{"id":546,"date":"2014-01-11T14:51:45","date_gmt":"2014-01-11T14:51:45","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musik-konzepte-charles-ives\/"},"modified":"2014-01-11T14:51:45","modified_gmt":"2014-01-11T14:51:45","slug":"musik-konzepte-charles-ives","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musik-konzepte-charles-ives\/","title":{"rendered":"Musik-Konzepte: Charles Ives"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/ives250204.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>25.02.2004 &#8212; Seit \u00fcber einem Vierteljahrhundert bereichert und belebt die Reihe Musik-Konzepte der edition text + kritik, M\u00fcnchen, die musikwissenschaftliche Diskussion um Komponisten, Werke, Zusammenh\u00e4nge und Perspektiven vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Zu den 88 vorliegenden Einzelheften (vier Nummern pro Jahr) gesellen sich noch 14 Sonderb\u00e4nde. <\/p>\n<p> Wesentliche Impulse zu verdanken sind den Herausgebern Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn; nach Erscheinen des letzten von ihnen betreuten Bandes \u00abBruckners Neunte im Fegefeuer der Rezeption\u00bb (120\/121\/122) legen sie ihre Arbeit nun in j\u00fcngere H\u00e4nde: Ulrich Tadday (Jahrgang 1963), Professor f\u00fcr Historische Musikwissenschaft an der Universit\u00e4t Bremen, macht den Einstand als Herausgeber der Neuen Folge mit dem soeben vorgelegten Heft \u00abCharles Ives\u00bb (123). <\/p>\n<p> Zum 50. Todesjahr des amerikanischen Komponisten \u2013 Ives lebte von 1874 bis 1954 \u2013 befassen sich drei Autorinnen und drei Autoren mit einzelnen Aspekten im komplexen, widerspr\u00fcchlichen, schwer zu entschl\u00fcsselnden Schaffen des Avantgardisten und Einzelg\u00e4ngers \u2013 f\u00fcr die einen ein M\u00f6chtegern-Komponist, f\u00fcr die anderen der Vater der amerikanischen Musik \u2013, der zwischen 1897 und 1926 knapp 400 Kompositionen schuf. <\/p>\n<p> Ives hat den tradierten Werk- und Fortschrittsbegriff gesprengt \u2013 einmal durch die Verbindung heterogener Stile, Idiome und musikalischer Kulturen der Gegenwart und der Vergangenheit mit einer die traditionellen Wege aufgebenden Sprache, zum andern durch sein Ideal von der \u00abVielheit in der Einheit\u00bb mit dem R\u00fcckgriff auf vorgefundene Musik in Form von Zitaten, Entleihungen und Anspielungen aus Kunst- und Popul\u00e4rmusik. Wolfgang Rathert, Professor f\u00fcr Historische Musikwissenschaft in M\u00fcnchen, legt in seinem Beitrag \u00abIves\u2019 Verm\u00e4chtnis\u00bb eine Verst\u00e4ndnisgrundlage f\u00fcr die musikhistorischen und musik\u00e4sthetischen Pr\u00e4missen und Widerspr\u00fcche in Ives\u2019 Schaffen.<\/p>\n<p> Dieter Schulz, Professor f\u00fcr englische Philologie an der Universit\u00e4t Heidelberg, beleuchtet in seiner Arbeit \u00abConcord und der amerikanische Transzendentalismus in Ives\u2019 \u00c4sthetik. Zu den ,Essays Before a Sonata\u2018\u00bb die religi\u00f6s-literarisch-philosophische Bewegung ab den sp\u00e4ten 1830er Jahren unter F\u00fchrung von Ralph Waldo Emerson in Concord, Massachusetts, und die Umsetzung ihrer Ideen in der Musikanschauung und in den Kompositionen von Charles Ives. <\/p>\n<p> Der \u00abMontage von Entlehnungen\u00bb, Ives\u2019 Verfahren der Einbindung fremder Melodien in seine Werke, geht die M\u00fcnchner Musikwissenschaftlerin Lucie Fenner detailliert nach in ihrer Untersuchung der Kompositionen \u00abCalcium Light Night\u00bb f\u00fcr Kammerorchester und \u00abTSIAJ\u00bb (This Scherzo Is A Joke), dem 2. Satz des Trios f\u00fcr Violine, Cello und Klavier. Die Autorin beleuchtet in ihrem Beitrag auch die College-Zeit des Komponisten und beliebten Unterhaltungspianisten, mit der die beiden Werke in programmatischem Bezug stehen. <\/p>\n<p> Im Schatten seiner 2. Klaviersonate (\u00abConcord, Mass. 1840\u20131860\u00bb) steht Ives\u2019 1. Klaviersonate, der Giselher Schubert, Leiter des Hindemith-Instituts, Frankfurt am Main, eine einl\u00e4ssliche Analyse widmet. Er untersucht Idee, Entstehung und \u00dcberlieferung des siebens\u00e4tzigen Werks, Programm und Inhalt, Formgestaltung und Kompositionstechnik und reflektiert Auff\u00fchrungsfragen anhand der Einspielungen des Urauff\u00fchrungspianisten William Masselos (1953) und von Herbert Henck (1983). <\/p>\n<p> \u00abDie 4. Symphonie von Charles Ives. Hermeneutik zwischen Programmmusik und absoluter Musik\u00bb: In ihrem Beitrag geht die deutsche Musik- und Theaterwissenschaftlerin Dorothea Gail der Frage nach, welche M\u00f6glichkeiten Ives zu einer Sinngenerierung in der und f\u00fcr die 4. Symphonie nutzt und untersucht die konkrete Bedeutung des musikalischen Materials innerhalb der Form des 2. Satzes. Ives, so eine der Folgerungen, thematisiere die existenzielle Frage auf formaler wie auf inhaltlicher (musikalischer und aussermusikalischer) Ebene u. a. durch Programm und Zitate. \u00abIn diesem Sinne ist Ives einerseits der Tradition verbunden und andererseits als Vorreiter der Moderne anzusehen.\u00bb <\/p>\n<p> Charles Ives\u2019 bekanntester Sch\u00f6pfung widmet sich Denise von Glahn, Professorin f\u00fcr Musikgeschichte und Musikwissenschaft in Florida, in ihrem Beitrag \u00abMusikalische Stadtlandschaft: ,Central Park in the Dark\u2018\u00bb. Sie f\u00fchrt in die l\u00e4ndliche Idylle in Manhattan im Herzen des grossst\u00e4dtischen Raums, erl\u00e4utert die musikalische Darstellung dieses Zufluchtsortes auf der Basis des zehnmal wiederholten zehntaktigen Ostinatos, geht den \u00abnat\u00fcrlichen\u00bb und den \u00abunnat\u00fcrlichen\u00bb Kl\u00e4ngen nach und dem \u00abkunstvollen Chaos\u00bb, wirft Seitenblicke auf andere Orts-St\u00fccke von Ives. In \u00abCentral Park in the Dark\u00bb gestalte Ives \u00abden nat\u00fcrlichen Raum in seiner Best\u00e4ndigkeit\u00bb, folgert die Autorin, \u00abvor allem im Gegensatz zum verg\u00e4nglichen Charakter der urbanen Industrie und ihrer Arbeiter.\u00bb <\/p>\n<p> Zusammenfassungen der Beitr\u00e4ge in englischer Sprache, bibliografische Hinweise, die Zeittafel zu Charles Ives und biografische Notizen zu den Autorinnen und Autoren beschliessen das Heft. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3883777609\/codexflores-21\">Musikkonzepte, Bd.123 : Charles Ives<\/a> I\/2004. Neue Folge, herausgegeben von Ulrich Tadday. edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, M\u00fcnchen. Mit Notenbeispielen und Tabellen. 140 Seiten. \u20ac 16,-. Fr. 27.70.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25.02.2004 &#8212; Seit \u00fcber einem Vierteljahrhundert bereichert und belebt die Reihe Musik-Konzepte der edition text + kritik, M\u00fcnchen, die musikwissenschaftliche&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-546","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/546","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=546"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/546\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}