. 30.10.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.01.2004 &#8212; Nur eine zahlenm\u00e4ssig bescheidene Gruppe machen in Bachs Schaffen die Motetten aus. 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